Oberneulands Trainer Mike Barten im Interview "Die Mannschaft glaubt an sich"

Bremen. Ernst aber nicht hoffnungslos - so könnte man die Lage beim FC Oberneuland beschreiben. Vor der Auswärtspartie bei Hertha BSC II (Sonnabend, 14 Uhr) sprach Stefan Freye mit Trainer Mike Barten über die Situation beim Regionalligisten.
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Ernst aber nicht hoffnungslos - so könnte man die Lage beim FC Oberneuland beschreiben. Beim 2:2 gegen Plauen am vergangenen Wochenende hatte der Fußball-Regionalligist den vierten Punkt im zehnten Saisonspiel geholt. Vor der Auswärtspartie bei Hertha BSC II (Sa., 14 Uhr) sprach Stefan Freye mit Trainer Mike Barten über die Situation.

Sie bezeichneten das Remis gegen Plauen als kleinen Schritt nach vorn. Wie optimistisch sind Sie, dass bald ein großer Schritt gelingt?

Barten:Sehr. Die Mannschaft ist zurückgekommen, man hat gesehen, dass sie will. Wir sind kein Einzelfall, es dauert länger, bis man unten heraus kommt. Aber die Mannschaft glaubt an sich, deshalb bin ich wieder optimistisch.

Dass ihrem Team nach einem Rückstand noch der Ausgleich gelingt, kam tatsächlich selten vor in dieser Spielzeit. Woran machen Sie den positiven Trend fest?

Das liegt an jedem Spieler selbst. Der Knackpunkt war das Lübeck-Spiel, mit zwei Gegentoren und der Niederlage in der Nachspielzeit. Das hat uns nicht gut getan, danach haben wir nicht so richtig an uns geglaubt. Aber man hat an diesem Spiel auch gesehen, was alles möglich ist, wenn man bis zuletzt an sich glaubt. Beim 2:2 gegen Plauen war das Gute, dass wir den Ausgleich sofort gemacht haben. Danach wollten wir mehr und haben auf Sieg gespielt.

Nun wartet der Tabellenfünfte Hertha BSC II. Ein Aufbaugegner ist das nicht, oder?

Mit Sicherheit nicht, alle zweiten Mannschaften verfügen über spielstarke Spieler. Wir sind aber mal dran, gegen eine zweite Mannschaft zu gewinnen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, ist ein Sieg möglich.

Ailton kaum zuletzt nicht mehr in der Startelf zum Einsatz. Hatten die Skeptiker Recht, und ist das Experiment bereits gescheitert?

Nein, das denke ich nicht. Das Problem war, dass er nicht fit zu uns kam. Wir haben dann viel gearbeitet, aber Ailton ist durch Verletzungen und Krankheit immer wieder zurückgeworfen worden. Das Problem ist auch, dass es sportlich nicht so lief. Da muss ich als Trainer erst mal sehen, wie wir Sicherheit bekommen und Tore verhindern. Mit Ailton ist das Spiel aber offensiver ausgerichtet. Ich habe einfach das Gefühl, dass wir mit einem laufstarken Spieler in der Spitze kompakter stehen.

Trotz des leichten Aufwärtstrends ist die Situation schwierig. Haben Sie das Gefühl, dass auch über Ihre Position diskutiert wird?

Nein, überhaupt nicht. Der Verein steht zu 100 Prozent hinter mir. Die Führung sieht ja auch, dass es definitiv nicht so läuft wie im letzten Jahr. Wir haben zwar weniger Punkte, aber die Konstellation der Gegner ist auch anders. Wir hatten ganz viele unglückliche Spiele, da könnte man eine Menge nennen. Es war kein Spiel dabei, in dem wir hoffnungslos unterlegen waren und die Qualität fehlte.

Das bedeutet, der FCO spielt jetzt zwar besser, erzielt aber weniger Punkte?

Ja, im letzten Jahr hatten wir das Glück, auch Spiele zu gewinnen, obwohl wir schlecht gespielt haben. Wir hatten zuletzt Probleme mit dem Glauben an die eigene Stärke. Den hat die Mannschaft nun zurück gewonnen.

In den vergangenen Tagen wurde wieder über die Gehälter diskutiert, sie sollen seit einigen Wochen erneut ausbleiben. Vielleicht fehlte den Spielern auch nur der Glaube an die Zahlungsmoral des FCO?

Dazu möchte ich hier eigentlich nichts sagen. Nur so viel: Bei uns ist alles in Ordnung.

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