Vahrer Hockey-Showdown Die Nervosität als größtes Problem

Mannschaftskapitän Julius Krause kämpft am Sonnabend mit dem Club zur Vahr um den Aufstieg in die Hockey-Regionalliga. 80 Fans kommen zur Unterstützung mit nach Kiel
28.02.2020, 06:25
Lesedauer: 2 Min
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Die Nervosität als größtes Problem
Von Jörg Niemeyer

Julius Krause ist zwar erst 25 Jahre alt, hat in seiner Hockey-Karriere aber schon Einiges erlebt. Auch Unerfreuliches. Er sagt, sein schlimmstes Spiel sei 2014 das 1:4 gegen Charlottenburg im Finale um die deutsche Jugendmeisterschaft gewesen. Damals spielte Krause noch für seinen Heimatverein Rot-Weiss Köln, mit dessen Herrenteam er später auch in der Bundesliga auflief. Nun ist Julius Krause durchaus ein Spieler, der verlieren kann. „Kein Problem, wenn der Gegner besser gewesen ist“, sagt er. Was er aber nur schwer ertragen kann und was auch 2014 in besagtem Finale passiert war: Eine Niederlage in einer wichtigen Partie, nachdem seine Mannschaft nicht das abgerufen hat, was sie zu leisten imstande ist.

Warum dem 25-Jährigen das gerade jetzt einfällt? Am Sonnabend steht für ihn und seine jetzige Mannschaft eine entscheidende Begegnung an. Seit Ende 2016 spielt Julius Krause für die Herren des Clubs zur Vahr – in der Feldsaison in der Regionalliga, in der Hallensaison seit zwei Jahren nur in der Oberliga. Das soll sich ändern: Nach geglückter Meisterschaft Mitte Februar kommt es am Sonnabend um 15.30 Uhr zum Regionalliga-Aufstiegsspiel beim 1. Kieler HTC.

Nun sorgt sich der mittlerweile zum Kapitän aufgerückte Vahrer Führungsspieler nicht um die Qualität seines Teams, sondern um das Abrufen des vorhandenen Leistungsvermögens. „Ich schätze uns von der Spielanlage stärker ein als die Kieler“, sagt er, „aber weil wir so jung sind, könnte unser größtes Problem die Nervosität sein.“ Krause ist zweitältester Akteur der Vahrer, die im Durchschnitt gerade 22 sind. „Und alle sind heiß auf das Spiel“, sagt Krause, „ein Problem mit der Einstellung werden wir nicht haben.“

„Ich glaube, dass wir den Aufstieg packen können“, sagt Vahrs Abteilungsleiter Carl-­Lambert Leisewitz. Er erwartet ein knappes und extrem emotionales Duell mit den Kielern. Während seiner Karriere hat er für den 1. Kieler HTC gespielt. „Ich weiß, wie hitzig das Publikum dort ist“, sagt er. Aber die Bremer werden sich wehren – auf dem Spielfeld und auf der Tribüne. Der Club zur Vahr hat extra einen Fanbus gechartert. Leisewitz rechnet insgesamt mit bis zu 80 CzV-Anhängern, die per Bus oder Auto nach Kiel fahren.

Auf der Rückfahrt, dann sehr gern als Meister, wie Julius Krause hofft, wird auch die Mannschaft mit im Bus sitzen. Die Hinfahrt macht sie schon am Freitag mit dem Zug, geht abends ins Hotel, um sich so gut wie eben möglich für das eine entscheidende Spiel am Sonnabend vorzubereiten. Leisewitz hofft, dass seine Herren in Kiel auch das Kräfteverhältnis in Bremen klären können: Der Aufstieg würde den Feld-Regionalligisten Club zur Vahr auch in der Halle wieder zur klaren Nummer eins vor dem Noch-Oberliga-Rivalen Bremer HC aufsteigen lassen.

Julius Krause war am vergangenen Wochenende zum Karneval in Köln. Dort lebt seine Familie, als Familienmensch ziehe es ihn immer wieder nach Hause. In Bremen hat der 25-Jährige neben dem Club zur Vahr seit Langem auch seine Freundin, aber aktuell kein berufliches Betätigungsfeld mehr. An der Bremer Hochschule hat er gerade seinen Masterabschluss in Bionik gemacht und sucht jetzt einen Arbeitgeber. Er würde gern an der Weser bleiben, bewirbt sich aber auch in Köln und in Hamburg auf ausgeschriebene Stellen.

Seit Dienstag läuft beim Club zur Vahr die konkrete Vorbereitung aufs Kiel-Wochenende, unter anderem stand eine intensive Videobetrachtung des Gegners an. Natürlich wünscht sich auch Julius Krause einen Sieg. Aber am Ende könnte es so kommen, dass er den Regionalliga-Aufstieg miterkämpft – und in der kommenden Saison für einen anderen Klub aufläuft. Das wäre für den Mannschaftskapitän aber immer noch besser als ein Erlebnis wie 2014 mit Rot-Weiss Köln.

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