Kommentar über die neue SG Bremen-Ost

Tiefe Risse

Die Idee, mit anderen Vereinen zusammenzugehen, kann schlimme Folgen haben. Ohne es zu wollen, trennen die Klubverantwortlichen ihre Mitglieder in zwei Lager – und spalten statt zu vereinen, meint unser Autor.
12.08.2020, 05:00
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Tiefe Risse
Von Jörg Niemeyer
Tiefe Risse

Mike Bleyer ist Vorstandsvorsitzender der neuen Sportgemeinschaft Bremen-Ost.

Christina Kuhaupt

Nun gibt es die Sportgemeinschaft Bremen-Ost (SGBO) also doch. Es war ein Prozess, der viele Beteiligte nicht nur durch seine Länge, sondern auch wegen zahlreicher Anfeindungen quälte. Die eigentlich gut gemeinte Idee, Vereinsmitglieder über eine gemeinsame Zukunft von ursprünglich vier Klubs abstimmen zu lassen, spaltete statt zu vereinen.

Die SG Arbergen-Mahndorf und der TuS Vahr erhoffen sich als neuer Großverein mit etwa 2700 Mitgliedern zu Recht ein größeres sportliches Angebot, eine effektivere Verwaltung und auch mehr politisches Gewicht. Beim ATSV Sebaldsbrück hat nach erfolgter Absage an eine SGBO ein neuer Vorstand die Arbeit aufgenommen.

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Er trägt an einer schweren Last, denn mehr als die Hälfte, aber weniger als die erforderlichen 75 Prozent der ATSV-Mitglieder, hatten für die SGBO gestimmt. Nun gibt es die neue SG auch ohne den ATSV und ohne OT Bremen. Entscheidet sich die Mehrheit der Sebaldsbrücker jetzt, quasi gegen den eigenen Willen, für einen Verbleib im ATSV oder geht sie? Der ATSV-Vorstand muss gute Argumente fürs Bleiben finden.

Noch schlimmer ist die Lage bei OT, wo einzelne SGBO-Befürworter und -Gegner aufeinander losgegangen sind. Nicht zu erkennen, wie Schaden vom Verein noch abzuwenden ist. OT macht eine bittere Erfahrung: Entscheidungen über die Zukunft von Vereinen sind nötig, aber sie können verheerende Folgen haben.

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