Trotz des ärgerlichen Saisonabschlusses blicken die Horner Floorballer positiv auf die Spielzeit zurück Die Zeit heilt alle Wunden

Bremen. Nachdem der TV mit nur einem Tor das Qualifikationsspiel um den Einzug in die erste Bundesliga verloren hatte, war die Stimmung für einen Moment immens gedrückt. Mit etwas Abstand wurde der Blick jedoch frei für die enorme Leistung, die die Floorballer in der Saison geleistet hatten.
01.06.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ole Haukenfrers

Nachdem der TV mit nur einem Tor das Qualifikationsspiel um den Einzug in die erste Bundesliga verloren hatte, war die Stimmung für einen Moment immens gedrückt. Mit etwas Abstand wurde der Blick jedoch frei für die enorme Leistung, die die Floorballer in der Saison geleistet hatten. Das gesamte Team ist sich einig: Grund für den Erfolg war vor allem der Zusammenhalt, der die Horner auch in der kommenden Spielzeit weit bringen soll.

Obwohl der Aufstieg nie das Saisonziel des Bremer Zweitligisten war, brachen bei den Spielern und Verantwortlichen nach der 5:6-Niederlage gegen den SC DHfK Leipzig alle Dämme. „Die Niederlage hat mir das Herz gebrochen“, sagte Daniel Teetz, Trainer der Horner, der nach dem knappen Ausscheiden im Penaltyschießen die Tränen nicht mehr halten konnte. Über der gesamten Mannshaft schwebte das Gefühl in der Luft, sich selbst etwas schuldig geblieben zu sein, da man sich um den Lohn einer bärenstarken Saison gebracht hatte.

Mittlerweile überwiegt hingegen ein ausschließlich positives Gefühl. „Wir sind uns alle einig, dass wir eine geile Saison gespielt haben“, sagt Teetz, der das kollektive Zusammenarbeiten des Teams als Erfolgsrezept der Meistersaison bestimmt. Dies half ihm besonders dabei, den Nachwuchs zu fördern. „Es war schön zu sehen, dass die älteren Spieler immer wieder für die jüngeren einstanden, wenn man diese vorab ins kalte Wasser geworfen hatte“, so der Trainer, der in der kommenden Spielzeit vor allem an den kleinen Schrauben drehen will.

Die spielerischen Grundlagen besitzen die Bremer Floorballer ohnehin schon, wobei sie speziell in dieser Saison das Spielsystem von Teetz auch erstmals wirklich gut umsetzten. „Wir leben mittlerweile davon, dass wir wissen, was wir tun“, erklärt der Coach.

U19-WM-Teilnehmer Louis Schaidl ist sehr dankbar, einen Coach wie Teetz zu haben und ist mit dem Training in hohem Maße zufrieden: „Daniel achtet einfach auf alles und geht super auf uns ein. Wir dürfen unsere eigenen Ideen einbringen, wobei sein Training schon äußerst durchdacht ist“, sagt der Torwart. In der Tat arbeitet Teetz vor der Saison einen langfristigen Plan aus, den er dann in strukturierte Trainingseinheiten aufteilt. Bei der Umsetzung sind dem Coach vor allem eine gewisse Physis sowie gute Stimmung während der Einheiten wichtig.

In der kommenden Spielzeit will Teetz an den bereits vorhandenen Grundlagen ansetzen und das Team vor allem im taktischen Bereich ausbauen. „Man kann sich immer verbessern!“, so der ehrgeizige Trainer, der für eine harte Vorbereitung bekannt ist. Ab Mitte Juni werden sich die Horner Floorballer mit zahlreichen Kraft- und Laufeinheiten wappnen, wobei die lange Trainingspause bewusst von Teetz initiiert ist. Da der Coach auf einen bewussten Leistungsabfall vor dem Wiederaufbau schwört, sollen die Zweitligisten für eine Weile den Schläger aus der Hand legen. „Die Jungs müssen auch mal den Kopf frei kriegen und an etwas anderes denken“, erklärt Teetz. Auch Westermann, der die harten Vorbereitungseinheiten nur zu gut kennt, weiß diese sehr zu schätzen. Trotz der hohen Intensität, bei der der Spaßfaktor oftmals auf der Strecke bleibt, freut er sich schon auf den Juni. „Wer gut sein will, muss halt leiden. Die Krafteinheiten haben uns bislang schon weit gebracht“, so der WM-Teilnehmer.

Obwohl Teetz noch keinen Trainingsplan erstellt hat, bleibt seine Philosophie bestehen. Auch in der kommenden Saison will der Coach jedes Spiel gewinnen, während er weiter auf die Altersmischung im Team setzt. Zwar sind bislang weder Zu- noch Abgänge bekannt, ein paar Spieler will Teetz jedoch definitiv aus der Jugend hochholen. Bei der Auswahl dürfte der Trainer die Qual der Wahl haben, da die Floorballsparte in Eiche Horn boomt. Obwohl der Verein ein neues U-11 Training angesetzt hat, stehen einige Spielwillige noch immer auf Wartelisten, da die Hallenzeiten und Kapazitäten ihre Grenzen haben. Dennoch herrscht ein reger Zulauf, da sich der Erfolg zahlreicher Floorballmannschaften aus Eiche Horn bereits rumgesprochen hat. Zudem ist die Stimmung in der Berckstraße eine ganz besondere. Obwohl die Herren nur in der zweiten Liga spielen, ist die Halle bei Heimspielen oftmals voll und die Unterstützung lautstark. „Wir können uns unglaublich glücklich schätzen, ein so grandioses Publikum zu haben“, ehrt Teetz die Anhänger, die das ausgezeichnete Kollektiv der Mannschaft komplettieren und einen großen Teil zur erfolgreichen Saison der Horner Floorballer beitrugen.

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