Bremen-Liga Die zwei Klassen im Mittelfeld

Bremen. Auf den ersten Blick haben sie keine Probleme in dieser Bremen-Liga-Saison: Die Mannschaften zwischen den Plätzen sechs und elf gewinnen manchmal, und manchmal verlieren sie eben. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Mittelfeld der Liga aber eine Art Zweiklassengesellschaft.
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Von Stefan Freye

Bremen. Auf den ersten Blick haben sie keine Probleme in dieser Bremen-Liga-Saison: Die Mannschaften zwischen den Plätzen sechs und elf gewinnen manchmal, und manchmal verlieren sie eben. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Mittelfeld der Liga aber eine Art Zweiklassengesellschaft. Für die einen (Brinkum, Burg und dem FC Bremerhaven) geht es in der Rückrunde um eine möglichst gute Platzierung. Die anderen Teams (Habenhausen, Wulsdorf und Schwachhausen) sollten schnell noch ein paar Zähler einfahren, um nicht doch noch mal in Abstiegsgefahr zu geraten.

"Der Blick geht eher nach unten als nach oben", sagt Thomas Laesch, Trainer des TuS Schwachhausen, denn auch. Aus gutem Grund. Sein Team (11., 14 Punkte) liegt nur fünf Zähler vor den Abstiegsplätzen. Der Trainer war vor der Saison ohnehin skeptisch gewesen. Zu viele Leistungsträger hatte Schwachhausen an die ambitionierte Konkurrenz abgegeben, und dann begann die Spielzeit auch noch mit einem Faux-Pas.

Beim 2:0-Sieg in Melchiorshausen setzte der TuS einen gesperrten Spieler ein, und deshalb gingen die Punkte an den Gegner. "Daran hatten wir lange zu knabbern", so Laesch. Seine Elf erholte sich spät, aber wirkungsvoll. Dank der zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen der Hinrunde machte Schwachhausen viel Boden gut. Der Trainer zeigt sich also "zu einhundert Prozent" überzeugt vom Klassenerhalt. Auch wenn damit noch ein bisschen Arbeit verbunden ist.

Ähnlich dürfte es dem TSV Wulsdorf (10., 15 Punkte) ergehen. Die Abstiegszone ist in Sichtweite, aber mit einer konzentrierten Rückrunde sollte nichts mehr anbrennen. Die Bremerhavener zählt Laesch jedenfalls zu den "typischen Bremen-Liga-Teams, die mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden". Einen Trumpf hat der TSV Wulsdorf noch: Die Mannschaft hat als einzige der Liga erst 14 Spiele bestritten und deshalb noch ein, zwei Chancen mehr zu punkten. Verlassen kann sich Wulsdorf dabei auf die Defensive. Die 25 Gegentreffer entsprechen eher der Bilanz eines Spitzenteams.

Gefürchtete Heimstärke

Apropos: Selbst die Topmannschaften der Liga sind in der Vergangenheit äußert ungern zum Habenhauser FV (9., 16 Punkte) gefahren. In den vergangenen Monaten war von der gefürchteten Heimstärke des HFV allerdings nichts mehr zu sehen. Das Team um Trainer Bernd Otto belegt den letzten Platz der Heimtabelle, lediglich beim 0:0 gegen den Bremer SV gab es einen Punkt zu holen.

"Sie waren eigentlich immer sehr heimstark", wundert sich Laesch. Wer aber auf eigenem Platz verliert, und doch eine ordentliche Platzierung vorzuweisen hat, muss in der Fremde ziemlich erfolgreich antreten. Tatsächlich überwintert der HFV als Fünfter der Auswärtswertung. Stattlich fünf Siege gelangen in acht Partien. Darunter der höchste Erfolg der Hinrunde, dieser unglaubliche 14:1-Sieg beim FC Oberneuland II.

Angesichts der Heimschwäche der Habenhausener fehlen aber gleich fünf Zähler zum Tabellennachbarn FC Bremerhaven (8., 21 Punkte). Eigentlich wären es sogar noch viel mehr. Dem FCB waren vor der Saison nämlich neun Punkte abgezogen worden, da er seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Fußballverband nicht nachgekommen war. Angesichts dieser Hypothek ist die Platzierung der Seestädter beachtlich. Addiert man die vom Verband kassierten Punkte hinzu, belegt der FC Bremerhaven den sechsten Rang - mit Kontakt zur Ligaspitze.

"Von der Leistung her gehören sie in die Region um den 5. Platz", findet Thomas Laesch. Lediglich drei Niederlagen leistete sich der FCB in seinen 15 Spielen. Über eine wird man sich aber wohl auch im nächsten Jahr noch ärgern: Das Derby gegen den OSC ging mit 0:3 verloren. Auf eigenem Platz kann das Team in der Rückrunde Revanche üben.

Vielleicht fragt man beim FC Bremerhaven dann noch mal beim 1. FC Burg (7., 24 Punkte) nach wie das geht mit der Heimstärke. Der Aufsteiger aus Bremen Nord verdankt seine gute Platzierung nämlich vor allem der guten Bilanz auf eigenem Platz. Nur zwei von sieben Heimspielen gingen nicht an die Gastgeber aus Burg - ausgerechnet die Derbys gegen Blumenthal (2:5) und die SG Aumund-Vegesack (0:2). In den Heimspielen funktioniert die von Thomas Laesch attestierte "Aufstiegseuphorie" aber offenbar am besten.

Junges Team soll es richten

Von großer Euphorie konnte beim Brinkumer SV (6., 26 Punkte) vor der Saison dagegen keine Rede sein. Mit Trainer Klaus Gelsdorf verließ ein Großteil des Teams den Verein. Hauptsächlich junge Spieler sollten die Brinkumer auf Kurs halten. Das gelang angesichts des beachtlichen Tabellenplatzes ziemlich gut.

Mit dem neuen Trainer funktionierte es dagegen nicht wie gewünscht. Bereits im Herbst trennten sich die Wege von Holger Zander und dem Brinkumer SV wieder. Der einstige Co-Trainer Florian Leschnik übernahm das Team. Aber in Brinkum muss man jetzt schon wieder schauen: Aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen beim Klub aus Stuhr hat auch Leschnik sein Amt inzwischen schon wieder zur Verfügung gestelllt.

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