Bremen/Hastedt verkauft sich gegen Oberliga-Spitzenreiter Schwanewede teuer, verpasst aber dritte Pokalrunde – 19:22 Diese Niederlage ist ein Schritt nach vorn

Hastedt. 33 Minuten lang hatten die Verbandsliga-Handballer der SG HC Bremen/Hastedt an der dicken Überraschung geschnuppert. Der Einzug in die dritte Pokalrunde Niedersachsen/Bremens war für sie bei der 14:12-Führung zum Greifen nahe.
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Von Olaf Kowalzik

33 Minuten lang hatten die Verbandsliga-Handballer der SG HC Bremen/Hastedt an der dicken Überraschung geschnuppert. Der Einzug in die dritte Pokalrunde Niedersachsen/Bremens war für sie bei der 14:12-Führung zum Greifen nahe. Dann holte sie der Oberliga-Primus HSG Schwanewede/Neuenkirchen brutal auf den Boden der Tatsachen zurück. Die „Schwäne“ triumphierten am Jakobsberg mit 22:19 und stehen nun anstelle der Bremer am 9./10. Januar 2016 in der nächsten Runde. Hastedts Trainer Michael Krieter interessierte das kaum. „Für uns ist einzig und alleine die Punktspielrunde wichtig. Wir haben uns sehr teuer verkauft und einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.“

Wer weiß, welche Wendung die Partie genommen hätte, wenn der grippe- und fieberkranke Derk Marien nicht kurzfristig hätte absagen müssen? Der Zweimetermann ist zweifelsohne ein ganz wichtiger Routinier in Hastedts Angriff und Abwehr. Da die Gäste jedoch mit Mathias Fischer und Markus Kuhnt ebenfalls zwei wichtige Rückraumkräfte vermissten, waren die personellen Fronten ähnlich ausgeglichen wie das gesamte Spiel.

Doppelter Kempa-Trick

Nachdem sich der Verbandsliga-Zweite im ersten Pokalspiel locker mit 32:13 (14:7) gegen den Landesligisten TV Neerstedt II durchgesetzt hatte, begann er das erwartete Gruppenfinale gegen den Favoriten aus dem Landkreis Osterholz (27:17 gegen den Landesligisten SG Bremen-Ost) mit einem Paukenschlag. Gerade einmal fünf Minuten waren vergangen, als Marten Franke hoch in den Kreis zum Linksaußen Kai Wiezorrek spielte und der das Leder weiter auf seinen Bruder Jan auf Rechtsaußen passte: Ein sehenswerter Doppel-Kempa zum 4:1, da johlte selbst das erfolgsverwöhnte Hastedter Publikum.

„Das machen wir in jedem Spiel einmal. Daran sieht man, welch hohe spielerische Qualität diese Mannschaft hat“, schmunzelte der SG-Mann im Hintergrund, Thomas Gerster, zufrieden. Sein Gesicht hellte sich noch weiter auf, als der Linkshänder Lucas Jachens ein Wahnsinnsgeschoss aus der zweiten Reihe auf Schwanewedes Ex-Drittliga-Keeper Daniel Sommerfeld zum 6:2 abfeuerte (7.).

Als der Gäste-Trainer Malte Waldow flugs darauf eine Auszeit beantragte und Fabian Rojahn mit seinen langen Armen auf die nun weit vorgezogene Abwehrspitze beorderte, kippte allmählich das Spiel. „Uns fehlte danach auf der Königsposition die Abgeklärtheit“, sagte Krieter.

Will heißen, dass sein Team mit der offensiven Verteidigung gegen Marten Franke nicht mehr weiter klarkam. Das Angriffsdreieck Lucas Jachens (Halbrechts), Malte Thalmann/Hauke Ehmke (Halblinks) und Felix Fietze (Kreis) konnte die Schwaneweder Deckung nicht mehr so knacken, wie es gegen solch einen routinierten Gegner nötig gewesen wäre. „Schade, denn gerade gegen meine ehemaligen Mitspieler hätte mir natürlich ein Sieg noch mehr Spaß bereitet“, sagte Hastedts Schlussmann Luca Prieß. „Trotzdem hatten wir gut gespielt. Im Gegensatz zu uns konnte Schwanewede jedoch mit seinem 16er-Kader auch aus dem Vollen schöpfen.“

Das war zweifelsohne ein weiterer Punkt, durch den das Spiel zusehends kippte. Die Zuschauer durften zwar noch zwei weitere Hastedter Kempatreffer beklatschen (einmal Lucas Jachens auf Marten Franke, einmal genau umgekehrt), aber letztendlich nicht feiern. Beim 14:12 von Malte Thalmann hatte der Gastgeber fast seine komplette Angriffskraft verpulvert (33.), danach drehten die „Schwäne“ den Spieß zum 16:14 um (40.) und legten auf jeden Hastedter Angriffstreffer einen eigenen nach. Der Endspurt vom 19:18 zum 21:18 brachte schließlich die Entscheidung. „Meine Mannschaft hat eine gute Gesamtleistung gezeigt und wird auch aus dieser Niederlage die richtigen Lehren ziehen“, sagte Michael Krieter zufrieden. Am Sonntag steht bei ihm um 16 Uhr beim Schlusslicht FTSV Jahn Brinkum (KGS-Halle 1) wieder der Ligaalltag an.

SG HC Bremen/Hastedt: Prieß, Schweigart; K. Wiezorrek (2), Franke (7/1), Thalmann (9), J. Wiezorrek (10), Ehmke (5), Fietze (5), Stelzner (7), Jachens (5), Wilke (1), Wöltjen.

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