Fußball-Landesliga: Der ATSV Sebaldsbrück ist leicht abgerutscht, hält aber am Saisonziel fest "Drei steigen auf, warum nicht wir?"

Bremen. Was für eine Spielklasse: Nicht wenige Fußballfreunde finden, in der Landesliga ginge es viel spannender zu als in der Bremen-Liga. Denn während die Spitzenteams in der höchsten Klasse eigentlich nach ein paar Spieltagen feststanden und sich auch im Tabellenkeller nicht mehr allzu viel tut, geht es für die Landesligisten rauf und runter. Jetzt, da die Rückserie bereits begonnen hat, machen sich noch immer acht, neun Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf einen der voraussichtlich drei Aufstiegsplätze. Der ATSV Sebaldsbrück ist eine davon. Denn trotz des neunten Rangs fehlen lediglich acht Punkte zur Tabellenspitze.
08.03.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Was für eine Spielklasse: Nicht wenige Fußballfreunde finden, in der Landesliga ginge es viel spannender zu als in der Bremen-Liga. Denn während die Spitzenteams in der höchsten Klasse eigentlich nach ein paar Spieltagen feststanden und sich auch im Tabellenkeller nicht mehr allzu viel tut, geht es für die Landesligisten rauf und runter. Jetzt, da die Rückserie bereits begonnen hat, machen sich noch immer acht, neun Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf einen der voraussichtlich drei Aufstiegsplätze. Der ATSV Sebaldsbrück ist eine davon. Denn trotz des neunten Rangs fehlen lediglich acht Punkte zur Tabellenspitze.

Die Ostbremer geben ein ziemlich gutes Beispiel ab für die Schnelllebigkeit in der zweithöchsten Bremer Spielklasse. Im November, als 13 Partien absolviert waren, stand das Team von Cengiz-Fikri Cakir noch auf dem zweiten Tabellenplatz. Vier Niederlagen später findet man sich auf dem achten Rang wieder. Es waren die dicken Brocken, die dem ATSV einen Strich durch die Rechnung machten. Gegen Grolland (Platz 4., 2:3), bei Vatan (1., 0:5), Grohn (5., 2:4) und OT (7., 0:2) gab es nacheinander keine Punkte für Sebaldsbrück. Die Partien gegen die Mitkonkurrenten kamen aber auch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, denn sie trafen das Cakir-Team, als gerade sämtliche Stürmer ausfielen. Weil Torjäger Mustafa Celik und seine Kollegen verletzt zuschauten, mussten sogar Abwehrspieler im Sturm aushelfen. "In einigen Partien konnten wir mithalten, aber wir haben diese Spiele insgesamt in der Offensive verloren", erklärt der Trainer. Er hat mittlerweile wieder alle Kicker an Bord und mit

Gökhan Deli (TB Uphusen) sowie Mohammed Eryilmaz (U19 VfB Oldenburg) noch zwei weitere Spieler verpflichtet. Am Saisonziel soll sich deshalb auch nichts ändern. "Es werden drei Mannschaften aufsteigen, warum nicht wir", so Cakir.

Die Vorbereitung gibt durchaus Anlass zum Optimismus. Nicht nur, weil stetig 20, 21 Spieler am Training teilnahmen. Auch die Testspiele verliefen zur Zufriedenheit. Gegen den Bremen-Ligisten Habenhauser FV holte der ATSV einen 4:1-Sieg, und der TuS Komet Arsten (4:3) sowie Eiche Horn (7:1) wurden ebenfalls bezwungen. Selbst die knappe 2:3-Niederlage gegen den Bremer SV kann man als Erfolg verbuchen. "Aber es bleiben Testspiele", warnt Cengiz-Fikri Cakir vor allzu großer Euphorie. Erst im Ligaalltag wird sich zeigen, wie ernst die Ambitionen sind. Aber selbst wenn es in diesem Sommer nicht klappt, wird man nicht aufgeben beim ATSV Sebaldsbrück.

"Hier passiert etwas", sagt Cakir nicht ohne Stolz. Sein Verein ist seit Jahren für eine gute Nachwuchsarbeit bekannt. Alle Junioren-Leistungsteams - von der C- bis zur A-Jugend - treten in der Verbandsliga an. Dort spielt man - analog zu Werder und all den anderen Profiklubs - stets jenes System, dass auch Cakir und sein erfahrener Co-Trainer Issam Jaiibi ihrer Mannschaft vor Jahren verordnet haben: ein 4-4-2. Von der zweiten Mannschaft hört man ebenfalls viel Gutes. "Sie stehen vor dem Aufstieg in die Bezirksliga", sagt Cakir. Es erleichtere seine Arbeit, dass auch in der Reserve ordentliche Arbeit geleistet werde. Und wenn der Zweiten tatsächlich der Sprung in die dritthöchste Bremer Spielklasse gelingen sollte, hätte dies auch positive Auswirkungen auf die erste Mannschaft. "Dann wächst dort der Druck."

Dass der ATSV allerdings so gut dasteht, ist angesichts der Bedingungen schon ein kleines Wunder. Zwar lobt der Trainer die "schöne Anlage" in Sebaldsbrück, und tatsächlich sind die Plätze von reichlich Grün umgeben. Aber es sind eben nur deren zwei, und das ist schon ziemlich wenig angesichts der vielen Mannschaften, die in diesem Klub Fußball spielen. Mit Senioren, Junioren und den Frauen summiert sich die Anzahl nämlich auf stattliche 28. Sie trainieren vorzugsweise auf dem neuen Kunstrasenplatz, da das benachbarte Naturgrün für die Pflichtspiele geschont werden muss.

Da kann es dann schon mal richtig eng werden. "Ich habe manchmal Probleme, den ganzen Platz zu nutzen", so Cakir. Er muss sich das Gelände immer wieder mit anderen Teams teilen, denn "jeder zahlt ja seinen Beitrag". Man würde sich freuen, wenn der Verein eines Tages einen dritten Platz bekäme, sagt der Trainer. So lange aber würde man eben im gewohnten Stil weitermachen. "Es läuft ja gut", sagt Cengiz-Fikri Cakir. Vielleicht besteht gerade darin auch die Krux des ATSV Sebaldsbrück: Von außen betrachtet sieht es so aus, als ob der Verein in jeder Hinsicht gut aufgestellt ist. Wer denkt da schon an weitere Fußballplätze?

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