Fördermittel für gemeinnützige Vereine

Bewässerung vom Sofa aus möglich

Die im Juni 2020 gegründete Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt fördert großzügig Vereinsprojekte. In Bremen haben davon unter anderem der Bremer TC von 1912 und der SV Huchting profitiert.
12.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Bewässerung vom Sofa aus möglich
Von Jörg Niemeyer

Marcel Meggeneder nennt es sein „Förderradar“. Gemeint ist die Aktivität, mit der das Vorstandsmitglied des Bremer Tennis-Clubs von 1912 (BTC v. 1912) Ausschau hält nach Fördermitteln, von denen sein Verein profitieren könnte. Der BTC hat gerade sehr profitiert. Meggeneder und der Platzwart der Anlage an der Biermannstraße, Carsten Kalkert, präsentieren die jüngste Errungenschaft des BTC: die digital gesteuerte Sprinkleranlage. Wo in der vergangenen Saison die Spieler noch selbst Hand anlegen und die Platzbewässerung per Schlauch vornehmen mussten, geht es inzwischen per Tablet-PC oder Handy-App.

Am Platz selbst kann die Bewässerung auch noch per Knopfdruck ausgelöst werden – möglich ist das aber jetzt auch jederzeit aus der Ferne, notfalls vom Sofa aus. „Das ist viel komfortabler“, sagt Marcel Meggeneder, „vor allem aber hilft es, die Güte unserer Plätze zu sichern.“ Und der Clou: 90 Prozent der Kosten in Höhe von etwa 3000 Euro hat die im Juni 2020 gegründete Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) mit Sitz in Neustrelitz beigesteuert. Meggeneder, im BTC-Vorstand zuständig für das Ressort Entwicklung, lobt die unbürokratische Zusammenarbeit mit der DSEE. „Sie hat nach der Maßnahme sogar nachgefragt, ob alles in Ordnung ist“, sagt Meggeneder.

Neues WLAN für Huchtings Schützen: Auch Klaus-Peter Aldag schätzt die Dienste der DSEE. Aldag gehört als Bogensportleiter zum Vorstand des Schützenvereins (SV) Huchting. Er ist dort für die EDV verantwortlich und auch stellvertretender Jugendleiter des SV. In dieser Funktion weiß Aldag nur zu gut, wie sehr gerade der Nachwuchs ein funktionierendes WLAN einfordert – also ein kabelloses Netzwerk, um ins Internet zu gelangen. Das verbesserte WLAN wird dem Verein auch dabei helfen, das sogenannte Vereinsnachweisbuch zu führen. Weil Schützenvereine Waffen haben, müssen sie dem Stadtamt Bremen regelmäßig Auskünfte geben. Digitale Datenpflege und -übermittlung sind einfacher als manuelle. Knapp 5000 Euro hat es gekostet, damit der SV Huchting technisch so auf Stand ist, dass er in allen Räumlichkeiten einen stabilen Zugang ins Internet hat. Auch hier hat die DSEE 90 Prozent der Kosten übernommen. Kein Wunder, dass ­Aldag sagt: „Wir sind der Stiftung so dankbar.“


Was ist die DSEE?

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt ist als öffentlich-rechtliche Stiftung ein gemeinsames Vorhaben des Bundesfamilien-, des -innen- und des -landwirtschaftsministeriums, die für 2021 jeweils zehn Millionen Euro, also 30 Millionen Euro, an Haushaltsmitteln zur Verfügung stellen. Die DSEE wird geführt von zwei Vorständen: Katarina Peranić und Jan Holze, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Sportjugend. Derzeit, so Holze, habe die noch im Aufbau befindliche Stiftung 20 Mitarbeiter – perspektivisch sollen es 75 werden. Die DSEE wird beaufsichtigt von einem prominent besetzten 19-köpfigen Stiftungsrat mit den drei beteiligten Bundesministerinnen und -ministern an der Spitze, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds, Alfons Hörmann, und Vertretern bundesweit tätiger Organisationen und Verbänden.


Was macht die DSEE?

Die Stiftung versteht sich auf Bundesebene als Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema Ehrenamt. Das gelte nicht nur für Sport-, sondern beispielsweise auch für Heimatvereine. „Die Stiftung sieht sich auch als Bindeglied zwischen ehrenamtlich Tätigen und staatlicher Verwaltung“, sagt Jan Holze. Die DSEE fördert Antragsteller nicht nur in Form von finanziellen Mitteln, sondern vor allem auch in Form von Qualifikationen und mit Beratung. Sie hat Veränderungen des Ehrenamts, auch in gesetzlicher Hinsicht, im Blick und versteht sich als Ratgeber für Hilfesuchende. „Wir wollen so einfach wie möglich unterstützen“, sagt der 40-Jährige, „aber bei unseren Mitteln handelt es sich natürlich immer um Steuergelder.“


Wer kann Unterstützung beantragen?

"Gerade in der Corona-Zeit ist die Digitalisierung zu einer Kernaufgabe der Vereine geworden", so Jan Holze weiter. Bereits kurz nach der Gründung der DSEE haben viele gemeinnützige Vereine wie der Bremer TC v. 1912 und der SV Huchting die Chance genutzt, ihre digitale Infrastruktur zu verbessern. Aber auch Einrichtungen wie der Förderverein für junge Musiker aus Deutschland und Polen, der AWO Kreisverband Hansestadt Bremen oder das Neue Museum Weserburg Bremen sind von der DSEE finanziell unterstützt worden. "Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist für uns ausschlaggebend", so Jan Holze. "Wir wollen jedoch auch für alle anderen Engagierten mit Rat und Tat zur Seite stehen.“


Wie ist die DSEE zu erreichen?

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat ihren Sitz in der Woldegker Chaussee 35 in 17235 Neustrelitz. Sie ist
zu erreichen telefonisch unter der Nummer 0 39 81 / 217 43 00 und per E-Mail unter
hallo@d-s-e-e.de. Die Adresse der Homepage lautet www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de.

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