Bundesliga Düsseldorf hofft auf Wildcard - Insolvenz möglich

Düsseldorf. Sportlich aus der Basketball-Bundesliga (BBL) abgestiegen, finanziell vom Aus bedroht - gigantisch sind bei den Giants Düsseldorf nur noch die Probleme. Zwei Jahre nach dem Umzug aus Leverkusen kämpft der rheinische Club ums Überleben, in welcher Liga ist offen.
28.04.2010, 13:21
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Düsseldorf. Sportlich aus der Basketball-Bundesliga (BBL) abgestiegen, finanziell vom Aus bedroht - gigantisch sind bei den Giants Düsseldorf nur noch die Probleme. Zwei Jahre nach dem Umzug aus Leverkusen kämpft der rheinische Club ums Überleben, in welcher Liga ist offen.

«Die Insolvenz ist eine Option, die aber bestimmt nicht empfehlenswert ist. Vielleicht wäre es die Möglichkeit, einen Schnitt und einen Neuanfang zu machen mit komplett neuen Rahmenbedingungen und Arbeitsverträgen», sagte Giants-Geschäftsführer Claudio Di Padova der Nachrichtenagentur dpa nach der entscheidenden 71:72-Niederlage gegen BG Göttingen.

Trotz aller Sorgen hat Düsseldorf allerdings nicht die Hoffnung aufgegeben, über ein «Hintertürchen» (Di Padova) einen Neuaufbau in der Pro A (2. Liga) zu vermeiden. Da Cuxhaven als sportlicher Aufsteiger nicht in die BBL will, könnte die Liga eine Wildcard ausschreiben. «Möglich ist das. Aber das kostet uns wieder 100 000 Euro und wir haben nicht gerade Geld über», sagte Di Padova. Wie sich die Liga genau zusammensetzen wird, ist derzeit aber unklar. «Das Ziel ist wieder mit 18 Mannschaften anzutreten, aber das kann man jetzt noch nicht prognostizieren», sagte ein BBL-Sprecher.

Es gibt drängendere Probleme für Düsseldorf als die Suche nach 100 000 Euro. Der Etat für diese Saison ist noch nicht gedeckt - im Gespräch sind mehr als 300 000 Euro, die fehlen. Da es auch an fixen Sponsorenzusagen für die Zukunft mangelt, hatte die Liga die Lizenz für die kommende Spielzeit nur mit harten Bedingungen erteilt. «Die Gespräche verzögern sich in einer Sache leider», sagte Di Padova. Bis zum 15. Mai muss Düsseldorf «eine Unterschrift von einem größeren Partner» vorlegen. Auch die Stadt zögert noch mit ihrem Zuschuss.

Giants-Gesellschafter Otto Reintjes hielt hingegen seine Kritik an der Mannschaft nicht lange zurück. «Die Motivation und Einstellung haben häufig nicht gestimmt», sagte der langjährige Basketball-Funktionär. Zu selten zeigte das Team ein Aufbäumen wie im letzten Saisonspiel, als Koko Archibong gegen Göttingen drei Sekunden vor Ende einen «Dreier» verfehlte und somit den Sieg vergab. Und auch der sichtlich konsternierte Coach Hansi Gnad lieferte einen Einblick in die Identifikation der Profis: «Die meisten wissen, was gerade passiert. Ob sie die Konsequenzen erahnen, für uns, für die Stadt, für den Verein, das weiß ich nicht.» (dpa)

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