Werder unter den besten vier Teams Ein historischer Triumph für Werders Tischtennis-Team

Werders Tischtennis-Mannschaft erreicht nach einem 3:0 in Fulda zum zweiten Mal die Play-offs. Jetzt wahrscheinlich gegen Saarbrücken. Termine stehen noch nicht fest
08.03.2020, 19:39
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Ein historischer Triumph für Werders Tischtennis-Team
Von Mathias Sonnenberg

Am Ende eines überaus erfolgreichen Nachmittags griff Cristian Tamas ganz tief in die Kiste der Emotionen. „Ich bin einfach nur glücklich und stolz auf unsere Mannschaft. Das ist jetzt schon großartig, was wir in dieser Saison geschafft haben“, sagte Werders Bundesliga-Coach. Und um all das einzuordnen, genügt ein kleiner Blick in die Historie von Werders Tischtennisabteilung. Seit 2005 – mit einer einjährigen Unterbrechung – ist Werder Bremen erstklassig. Jetzt, 2020, gelang das zweite Mal der Sprung in die Play-offs. Das ist schon als Coup zu bezeichnen, was die Männer um Tamas da am Sonntag in Fulda vollbracht haben.

Es war am Ende keine Zitterpartie, das 3:0 beim TTC Fulda Maberzell. Okay, spannend war es, was Kirill Gerassimenko da in den fünf Sätzen mit seinem Gegenüber Tomislav Pucar veranstaltete. 0:2 lag er nach Sätzen zurück, aber was sich dann an der Platte in der Wilmington-Halle vor über 700 Zuschauer abspielte, „steht schon ein bisschen stellvertretend für die ganze Saison“, fand Tamas später. Denn Gerassimenko fügte sich nicht in eine Niederlage, die sich da anbahnte. Nein, er kämpfte um jeden Ball, spielte aggressiv und war plötzlich wieder im Match. Den dritten Satz gewann er, im vierten wehrte er zwei Matchbälle ab und triumphierte im fünften Satz 13:11. Das mit diesem Spiel der Sieg und die vorzeitige Qualifikation für die Play-offs gelang, ist bezeichnend für die Saison der Werderaner.

Schon am Sonnabend waren sie nach Fulda gereist, hatten sich am Nachmittag in der Halle eingespielt und auch ein bisschen eingeschworen auf den vorletzten Auftritt in der Bundesliga. Und dann lief es so, wie es sich das Gespann aus Trainer Tamas und Teamchef Sascha Greber vorgestellt hatte. Hunor Szöcs hatten sie auf Position zwei gestellt. Eine richtige Entscheidung, wie sich dann im Match gegen Fuldas Ruwen Filus zeigen sollte. Der Bremer verlor zwar den ersten Satz, aber war trotzdem schnell präsent. Den zweiten Satz brachte er knapp nach Hause, die Durchgänge drei und vier dann souverän. Sein Trainer Tamas ahnte da schon, dass es klappen könnte mit dem Auswärtssieg. „Hunors Sieg war wichtig, da waren wir gleich in der Spur. Ich hatte da schon ein gutes Gefühl.“ Bremens Weltklassespieler Mattias Falck hatte im zweiten Spiel dann leichtes Spiel. Gegen Fan Bo Meng triumphierte er glatt in drei Sätzen. Und legte somit die Basis für den 15. Saisonsieg.

Teamchef Greber sprach nach dem Spiel vom zweitgrößten Erfolg der Bundesliga-Historie. Klar, beim ersten Einzug in die Play-offs 2013 war den Bremern gleich der ganz große Triumph gelungen, der Meistertitel. Daran aber will bei Werder nun niemand denken. „Die anderen Teams aus Saarbrücken, Düsseldorf und Ochsenhausen sind einen Tick besser als wir“, sagt Greber. Aber was heißt das schon? In der Liga haben die Bremer Tabellenführer Saarbrücken zweimal bezwungen. Bleiben die Bremer auch nach dem letzten Spieltag (wird am 22. März gespielt) Vierter und Saarbrücken Erster, heißt der Gegner in den Alles-oder-Nichts-Spielen – Saarbrücken. „Wär' doch gar nicht so schlecht“, findet Tamas, schließlich habe man ja gezeigt, dass man gegen die Saarländer bestehen könne. Rechnerisch ist für Werder sogar noch Rang drei möglich. Aber dafür müsste der Club am letzten Spieltag 3:0 gegen Grenzau gewinnen und Ochsenhausen 0:3 gegen Mühlhausen verlieren. Unrealistisch ,sagt auch Tamas.

Und der Rest ist jetzt nur noch Schaulaufen? Kaum zu glauben, dass ein Mattias Falck sich damit zufrieden geben würde. Der Schwede ist aktuell die Nummer acht der Welt und war vor der Saison Werders Königstransfer. Einzig Szöcs war übrig geblieben in einer Mannschaft, die von Tamas und Greber ansonsten runderneuert wurde. „Die Jungs sind zu einer echten Mannschaft zusammen gewachsen“, findet Greber, da stehe der eine für den anderen ein. Wo das jetzt im April enden wird, ist offen. Wie die ganzen Play-off-Termine, die durch Absagen im Welt-Tischtennis-Kalender ungeklärt sind. Die Weltmeisterschaft ist abgesagt, weitere Turniere könnten folgen, schuld ist der Corona-Virus. Immerhin sind die vier Play-off-Teams in die Terminabstimmung des Deutschen Tischtennis-Bundes eingebunden. „Aber wann gespielt wird, kann ich derzeit nicht genau sagen“, meint Greber.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+