Bremer Rennverein

Ein letzter Renntag in der Bremer Vahr

Am Karfreitag, 30. März, richtet der Bremer Rennverein auf der Galoppsportanlage in der Bremer Vahr tatsächlich nochmal einen Renntag aus. Es wird die letzte Veranstaltung dieser Art sein. Nach 160 Jahren ist Ende März Schluss, definitiv.
07.02.2018, 17:16
Lesedauer: 3 Min
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Ein letzter Renntag in der Bremer Vahr
Von Frank Büter
Ein letzter Renntag in der Bremer Vahr

Blick auf die Galopprennbahn.

Studio B Bremen

Einmal laufen sie noch. Ein allerletztes Mal. Am Karfreitag, 30. März, richtet der Bremer Rennverein auf der Galoppsportanlage in der Bremer Vahr tatsächlich nochmal einen Renntag aus. Es wird die letzte Veranstaltung dieser Art sein. Nach 160 Jahren ist Ende März Schluss, definitiv. „Für uns wird es der letzte Renntag sein“, sagt Frank Lenk, Vorstandsmitglied und Sprecher des Bremer Rennvereins, gegenüber dem WESER-KURIER. Zwar bedauere man nach wie vor, „dass absehbar keine weiteren Rennen mehr möglich sind“, so Lenk, aber nun sorge man zumindest für die Klarheit, die in dieser Angelegenheit lange gefehlt und in der Öffentlichkeit für Rätselraten gesorgt habe.

Der abschließende Renntag in der Vahr soll unter dem großen Motto „Abschied“ stehen. „Wir wollen allen Galoppsportfreunden und Unterstützern damit die Gelegenheit geben, sich von dieser traditionsreichen Sportart und dem Standort zu verabschieden“, sagt der Vereinssprecher. Es solle ein fröhlicher Abschied werden, ergänzt Lenk. Ein großer Event mit einem Top-Programm, guten Starterfeldern und einer Vielzahl von Rennen.

Termin bereits fest im Jahreskalender des deutschen Galopprennsports verankert

Bei der Dachorganisation German Racing in Köln ist dieser Termin bereits fest im Jahreskalender des deutschen Galopprennsports verankert. Wie in vielen, vielen Jahren zuvor wird damit in der Bremer Vahr also ein letztes Mal offiziell die grüne Saison für das gesamte Bundesgebiet eröffnet – und gleichzeitig das letzte Kapitel in der langen Galoppsporthistorie des Rennvereins geschrieben.

Nach Bekanntwerden der Bebauungspläne und der Kündigung des Pachtvertrages seitens der Stadt Bremen zum Jahresende 2017 hatte der Traditionsverein aus der Bremer Vahr zwei Jahre intensiv um den Erhalt der Sportstätte gekämpft und zuletzt auch wirtschaftlich um die Ausrichtung jedes einzelnen Renntages gerungen. Und auch darum, im Gespräch mit der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) zumindest bis zum noch nicht absehbaren Baubeginn eine Zwischenlösung für das Areal zu finden, um bis zum Anrollen der ersten Bagger weitere Renntage austragen zu können.

Ein Versuch, der bekanntlich scheiterte und darin gipfelte, dass die Stadt Bremen im August letzten Jahres in Züchter Landolf von Kürten einen neuen Betreiber für die Rennbahn präsentierte. Gestütsleiter von Kürten nutzt aktuell die Bahn, um dort seine Pferde zu trainieren. Und er hat sich für die Zeit der Zwischenlösung verpflichtet, die Anlage zu pflegen. Damit war der Rennverein endgültig raus und musste vertragsgemäß die Räumlichkeiten zum Jahresende 2017 aufgeben.

Die Ungewissheit über die Zukunft des Galoppsports in Bremen nerve ihn, hatte Frank Lenk noch am Rande des „Erntedank-Renntages“ am 22. Oktober letzten Jahres gesagt. Es war der vierte und zugleich letzte Renntag im Kalenderjahr 2017 – ob es indes auch tatsächlich der letzte in der 160-jährigen Geschichte des Klubs war, blieb an dem Tag offen. „Wir wollten uns aber nicht einfach sang- und klanglos verabschieden“, sagt Lenk. Vielmehr sei es ausdrücklicher Wunsch der Vereinsmitglieder und des Vorstandes gewesen, für einen würdigen Abschluss zu sorgen.

„Es soll ein Abschiedsfest werden“

Dieser Abschluss ist nun also – in Absprache mit dem aktuellen Pächter von Kürten und der WFB – geplant, terminiert und durch Sponsoren abgesichert. „Es soll ein Abschiedsfest werden“, sagt Frank Lenk. Und man erhoffe sich einen riesigen Zulauf an Besuchern. So wie beim swb-Renntag im Juni 2017 oder auch am Karfreitag vor Jahresfrist, als der Bremer Rennverein mit jeweils 5200 Zuschauern einen neuen Besucherrekord vermeldete.

Wie es nach diesem großen Finale mit dem 1857 von hanseatischen Kaufleuten gegründeten Verein weitergeht? Frank Lenk weiß es nicht, stellt aber fest: „Der Rennverein löst sich ja nicht automatisch auf, nur weil es die Sportstätte nicht mehr gibt.“

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