Basketballer gestalten den Sportunterricht Eisbären Bremerhaven besuchen Bremer Grundschule

Bremen. In der Aula der Grundschule Delfter Straße in Huchting hängt ein großes Plakat der Eisbären Bremerhaven. Doch das ist noch nicht alles: Am Dienstag haben einige Profis des Basketball-Klubs der Schule einen Besuch abgestattet und sogar die Sportstunde geleitet.
23.02.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Miriam Keilbach

Bremen. Ein Raunen geht durch die Sporthalle der Grundschule Huchting. 400 Schüler sitzen auf dem Boden, einige fangen an zu klatschen, die anderen stimmen mit ein. Andrew Drevo, eigentlich Basketballer bei den Eisbären Bremerhaven, hatte gerade die Frage beantwortet, wie groß er ist. Und zum Beweis stellt sich der 2,03-Meter-Mann neben den fragenden Jungen.

In der Aula der Grundschule Delfter Straße in Huchting hängt ein großes Plakat der Eisbären Bremerhaven, das auf das Spiel am 13. März in der Bremen Arena hinweist. Eisbären in der Schule heißt das Motto noch bis Freitag. Für eine Woche hat Eisbären-Nachwuchstrainer Dejan Stojanovski den Sportunterricht der Schüler übernommen - mit dem großen Highlight am Dienstag. Kapitän Jan Lipke und der amerikanische Flügelspieler Andrew Drevo sind für zwei Schulstunden in die Sporthalle gekommen, um alle 400 Schüler zu treffen.

Mit großen Augen sitzen die Kinder auf dem Boden und stellen den Profis Fragen. Wie schwer seid ihr? Wird man vom Basketballspielen groß? Ist Andrew der Einzige im Team, der Englisch spricht? Und wie lernt man, so hoch zu springen? Längst nicht alle Kinder können ihre Fragen loswerden. Unterbrochen werden die Antworten von Aktionen der Sportler: Kann man mit 1,92 Metern den Korb berühren? Lipke und Drevo machen es vor und heben die Schüler in die Luft, damit sie treffen können. Im dritten Versuch erzielt Conor zwei Punkte und bleibt danach am Korb hängen - wie ein Profi. Lipke hängt sich derweil an die Sprossenwand, "so habe ich mich früher an die Tür gehängt, das streckt."

Die Botschaft, die hinter der Aktion steckt: "Viel trainieren und Sport machen, denn Sport ist gesund", sagt Lipke vor versammelter Mannschaft, ehe ein kleines Spiel angepfiffen wird: Drevo und Lipke gegen rund 20 Vertreter aus allen Klassen. Das Mini-Team schafft sogar den 2:2-Ausgleich. "Es war echt zu schwer gegen die beiden", erzählt die neunjährige Melissa.

"Macht Sport, das ist gesund!"

Am Spielfeldrand stehen die restlichen Schüler und Lehrer. "Heute verknüpfen wir Leben und Schule - und das mit allen Schülern unserer Schule", sagt Lehrerin Silke Reichert, die lautstark mitfiebert. "Die Kinder jubeln für alle. Das zeigt, dass sie sozial kompetent sind." Ähnlich äußert sich Schulleiterin Nikola Schroth: "400 Kinder in einem Raum - und die Stimmung ist super. Die Vorstellung ist sehr kindgerecht." Erfreut war auch Lipke: "Die Kids sind begeistert, und das ist doch super", sagt er. "Ich war auch mal klein und fand die Profis toll - und Basketball ist besser, als man manchmal denkt."

Dann geht die Trainingsstunde in die nächste Runde. Rund 20 Kinder treten mit den Profis zum Körbewerfen an. Wer trifft, bleibt im Spiel. Am Ende sind noch Michael, Nicole, Drevo und Sportlehrer Benjamin Lauckner, für den es am meisten Applaus und sogar Sprechchöre gibt, übrig. Jeder Treffer wird frenetisch bejubelt. Drevo vergibt als Erster, als er sich zwischen die Meute stellt, die aufsteht und klatscht, und aus rund 25 Metern wirft. "Ich wünsche mir, in der Halle wäre es so laut", kommentiert Lipke lachend.

Michael gewinnt das Spiel, als Prämie bekommt er ein signiertes Poster. "Ich wusste nicht, dass ich so gut bin im Basketball, auch wenn ich im Körbewerfen oft treffe", sagt der Sieger. "Ich habe wirklich Lust, mir mal ein Spiel anzusehen. Hoffentlich erlaubt es meine Mama." Nach einigen Tricks der Profis - Lipke stellt sich hinter den Korb und wirft, Drevo wirft mit verbundenen Augen - stehen noch Klassenfotos auf dem Plan. Zwischendurch werden immer wieder Kinderhände abgeklatscht. Und am Ende klopft sogar der Hausmeister an und bittet um ein Foto.

Werfen mit verbundenen Augen

Der Tag ist nicht alles, noch bis Freitag wird es Stojanovskis Aufgabe sein, die Kinder vom Sport zu begeistern. "Wir wollen den Basketball und die Eisbären bekannter machen", sagt er. Für die Grundschule Delfter Straße hat er viel Lob: "Die Kinder hier sind echt sportlich." Außerdem schaut er auch nach potenziellem Nachwuchs. "Ob aus einem Achtjährigen mal ein Basketballer wird, kann ich natürlich nicht sehen. Aber ich sehe Körpergröße, Kraft und Talent der Kinder." Zudem hilft er den Lehrern, Basketball im Unterricht zu vermitteln. Diese wollen der Sportart mehr Raum geben. "Wir haben mit dem TuS Huchting Kontakt aufgenommen, weil wir gern am Nachmittag eine Basketball-AG anbieten wollen", erklärt Schulleiterin Schroth.

Gegen 9.15 Uhr leert sich die Halle langsam. Lipke und Drevo müssen sich zwar beeilen, um noch rechtzeitig zum Krafttraining nach Bremerhaven zu kommen, für ein paar Autogramme ist aber noch Zeit. Die Schulleiterin, die die Aktion selbst angeleiert hat, ist sich sicher: "Das ist ein Tag, den die Kinder nie vergessen werden."

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