Basketball-Bundesliga Eisbären Bremerhaven planen ein drittes Heimspiel in der ÖVB-Arena

In der Regel tragen die Eisbären Bremerhaven ihre Heimspiele in der Bremerhavener Stadthalle aus. Zweimal pro Saison allerdings treten die Eisbären in der ÖVB-Arena an. In der kommenden Saison könnte es noch ein Spiel mehr werden.
29.06.2015, 00:00
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Eisbären Bremerhaven planen ein drittes Heimspiel in der ÖVB-Arena
Von Marc Hagedorn

Eisbärenkäfig nennen die Bremerhavener Bundesliga-Basketballer ihre Stadthalle. Dort bestreiten sie den Großteil ihrer Heimspiele. Zweimal pro Saison allerdings brechen die Eisbären aus. Dann ziehen sie rund 50 Kilometer südlich in die ÖVB-Arena nach Bremen um. Wie es aussieht, erhöhen die Basketballer die Zahl ihrer Gastspiele in Bremen künftig von zwei auf drei. Die Geschäftsführung der Eisbären diskutiert die Idee gerade und ist auch schon dabei, sich die Zustimmung der Fans und Sponsoren zu holen.

Zu Monatsbeginn hatten sämtliche Sponsoren und Dauerkartenbesitzer von den Eisbären Post bekommen. Inzwischen haben so viele Fans und Sponsoren einen entsprechenden Fragebogen beantwortet, dass die Geschäftsführung ein relativ klares Bild hat. Demnach wären 44 Prozent der Eisbären-Anhänger mit einem dritten Heimspiel einverstanden, sieben Prozent geben sogar an, dass es in Zukunft ruhig bis zu vier Heimspiele in Bremen geben dürfte. Noch deutlicher pro Bremen positionieren sich die Sponsoren des Vereins: Hier sagen 71 Prozent Ja zu einem regelmäßigen dritten Auftritt in Bremen.

Auch wenn die Eisbären-Macher diese Zahlen öffentlich noch nicht bewerten wollen, ist klar: Sie passen ihnen gut ins Konzept. Denn rein betriebswirtschaftlich führt an einem dritten Heimspiel in Bremen im Grunde kein Weg vorbei. 9000 bis 10 000 Fans sind bei den Spielen in der ÖVB-Arena jedes Mal dabei, das macht fast 20 000 Besucher pro Saison. Um auf diese Zahl in der heimischen Stadthalle zu kommen, sind – je nach Attraktivität der Gegner – fünf bis sechs Heimspiele notwendig. Finanziell also lohnen sich die Bremen-Ausflüge für den Klub ganz erheblich.

Die Eisbären stehen auch unter Zugzwang. Die Bundesliga setzt Jahr für Jahr mehr Geld um, die Etats der Konkurrenz wachsen, da müssen vor allem die kleineren Klubs wie die Eisbären erfinderisch sein. In der Etat-Rangliste liegt Bremerhaven im unteren Drittel, mit schätzungsweise rund drei Millionen Euro können die Eisbären-Manager arbeiten. Klubs wie Alba Berlin, die Bayern und der neue Deutsche Meister Bamberg verfügen über Budgets, die deutlich über zehn Millionen Euro liegen. Oldenburg hat mindestens doppelt so viel Geld wie Bremerhaven zur Verfügung, und Bonn und Ulm haben sich mit neuen und eigenen Hallen immer weiter von den Eisbären entfernt. Auch Frankfurt rüstet nach einer Schwächephase neuerdings wieder auf.

Wie wichtig Zuschauereinnahmen sind, hat gerade erst das Beispiel der Artland Dragons gezeigt. Die Quakenbrücker, ein Jahrzehnt lang ein Team für das obere Drittel der Bundesliga- und Geldtabelle, haben sich zurückgezogen. Der Hauptsponsor wollte nicht mehr, weil ihm die Perspektiven fehlten. Zwar ist seit Jahren jedes Heimspiel der Dragons ausverkauft, aber mit einer Halle, die nur Platz für 3000 Fans bietet, ist Bundesliga-Basketball offenbar ein Zuschussgeschäft.

Die Eisbären haben das Glück, in der Nachbarschaft eine große Halle vorzufinden. Trotzdem sind die regelmäßigen Ausflüge nach Bremen nicht ohne. Viele Fans beäugen die engen Beziehungen zu den Arena-Chefs in Bremen mit Misstrauen. Sie befürchten einen schleichenden Abgang. Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen nimmt den Fans diese Sorgen. Er sagt: „Die Bremerhavener Stadthalle bleibt unser Zuhause und die sportliche Heimat und Basis der Eisbären.“

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