Basketball-Bundesliga Eisbären fokussieren sich auf Freitag

Die Saison läuft für die Bremerhavener überhaupt nicht gut. Der Druck im Abstiegskampf wird größer. Nun kommt mit Schlusslicht Tübingen ein Gegner, gegen den die Eisbären unbedingt gewinnen müssen.
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Von Marc Gogol

Bremen. Fast drei Wochen hatten die Eisbären Bremerhaven jetzt Zeit, sich von der Serie knapper Niederlagen zu erholen und sich auf das Kellerduell in der Basketball-Bundesliga gegen die WALTER Tigers Tübingen vorzubereiten. Vor dem so bedeutsamen Spiel am Freitag um 19 Uhr in der Stadthalle Bremerhaven gab Eisbären-Geschäftsführer Arne Woltmann während eines Bremen-Besuchs Einblicke in die sportliche und atmosphärische Lage beim Tabellenvorletzten und warb gleichzeitig schon mal für das nächste Hanse-Game in der ÖVB-Arena am 6. Januar gegen die Oettinger Rockets aus Gotha.

„Die Stimmung bei uns ist schon bedrückend, aber nicht hoffnungslos“, sagt Arne Woltmann, der in diesen Tagen viele Dinge erledigen muss, die bei einem sagen wir mal: relativ normalen Saisonverlauf anders abzuwickeln wären. Wichtig ist für ihn vor allem, am Freitagabend die Stadthalle Bremerhaven recht voll zu bekommen. „Wir müssen die Fans animieren, zu uns zu kommen und eine tolle Heimatmosphäre zu schaffen“, beschreibt der 43-jährige seine Hauptaufgabe.

„Die Unterstützung der eigenen Mannschaft kann manchmal den Ausschlag geben. Und auch einem Kellerduell in der Liga gebührt ein guter Rahmen.“ Der Zuschauerschnitt der Eisbären liegt nach den bisherigen drei Heimpartien in Bremerhaven und dem Bremer Spiel Ende Oktober gegen den FC Bayern München bei rund 3500. Das wäre für die anstehende Partie gegen Tübingen schon eine adäquate Resonanz, allerdings spielen die Fischtown Pinguins in der benachbarten Eishalle parallel zu den Eisbären gegen die Düsseldorfer EG.

Ein Hingucker, der neugierig machen sollte, ist mit Sicherheit die Neuerwerbung der Eisbären, der US-Amerikaner Tre Bussey. Seit Freitag vergangener Woche befindet sich der 26 Jahre alte Guard im Training mit der Mannschaft und hat nach den Worten von Arne Woltmann in seinen ersten drei Trainingseinheiten schon mal den Impuls gegeben, den man sich von seiner Verpflichtung unter anderem erhofft hatte. „Als neuer Spieler mischt er die Karten in der Mannschaft neu. Alle wollen jetzt nochmal Gas geben“, hat Woltmann beobachtet.

Der Eisbären-Geschäftsführer unterstellt dem 1,90 Meter großen Allrounder „einen hohen Basketball-Sachverstand“ und freut sich darauf, am Freitag diese Qualität auch erstmals im Spiel beobachten zu können. Tre Bussey ist im übrigen nun der sechste Ausländer im Kader der Eisbären, ein Kalkül, das Trainer Sebastian Machowski schon bei der Kader-Zusammenstellung vor der Saison im Kopf hatte. „Wir haben diese Karte bewusst offen gelassen und sie jetzt gezogen“, sagt Arne Woltmann.

Ansonsten haben die Eisbären die durch die WM-Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft für 2019 verursachte Liga-Pause zu intensivem Training und Verbesserung einiger Spiel-Abläufe genutzt. Einige ursprünglich trainingsfreie Termine wurden gestrichen, und der Fokus wurde einzig und allein auf das nächste Spiel gelegt. „Wir haben uns nicht überlegt, wo wir am Ende der Saison stehen wollen, sondern kurzfristige Ziele gesetzt. Nämlich, wie wir uns gegen Tübingen aufstellen wollen“, betont Arne Woltmann.

Und wenn es am Freitagabend erneut schiefgeht? Gibt es dann in Bremerhaven eine Trainerdiskussion, die es momentan nach Aussage des Geschäftsführers noch nicht gibt? Arne Woltmann glaubt nicht, dass die Antwort auf diese Frage rein ergebnisabhängig ist. „Es kommt im Wesentlichen darauf an, wie wir uns präsentieren. Wir haben jetzt in den drei Wochen einige Sachen zusammen erarbeitet, und wenn wir die umsetzen, haben wir sicher eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen.“ Was beim Blick auf die Tabelle der Basketball-Bundesliga für die Gastgeber ganz klar ein Muss ist. Denn bei einer Niederlage gegen das bisher sieglose Schlusslicht würden die Eisbären selbst die Rote Laterne übernehmen.

Ein Szenario, welches die Arbeit von Arne Woltmann noch einmal erschweren würde. Auch im Hinblick auf das zweite Hanse-Game Anfang Januar. „Als wir vor rund zwei Jahren den Termin festgezurrt haben, sollte eigentlich Rasta Vechta der Gegner heißen“, erzählt Arne Woltmann. Vechta stieg ab, nun sind es die Thüringer aus Gotha. „Der Termin ist reizvoll, am Ende der Weihnachtsferien sind viele wieder zu Hause, ein guter Zeitpunkt für Basketball“, meint Woltmann. Lediglich mehr Punkte sollten die Eisbären bis dahin auf dem Konto haben, damit es dann in der ÖVB-Arena nicht schon wieder zu einem ultimativen Kellerduell zwischen dem Tabellenvorletzten und -letzten kommt. So wie am Freitag gegen Tübingen.

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