Eishockey-Magenta-Sport-Cup

Fischtown Pinguins haben die Zwangspause bestens überstanden

248 Tage hatte das DEL-Team aus Bremerhaven nicht mehr auf dem Eis gestanden. Umso erstaunlicher, wie gut es beim 3:1 gegen Krefeld schon harmoniert. Und sein slowenisches Stürmer-Trio überzeugt auf Anhieb.
13.11.2020, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Fischtown Pinguins haben die Zwangspause bestens überstanden
Von Jörg Niemeyer
Fischtown Pinguins haben die Zwangspause bestens überstanden

Na bitte, es läuft doch schon ganz gut: Mitch Wahl (von links), Torschütze Ziga Jeglic und Miha Verlic feiern gegen Krefeld den ersten Bremerhavener Treffer nach 248-tägiger Zwangspause.

Mathias Renner/dpa

Endlich wieder Eishockey! 248 Tage hatten die Fischtown Pinguins auf den Augenblick gewartet, sich im Wettkampf messen zu dürfen. Es war am Mittwoch zwar noch nicht der heiß ersehnte Start in die Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), aber immerhin der Auftakt des Magenta-Sport-Cups. Schön für die Bremerhavener, dass er für sie mit dem 3:1 über die Krefeld Pinguine auch sportlich gelungen war. Doch letztlich war der Erfolg nur Nebensache. „Die Gesundheit ist das Allerwichtigste“, sagte Fischtown-Teammanager Alfred Prey am Tag nach dem Spiel. Dabei richtete er den Blick auch auf den städtischen Nachbarn, den Basketball-Zweitligisten Eisbären Bremerhaven, dessen Punktspiel an diesem Freitag gegen Quakenbrück wegen positiver Corona-Tests im Team gerade abgesagt worden war. „Man kann es eben nicht ausschließen, dass so etwas passiert“, sagte Prey.

Es herrschte schon eine komische Atmosphäre in der Bremerhavener Eisarena. Dort, wo im November normalerweise mehr als 4000 Zuschauer bei Heimspielen ihrer Lieblinge die Halle beben lassen und die Pinguins mit ihrer Stimmung lautstark nach vorne peitschen, waren nun sogar die Anweisungen von Torwart Brandon Maxwell deutlich zu vernehmen. „Es war kein normales Testspiel, es ist ein richtiges Turnier, bei dem es um was geht. Das hat man bei beiden Mannschaften gemerkt“, bilanzierte Pinguins-Trainer Popiesch auf der Homepage des Vereins. Wenn die Fans nicht da seien, um die Mannschaft zu pushen, müssten das die Spieler selbst machen, hatte Kapitän Mike Moore vorher angekündigt. Und Popiesch freute sich, dass seine Spieler bewiesen hatten, mit der Situation umgehen zu können.

Am Tag nach dem 3:1 wusste Alfred Prey, dass die Entscheidung pro Eishockey die richtige war. „Es war grandios, nach so langer Zeit mal wieder ein Hockeyspiel mit dem eigenen Team zu sehen“, sagte der Manager. Natürlich schmerze es, ohne Publikum auflaufen zu müssen. Aber dessen Ausschluss führte bei Prey sogar zu einer unerwarteten Erkenntnis. Nachdem das Spiel begonnen hatte, habe er gar nicht mehr gemerkt, dass die Ränge leer waren. Vielleicht war das auf die engagierte Vorstellung seiner Mannschaft zurückzuführen. Er habe ein richtig gutes Spiel gesehen, sagte Prey, und er war überrascht, dass beide Teams nach so langer Pause so lange hohes Tempo hatten gehen können.

An der Fitness ihrer Cracks hatten die Pinguins-Verantwortlichen sowieso keine Zweifel gehabt. „Die halten sich selbst fit, das sind Profis“, sagte Prey. Doch dass es phasenweise auch spielerisch gut lief, konnte nicht unbedingt erwartet werden. Wobei Prey betonte, dass es im Kader nun auch nicht die großen Veränderungen gegeben hatte. Auch wenn sieben Neue im Aufgebot stehen: Das Gros sei geblieben und „das Team ja nicht zusammengewürfelt“. Im Gegenteil: Die Fischtown Pinguins deuteten an, dass sie sich wieder mal gut verstärkt haben könnten.

Das galt beispielsweise auf der Torwart-Position, wo der US-Amerikaner Brandon Maxwell Tomas Pöpperle gut vertrat. Das galt auch für die nunmehr komplett slowenisch besetzte Sturmreihe mit Zugang Ziga Jeglic, Miha Verlic und Jan Urbas. Das Nationalmannschaftstrio steuerte durch Jeglic und Verlic zwei Tore zum Sieg bei – jeweils aufgelegt von einem weiteren Neuen, dem Deutsch-Amerikaner Mitch Wahl. Am kommenden Mittwoch bestreiten die Pinguins ihr zweites Turnierspiel, erneut in eigener Halle und gegen die Düsseldorfer EG.

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