Triathlon

Gesellschaft mit beschränkter Heiterkeit

Nach 14 Monaten Pause erleben die Triathlöwen endlich wieder einen Wettkampf – kleinere Pannen trüben die Stimmung. Am Ende werden die Bremer Neunter unter 15 Zweitliga-Teams.
15.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Gesellschaft mit beschränkter Heiterkeit
Von Olaf Dorow
Gesellschaft mit beschränkter Heiterkeit

Endlich ein richtig analoger Wettkampf: Die Triathöwen aus der 2. Bundesliga, hier mit Niklas Dellke, Justus Rehkugler und Daniel Klosa (von links), werden in Berlin-Erkner Neunte von 15 Teams.

Karsten Klama

Mach mal 'ne Pause. Was oft ganz ratsam ist, und manchmal auch sehr, sehr ratsam, wird für alles Mögliche zur Belastung. Im Sport ist diese ungewollte Corona-Pause von Sportart zu Sportart unterschiedlich lang und kann unterschiedlich gefüllt werden. Für die Triathleten ist es so: Sie waren einerseits mit die Ersten, die wieder in einen Wettkampfmodus schalten konnten. Allerdings handelte es sich dabei nur um Online-Wettkämpfe, und auch nicht richtig um Triathlon. Jeder kämpfte für sich allein, trieb auf seiner Radrolle Puls und Laktat nach oben und verfolgte auf dem Screen vor sich, wie er im Feld so liegt. „So richtig vergleichen mit einem analogen Wettkampf kann man das nicht“, sagt Niklas Dellke von den Bremer Triathlöwen. Online-Wettkämpfe mitgerechnet war die Triathlon-Pause vergleichsweise sehr kurz. Die Offline Pause war sehr lang. Sie endete praktisch erst jetzt, nach 14 Monaten.

14 Monate nach dem letzten Rennen in der 2. Bundesliga Nord fand jetzt in Berlin-Erkner wieder ein von der Deutschen Triathlon Union (DTU) veranstaltetes Rennen der 2. Bundesliga Nord statt. 15 Teams á fünf Starter, von denen vier in die Teamwertung kamen. Normalität herrschte allerdings immer noch nicht, der Wettkampf wurde für den Ligabetrieb nicht gewertet. Er war da, um endlich wieder etwas zu bieten und machen zu können. Er war quasi nur so da, ohne sportliche Konsequenzen. Es sollte, wenn man so will, vor allem ein Tag für die Sportler werden.

Wurde es jedoch nur eingeschränkt, wenn es stimmt, was Niklas Dellke erzählt. In die große Vorfreude unter den Athleten habe sich eine ordentliche Portion Unmut gemischt. Die DTU, sagt Dellke, hätte kurzfristig das Reglement geändert. Doch kein Massenstart, sondern nur einer in Gruppen. Doch kein Windschattenfahren auf der 28 Kilometer langen Radstrecke erlaubt. Viele hätten auf etwas anderes hintrainiert, als schließlich im Wettkampf gefordert war, sagt Niklas Dellke. Nun ja, Spaß habe es trotzdem gemacht, dieses Endlich-wieder-mal ein-Wettkampf-Gefühl zu haben. Auch wenn noch zwei kleinere Pannen dazukamen. Eine von den Veranstaltern, eine von den Triathlöwen.

Die Veranstalter hatten es laut Dellke nur geschafft, die Einzelergebnisse hochzuladen. Die Teamwertung nach den 750 Metern im See, 28 Kilometern auf dem Rennrad und 3,6 Kilometern auf der Laufstrecke hätten die Teams aufwendig mit Zettel und Stift errechnen müssen. Für die Bremer sprang dabei ein solider neunter Platz heraus. Julian Schröder kam nach 1:04:45 Stunden als 27. ins Ziel, mit 3:31 Minuten Rückstand auf den Schnellsten, Alexander Kull aus Weimar. Niklas Dellke wurde 29. (3:34 zurück). Fabian Günther schaffte Rang 36 (4:03 zurück), Justus Rehkugler Rang 55 (7:18 zurück). TTS Tri Team Hamburg siegte, die starken Hamburger belegten die Plätze zwei, drei, vier und sieben.

Die spezielle Bremer Panne bestand darin, dass die Triathlöwen sich verspekuliert hatten. Beim Kraulen durch den Dämeritzsee waren Neoprenanzüge erlaubt. Die Bremer, die gute Schwimmer in ihren Reihen haben, verzichteten auf die leistungsfördernden Anzüge. In der Annahme, trotzdem gut mit der Konkurrenz mithalten zu können, und dann beim Wechsel im Vorteil zu sein. Weil nicht erst der Anzug abgestreift werden musste. Klappte nicht: Die neopren-bewaffnete Konkurrenz schwamm schneller – und verlor beim Wechseln keine Zeit. Typischer Fall für die Rubrik „Hinterher ist man schlauer“.

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