22. Tag der Ballspiele von LSB und TV Bremen-Walle 1875 Es gibt Wichtigeres als den Sieg

Bremen. Ein "Fest für die ganze Familie" war der 22. Tag der Ballspiele auf der Anlage des TV Bremen 1875. Im Stadion kämpfte der Hockey-Nachwuchs um den Sieg, neben der Halle wurde Korbball und Faustball, im Sand Beachvolleyball und in der Halle Prellball gespielt.
07.06.2010, 06:17
Lesedauer: 2 Min
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Es gibt Wichtigeres als den Sieg
Von Jörg Niemeyer

Bremen. DJ Toddy ist eigentlich nie um einen guten Spruch verlegen. Doch in diesem Moment kommt der Moderator beim 22. Tag der Ballspiele ein bisschen in Verlegenheit. 'Timo', so ruft Toddy via Mikrofon über die Sportanlage, 'Timo braucht Hilfe und benötigt seinen Papa.' Nichts Schlimmes, aber doch etwas Großes: Timo sitzt gerade auf der Toilette...

Eine Randnotiz, die den Charme der Veranstaltung aber sehr gut widerspiegelt: Der Tag der Ballspiele ist ein Fest für die ganze Familie, bei dem es ungezwungen und fröhlich zugeht, bei dem man jedoch auch aufeinander achtet und sich vieles anschaut. DJ Toddy macht Musik, führt mit launigen Sprüchen und witzigen Spielen für die Kinder durchs Rahmenprogramm, während überall auf der Anlage des TV Bremen-Walle 1875 an der Hans-Böckler-Straße die Turniersieger ermittelt werden.

Im Panzenberg-Stadion kämpft der Hockey-Nachwuchs um den Sieg, auf dem Rasenstreifen neben der Halle wird Korbball und Faustball, auf zwei Feldern im Sand Beachvolleyball und in der Halle Prellball gespielt. Info-Stände, ein Gastronomiezelt, viele Gartenbänke und -tische, der Kletterberg und die Hüpfburg des Landessportbundes (LSB) sowie Mit-Mach-Angebote von Badminton über Indiaca und Lacrosse bis Völkerball laden je nach Lust und Bedarf zu Aktivität oder Pause ein. Ein herrlicher Tag, der gute Laune macht, weil ein Wetter herrscht wie aus dem Bilderbuch.

Lauter strahlende Menschen

Das Treiben der Sportler, untermalt von Toddys Musik, wird heute auch nicht vom Verkehrslärm gestört, der an Werktagen von der Hochstraße nach unten dringt. Nicht nur deshalb erweist sich die Idee des LSB, den Tag der Ballspiele erstmals sonntags durchzuführen, als gut. Teilnehmer wie Besucher wirken ausgesprochen entspannt und frohgelaunt. 'So wünscht man sich das als Veranstalter', sagt Karoline Müller vom LSB mit einem strahlenden Lächeln. Und auch Hinze Walter, der 1. Vorsitzende des TV Bremen-Walle 1875, ist rundherum zufrieden.

Sein Klub fungiert nach hervorragender Kooperation mit dem LSB und dessen Fachverbänden diesmal als Gastgeber - es muss nach Walters Geschmack nicht das letzte Mal gewesen sein. 'Ich hätte nichts gegen eine Wiederholung', sagt er. Sein Verein kann sich präsentieren, was er gut macht, und der Klubchef sieht 'viele Gesichter, die ich vorher noch nicht gesehen habe'. Auch mit dem Publikumszuspruch ist Hinze Walter also zufrieden. 'Nur ein paar Mannschaften mehr hätte ich mir gewünscht.'

Handball war geplant, wird diesmal mangels Interesse von Vereinen aber nicht gespielt. Beim Beachvolleyball fehlen zwei Teams - für Turnierleiter Christian Droste letztlich kein wirkliches Problem. Es bleiben acht Teams, die nun nach dem Modus jeder gegen jeden in einer Gruppe antreten. Der Vizepräsident Spiele des Bremer Turnverbandes, Rainer Prager, freut sich, dass er gleich zwölf Mannschaften begrüßen kann: neben sechs Männer- und zwei Frauen- gleich vier Jugend-Teams, darunter zwei Landesauswahlen.

Faustball und Korbball sind nicht so stark vertreten wie in der Vergangenheit, doch das Betrachten der Partien macht deutlich: Die Aktiven, die gekommen sind, haben Spaß. Auch das ist eine Kernidee der Veranstaltung: Siegen ist schön, aber nicht das Wichtigste. Dabeisein ist (fast) alles, es soll eben ein Tag für die Familien sein, wie LSB-Präsident Peter Zenner morgens in seiner Begrüßungsrede noch einmal unterstrichen hat.

Der Tag der Ballspiele jedenfalls lebt. Er ist offen für Veränderungen, das haben LSB und Fachverbände bewiesen. Ob Völkerball eines Tages zum Programm gehört? Oder Lacrosse, diese dem Ursprung nach rasante Sportart kanadischer Ureinwohner, die Technik, Fitness und taktisches Verständnis gleichermaßen erfordert? Wer weiß? Vielleicht wird eines Tages ja auch Timo dabeisein - nicht nur auf der Toilette.

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