Basketball-Bundesligist überrascht EWE Baskets sind die Mannschaft der Stunde

Sie überraschen die Basketball-Bundesliga: Die EWE Baskets Oldenburg sind nach neun Siegen in Serie die Mannschaft der Stunde. Die Playoff-Teilnahme ist so so gut wie sicher.
30.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Tobias Brinkmann

Sie überraschen die Basketball-Bundesliga: Die EWE Baskets Oldenburg sind nach neun Siegen in Serie die Mannschaft der Stunde. Die Playoff-Teilnahme ist so so gut wie sicher.

Die Favoriten sind die üblichen Verdächtigen, die Teams mit den großen Namen im deutschen Basketball: Bamberg. Bayern München. Alba Berlin. Aber nach neun Siegen in Serie sind die EWE Baskets Oldenburg so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Basketball-Bundesliga. Punktgleich stehen die Oldenburger mit dem FC Bayern auf Tabellenplatz drei und haben die Play-off-Teilnahme sieben Spieltage vor Schluss der regulären Saison so gut wie sicher. „Ich hätte selbst nicht gedacht, dass wir so schnell wieder dahin kommen“, sagt Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller.

Denn im vergangenen Sommer gab es in Oldenburg einen großen Umbruch. Trotz des überraschenden Pokalsiegs stimmte die Team-Chemie nicht mehr. Der Klub trennte sich deswegen von langjährigen Leistungsträgern wie Julius Jenkins oder Adam Chubb. Der Bremer Philip Zwiener ging nach nur einem Jahr zurück zu den Eisbären nach Bremerhaven. Insgesamt gingen sechs Profis, sechs neue Spieler kamen. „Das ist immer ein gewisses Risiko“, erklärt Schüller. „Aber jeder hat seine neue Rolle sofort angenommen. Die Erwartungen wurden bislang mehr als erfüllt.“

Bauherren des neuen Oldenburger Teams sind Trainer Mladen Drijencic und Sportmanager Srdjan Klaric. Während der bosnische Trainer aus guten Einzelspielern ein funktionierendes Team entwickelt hat, suchte der 43-jährige Klaric auf dem Spielermarkt nach den passenden Bausteinen. „Er ist ein sehr guter Sportmanager“, lobt Schüller. „Er verfügt über ein glänzendes Know-how in Europa, was den europäischen Markt angeht.“

Center Brian Qvale etwa kam aus der Türkei und ist mit 14,9 Punkten im Schnitt sechstbester Werfer in der Liga. Auch bei Shooting Guard Vaughn Duggins (14,4 Punkte/Partie) und Spielmacher Klemen Prepelic hatte Klaric ein goldenes Händchen. Der frühere Bremerhavener Philipp Schwethelm und der zweite Aufbauspieler Scott Machado machten die Oldenburger auch in der Breite stärker. Machado, der lange verletzt war und als siebter Ausländer (sechs sind in der Bundesliga pro Spiel erlaubt) einige Male auf der Tribüne saß, glänzte zuletzt bei den Siegen in Berlin (95:93 nach Verlängerung) und am Ostermontag in Braunschweig (76:58) mit 18 Punkten. „Sie stehen zu Recht da oben“, meinte Berlins Trainer Sasa Obradovic. „Die Aufbauspieler haben alle einen hohen Basketball-IQ, das merkt man auch an ihrer Konstanz.“

„Er bringt jeden Einzelnen weiter“

Für Geschäftsführer Schüller trägt dafür der Coach die Hauptverantwortung. Drijencic, der im März 2015 Sebastian Machowski ablöste, formte aus einem sich im Abwärtsstrudel befindenden Verein eine homogene Einheit, die sich hinter keinem Klub in der Liga verstecken muss. „Ich bin überrascht, wie schnell er das hinbekommen hat. Er hat ja vorher nur die zweite Mannschaft in der 3. Liga trainiert“, so Schüller. „Er bringt jeden Einzelnen weiter.“ Nicht ohne Grund wurde der Vertrag des 50-Jährigen im Januar bis zum Sommer 2017 verlängert.

Mit Drijencic sollen die erfolgreichen Zeiten wieder aufleben. 2009 wurden die Oldenburger deutscher Meister, vier Jahre später scheiterten die Baskets erst im Finale an Meister Bamberg. Doch flotte Sprüche, Parolen oder Ankündigungen gibt es aus Oldenburg nicht. Damals wie heute nicht. „Wir fühlen uns in der Außenseiterrolle am wohlsten“, erklärte Schüller.

Doch nicht nur in der Bundesliga sorgt das Team für Furore. Auch im Eurocup überstand der Klub zwei Gruppenphasen und scheiterte erst im Achtelfinale an Straßburg. „Hier haben sie alle Erwartungen übertroffen“, sagt Braunschweig-Coach Raoul Korner. Doch das Ausscheiden hat auch etwas Gutes. Ohne die Doppelbelastung können sich die Baskets jetzt Woche für Woche auf den nächsten Gegner vorbereiten. Auch Routinier Rickey Paulding tun die Pausen sicherlich gut. Der 33-jährige Publikumsliebling und Kapitän erlebt derzeit seinen dritten Frühling. „Paulding ist seit Wochen in starker Form. Und davon profitieren wir sehr“, sagt Drijencic. Paulding ist der einzige Profi, der 2009 mit Oldenburg deutscher Meister wurde.

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