Bremen Challenge

Ex-Profi Jakst startet beim Jedermann-Rennen

Bremen. Hans-Peter Jakst muss immer noch schmunzeln, wenn er an die Bremen-Challenge 2013 denkt. Da hatte er nämlich Didi Thurau im Schlepptau gehabt, den alten Kollegen aus gemeinsamen Radprofi-Zeiten.
15.08.2014, 00:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

An das vergangene Jahr kann er sich gut erinnern, und Hans-Peter Jakst muss immer noch schmunzeln, wenn er an die Bremen-Challenge 2013 denkt. Da hatte er nämlich Didi Thurau im Schlepptau gehabt, den alten Kollegen aus gemeinsamen Radprofi-Zeiten. Der Kumpel von damals war nach Bremen gekommen, hatte sich Rad und Schuhe bei Jakst geliehen und gedacht, er könne mal eben beim Jedermann-Rennen mitmachen – mittlerweile als passionierter Tennisspieler.

„Aber so einfach war das nicht“, sagt Jakst grinsend. Er wird am Sonntag ohne Thurau antreten, eine Aufgabe hat er aber: Der 60-Jährige ist Mitglied eines der fünfköpfigen Teams von Bremens Ober-Triathleten Bernd Rennies. „Wir treffen uns im Starterblock, und vielleicht sprechen wir uns ein bisschen ab“, sagt Hans-Peter Jakst. Er erwartet beim kleinen Rennen über 67,5 Kilometer (9.00 Uhr) allerdings deutlich weniger Arbeit als im vergangenen Jahr. „Vielleicht bin ich ja auch der Schwächste.“

Unmöglich ist das nicht. Auf dem Niveau seines ehemaligen Kollegen ist Hans-Peter Jakst zwar noch nicht angekommen, aber so richtig im Training ist er auch nicht mehr. Wie in jeder Woche ist Jakst auch am Mittwoch mit seiner Gruppe unterwegs gewesen: „50 Kilometer, 32er Schnitt.“ Für seine Verhältnisse schon ganz ordentlich, wo doch in diesem Jahr gerade mal 2000 Kilometer zusammengekommen sind. „Das Geschäft geht vor“, sagt Jakst.

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Sein Geschäft, das ist ein Zweiradcenter in Osterholz, mit einer Rennabteilung im ersten Stock. Das ist wichtig in Zeiten wie diesen. Jakst verkauft immer mehr „Rennmaschinen“. Mittlerweile kämen auch Anfänger, „sie wollen ein Einsteigerrad und geben dann über 1000 Euro aus“. Es sei schon „gewaltig“, was sich auf dem Gebiet der Hobbyfahrer tue, findet Jakst. Den Boom im eigenen Lader verdankt er dem Boom auf der Straße. Die Jedermannszene mit ihren steigenden Teilnehmerzahlen versinnbildlicht den Trend: Das Rad wird als Fortbewegungsmittel immer beliebter, und das Radfahren als Sport damit auch.

Hans-Peter Jakst weiß allerdings, dass die Entwicklung der Jedermänner zuungunsten der Radsport-Vereine verläuft: „Dort springen viele ab.“ Die schwindenden Mitglieder ließen sich nur zurückholen, indem die Klubs sich verstärkt „um die Jedermänner kümmern und entsprechende Gruppen anbieten“. Unterm Strich ist Jakst froh, dass er sich mit derartigen Problemen nicht mehr herumschlagen muss.

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Seine aktive Zeit liegt schon etwas zurück: Vierter im Mannschaftszeitfahren der Olympischen Spiele in Montreal 1976, Deutscher Meister der Profis 1979 sowie Teilnahmen an der Tour de France und dem Giro d‘Italia. Jakst sagt, er „würde alles wieder genauso machen“, und das können ja nicht alle behaupten. Heute wäre er dagegen nicht so gern als Profi unterwegs. Der Aufwand sei groß, der Ertrag eher nicht: „Wenn ich höre, was die Jungs so verdienen . . .“. Bis auf die große Ausnahme Fußball sei viel Geld aus dem Sport gezogen worden, und für Zuschauer wäre Radsport ja auch ein bisschen langweilig. Davon kann bei Hans-Peter Jakst allerdings keine Rede sein.

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