10. Bremen-Marathon „Familiäre Atmosphäre im XXL-Format“

Feste muss man feiern wie sie fallen. Und wenn man dann noch besonders viele Gäste hat, ist das umso schöner. Die Organisatoren des Bremen-Marathons brauchen sich in dieser Hinsicht keine Sorgen zu machen.
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Von Lars Lenssen

Feste muss man feiern wie sie fallen. Und wenn man dann noch besonders viele Gäste hat, ist das umso schöner. Die Organisatoren des Bremen-Marathons brauchen sich in dieser Hinsicht keine Sorgen zu machen. Denn zur zehnten Auflage des Breitensport-Laufevents im Herzen der Stadt haben sich bereits 7000 Teilnehmer angemeldet – 1000 mehr als die bisherige Bestmarke.

„Wir sind in der ersten Liga der deutschen Marathons angekommen“, meinte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bei der gestrigen Pressekonferenz, bei der die 2014er-Veranstaltung mit ihren drei verschiedenen Hauptwettbewerben noch einmal vorgestellt wurde. 1380 Teilnehmer haben sich bislang für die Marathondistanz angemeldet, 3400 wollen den Halbmarathon in Angriff nehmen, und 2100 haben sich für den Zehn-Kilometer-Lauf entschieden. Das ist nicht nur neuer Rekord für den Marathon in Bremen, sondern auch eine echte Hausmarke im Vergleich mit anderen City-Läufen.

Nun gut. Mit dem Berlin-Marathon, der am vergangenen Sonntag über die Bühne ging, 40 000 Läufer mobilisierte und in diesem und den vergangenen Jahren schon etliche Weltrekorde produzierte, kann man in Bremen freilich nicht mithalten. Will man aber auch gar nicht. Der Anspruch hier ist ein anderer. „Familiäre Atmosphäre im XXL-Format“ beschreibt es wohl am besten, wie es Cheforganisator Utz Bertschy gerne formuliert.

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Und dieser Trumpf sticht auch in diesem Jahr, wahrscheinlich erst recht in diesem Jahr, denn den runden Geburtstag will sich doch keiner entgehen lassen. Erst recht nicht die 32 Frauen und Männer, die seit 2005 alle Marathons in Bremen mitgelaufen sind. Die Organisatoren haben die „Oberjubilare“ eingeladen, wenn am Freitag das Marathon-Wochenende in den Wallanlagen mit einem 1,5-Kilometer-Nachtlauf bei Fackelschein (Start 19 Uhr, Contrescarpe vor Feinkost Grashoff) eröffnet wird. Dieser Lauf wird ausgerichtet von den Special Olympics Bremen.

Jahrestage sind auch immer ein guter Anlass zurückzuschauen. Denn in den ersten Jahren wurde auf der Bürgerweide gestartet, der Zieleinlauf befand sich in der ÖVB-Arena. Auch Thorsten Köhne, Hobbyläufer und Vorstandssprecher von Hauptsponsor swb, erinnert sich noch gut. Unglaublich warm sei es gewesen, wenn man in die Stadthalle hineingelaufen sei. Und so richtig glücklich war auch Cheforganisator Bertschy nicht mit dieser Lösung.

2010 ergab sich dann eine einmalige Chance, als wegen deutscher Einheitsfeier und Bundestagswahl die Bürgerweide anderweitig blockiert war und der Marathon ausweichen musste. Bertschy griff die Gelegenheit beim Schopf und verhandelte sein Event mit Start und Ziel auf dem historischen Rathausmarkt. Auch in diesem Jahr werden die Läufer wieder in diesem stimmungsvollen Ambiente auf die Strecke gehen und am Ende ihren Erfolg feiern. „Wenn wir hier wieder weg müssten, wäre das der Tod der Veranstaltung“, ist Bertschy überzeugt. Weil er diese Überzeugung nach außen trägt, traut sich wahrscheinlich auch niemand, diesen Randpfosten des Marathons anzutasten.

Bei der Streckenführung haben die Verantwortlichen die lange Schleife inzwischen so optimiert, dass sich trotz 7000 Läufern und voraussichtlich 50 000 bis 60 000 Zuschauern die Verkehrsbehinderungen in Grenzen halten – beziehungsweise nur temporär sind. Und während in anderen Städten hohe Antrittsgelder und Weltrekordprämien gezahlt werden – in Berlin beispielsweise 50 000 Euro für die neue Bestleistung von 2:02:57 Stunden –, übt man sich in Bremen in Bescheidenheit.

Hier läuft niemand für Geld, sondern nur für Spaß an der Freude. Oder eben um die niedersächsische Marathonmeisterschaft, die in diesem Jahr im Rahmen dieser Veranstaltung entschieden wird und für eine Zeit von etwa 2:30 Stunden weggehen sollte. Mitfavorit ist Vorjahressieger Oliver Sebrantke, der in Bremen zum vierten Mal gewinnen könnte. „Das hier ist keine Supa-Dupa-Spitzenklasse-Leistungssportveranstaltung. Aber das wollen die Leute hier auch gar nicht erleben“, sagt swb-Vorstandssprecher Köhne.

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