Serie Familiensache

Wenn Badminton zur echten Liebesgeschichte wird

Der SV Grambke-Oslebshausen und die Familie Tews gehören seit Jahrzehnten eng zusammen. Aktuell sind Vertreter aus vier Generationen im Verein aktiv. Und sie alle sind sehr engagiert dabei.
06.05.2021, 05:00
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Von Christian Markwort
Wenn Badminton zur echten Liebesgeschichte wird

Sie sind beim SV Grambke-Oslebshausen Vertreter der älteren Tews-Generationen (von links): Helga, Renate und Klaus.

Roland Scheitz

Eines steht für Klaus Tews unumstößlich fest: „2008 habe ich beim Oldie-Turnier um den Buddelschiff-Cup in Bremerhaven den Hauptgewinn gezogen“, konstatiert das 65-jährige Oslebshauser „Urgestein“. Geboren im Bremer Diako und aufgewachsen im Ortsteil des Bremer Stadtteils Gröpelingen, ist Klaus Tews unter anderem dafür verantwortlich, dass beim SV Grambke-Oslebshausen (SVGO), der 2010 aus dem TV Grambke und der SG Oslebshausen hervorging, seit mehr als drei Jahrzehnten Badminton gespielt wird. Eine Tatsache, wegen der er sogar seine große Liebe gefunden hat.

Als Spieler nahm Tews damals an dem Turnier statt, das seine heutige Ehefrau Helga organisiert und veranstaltet hatte. Für beide sei es „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, versichern die Eheleute einmütig. „Sie hatte diese gewisse Etwas“, verdeutlicht Klaus Tews schmunzelnd. Auf der Party nach dem Turnier hatte er seine heutige Frau kurzerhand zum Tanzen aufgefordert.

Mittlerweile sind die Tews in vierter Generation bei der SVGO aktiv. Nachdem der 2015 im Alter von 80 Jahren verstorbene Eberhard Tews 1960 der damaligen SG Oslebshausen beigetreten war, folgte Sohn Klaus seinem Vater sieben Jahre später und spielte mehrere Jahrzehnte lang Fußball und Handball. „Ich war in der Handballabteilung lange Zeit als Spieler und Trainer unterwegs“, skizziert Tews seinen Werdegang, „und habe als 17-Jähriger mitgeholfen, die Jugendabteilung aufzubauen.“

Dafür hatte er zuvor einen Deal mit der Volkstanzgruppe des Vereins ausgehandelt. Der sah vor, dass die Mädchen und Frauen aus der Gruppe auch zum Handball gingen – mit der Folge, dass der damals recht überschaubare Anteil an Männern in der Tanzgruppe von Handballern aufgefüllt wurde. „Dadurch sind viele Beziehungen entstanden, die vereinzelt noch heute Bestand haben“, sagt Klaus Tews augenzwinkernd. Nachdem sein Freund Reinhard Paulig 1988 die Sportart Badminton bei der SGO eingeführt hatte, gründeten er und Tews knapp ein Jahr später mit Uwe Schweers, Peter Lenk und Detlef Kapitola eine eigenständige Abteilung. „Dabei wurden wir vom Verein tatkräftig unterstützt“, betont Tews, der mit der 1. Mannschaft zwischen 1989 und 1998 neunmal hintereinander von der 7. Kreisklasse bis in die Bezirksliga aufstieg. Schnell seien viele Erwachsene dem Verein beigetreten, wenig später wurde die Jugendabteilung aus der Taufe gehoben. 1996 legte Tews die Trainerprüfung zur C-Lizenz ab, trainierte lange Jahre in den Bereichen Jugend und Erwachsene und war zudem knapp 26 Jahre lang als Sportwart und Abteilungsleiter tätig.

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Mathias Tews

Foto: Roland Scheitz

Klaus Tews' Söhne Mathias (40) und Stefan (32) sind ebenfalls von klein auf Mitglieder in der Badminton-Abteilung. Gemeinsam mit Ehefrau Katrin (39) spielt der gelernte Erzieher Mathias erfolgreich für die SVGO im Mixed, während Single Stefan dem Federball auch schon für den Polizei SV hinterher gejagt war. Arbeitsvermittlerin Katrin Tews kam 1987 zur SGO. Wie bei ihren beiden Söhnen Hannes (8) und Clemens (3), hatte auch bei ihr alles mit dem Kinderturnen angefangen. Ende 1997 nahm sie dann an einem Anfänger-Kursus teil und entdeckte ihre Leidenschaft für Badminton. Mittlerweile trainiert sie dreimal in der Woche und fungiert als Teamsprecherin der Landesliga-Mannschaft. „Ich wurde in der Jugend von Klaus trainiert“, sagt sie, „und so habe ich meinen Schwiegervater noch vor meinem Ehemann kennengelernt.“ Seit 2002 sind die beiden mittlerweile ein Paar, 2010 folgte die Hochzeit – „als logischer Schritt“, wie Gatte Mathias betont.

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Katrin Tews

Foto: Roland Scheitz

Ihre Verbundenheit zur SVGO dokumentierten Mathias und Katrin auch dadurch, dass sie ihre Hochzeitsfeier im Vereinsheim an der Sperberstraße mit vielen Freunden und Bekannten aus dem Klub ausrichteten. „Der Verein ist unsere zweite Familie“, sagt Katrin Tews, „ich bin sehr stolz, hier mit Mitglied zu sein.“ Auch Katrins „angeheiratete“ Großmutter Renate ist stolz auf ihre Familie. 1960 trat die mittlerweile 85-Jährige mit Ehemann Eberhard in den Verein ein, wo sie einige Jahre lang turnte, ehe es sie Anfang der 1970er-Jahre nach Calpe zwischen Valencia und Alicante in Spanien zog. „Mein Cousin hatte mir damals diesen Floh ins Ohr gesetzt“, erklärt die frühere Kontoristin und Verkäuferin ihren damaligen Beweggrund.

Als sie 2005 wieder nach Bremen zurückkehrte, trat sie der Badminton-Abteilung bei und gilt nicht nur dort als „gute Seele“. Die Frikadellen der ehemaligen Schriftführerin der Handballabteilung gelten noch immer als Gaumenschmaus, auch auf die leckeren Kuchen und Salate möchte niemand bei der SVGO verzichten. „Und für ihre Kinder, Enkel und Urenkel ist sie eine großartige Unterstützung“, freut sich Klaus Tews über das Engagement seiner Mutter. „Ich kann jedem Menschen nur empfehlen, sich einem Sportverein anzuschließen“, sagt Tews, „auch für mich ist die SVGO wie eine zweite große Familie.“

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