EWE Baskets Oldenburg Fast so gut wie früher

Oldenburg. Für die EWE Baskets Oldenburg ist diese Bundesliga-Saison eine besonders wichtige. Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten geht es für den Deutschen Meister von 2009 darum, die basketballverrückten Oldenburger wieder für sich zu gewinnen.
05.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Fast so gut wie früher
Von Marc Hagedorn

Für die EWE Baskets Oldenburg ist diese Bundesliga-Saison eine besonders wichtige. Nach zwei sehr enttäuschenden Spielzeiten geht es für den Deutschen Meister von 2009 darum, die basketballverrückten Oldenburger wieder für sich zu gewinnen. Denn die Baskets ziehen demnächst um. Die neue EWE Arena liegt gleich neben der alten und fasst 6000 Zuschauer, fast doppelt so viele wie jetzt. Voll wird diese Halle nur, wenn erfolgreich Basketball gespielt wird. Bisher geht der Plan auf. Die Baskets Oldenburg sind so stark wie lange nicht mehr.

Oldenburg. Als die EWE Baskets Oldenburg im Frühjahr 2009 sensationell deutscher Basketball-Meister wurden, da hatten die Fans einen Spieler ganz besonders lieb: Rickey Paulding. Der Flügelspieler aus Detroit ist ein Modellathlet, der unwiderstehlich zum Korb ziehen kann, traumhaft sicher von jenseits der Dreierlinie trifft und den Ball bei Bedarf auch mit einem krachenden Dunking durch die Reuse jagen kann. Paulding war in der Finalserie gegen Bonn damals der beste Spieler.

Fast vier Jahre sind seitdem vergangen. Im Basketballgeschäft ist das eine kleine Ewigkeit, in der es die meisten Bundesliga-Klubs schaffen, zwei bis drei Trainer und 20 bis 30 Profis auszutauschen. Rickey Paulding ist immer noch in Oldenburg. Er ist das Gesicht der Baskets, und Geschäftsführer Hermann Schüller ist froh, den inzwischen 30-jährigen Amerikaner mindestens bis 2014 an den Klub gebunden zu haben. "Rickey ist ein klasse Typ", sagt Schüller, "ruhig, bescheiden." So einen mögen die Fans. Beide Kinder des Ehepaars Paulding sind in Oldenburg geboren, das dritte ist unterwegs. "Rickey ist ein Familienmensch, deshalb passt er so wunderbar zu uns." Pauldings inzwischen sechste Saison ist eine wegweisende für den Oldenburger Basketball.

Im Moment tragen die Baskets ihre Heimspiele in der modernen, aber nur knapp über 3000 Zuschauer fassenden EWE Arena aus. Im April soll die neue EWE Arena, sie liegt nur einen Steinwurf weit entfernt, fertig sein. "Das ist ein Schlüsseljahr", sagt Schüller. Denn demnächst müssen die Oldenburger Basketballer in der Lage sein, regelmäßig 5000 bis 6000 Zuschauer für ihre Heimspiele zu mobilisieren. Das geht am besten, wenn man den Leuten Spielertypen präsentiert, die gut ankommen – wie Paulding. Und das geht noch besser, wenn sich auch noch Erfolge einstellen.

Auf diesem Gebiet hatten die Baskets zuletzt einige Probleme. Obwohl der Etat des Klubs seit Jahren zu den höchsten in der Liga zählt, spielte die Mannschaft oft bescheiden. Zwar leistete sich Oldenburg ausgewiesene und entsprechend teure Top-Stars wie Bobby Brown oder Kenny Hasbrouk. "Aber manch einer von denen hat zu sehr auf sich und seine Statistiken geschaut", sagt Schüller heute. Für den Teamgeist war das Gift, und weil es dem strengen Predrag Krunic nicht gelang, das Klima zu verbessern, musste der Meistercoach mitten in der vergangenen Saison gehen. Schüller schmerzt das noch immer ein wenig. "Wir sind so bodenständig wie Werders Fußballer, bei uns hatte der Trainer lange einen Bonus."

Seit dem Sommer ist ein neuer Mann da: Sebastian Machowski. Den ehemaligen deutschen Nationalspieler lockte Oldenburg aus Braunschweig weg. Mit Machowski, der noch gar nicht so lange im Trainergeschäft ist, kam der Erfolg zurück. Er löste Blockaden bei den Spielern. "Er ist variabler in seiner Taktik und gibt den Spielern mehr Verantwortung auf dem Feld", sagt Schüller. Die Spieler zahlen das mit Leistung zurück. 13 der letzten 15 Pflichtspiele inklusive Europapokal hat Oldenburg gewonnen. In der Bundesliga liegen die EWE Baskets hinter Doublesieger Bamberg auf Platz zwei, haben schon die hoch gehandelte Konkurrenz aus Quakenbrück, vom FC Bayern und aus Berlin besiegt.

Neben Paulding, der zwar nicht mehr so dominant auftritt wie früher, aber immer noch einer der besten Bundesligaspieler ist, adeln Könner wie Julius Jenkins, Dru Joyce, Ronald Burrell, Chris Kramer, Adam Chubb oder Konrad Wysocki den Kader. Jenkins kam im Sommer aus Bamberg und war vorher in seiner Berliner Zeit zweimal MVP, also bester Spieler der Saison. Kramer aus Würzburg ist ein Edelverteidiger und gefährlicher Schütze, Wysocki ein deutscher Nationalspieler und ausgewiesenes Arbeitstier, Typ Publikumsliebling.

Das Hirn der Mannschaft ist Spielmacher Dru Joyce. Der beste Kumpel und ehemalige Teamkollege von Weltstar LeBron James ist der verlängerte Arm von Trainer Machowski. "Dru ist der Schlüsselspieler. Er ist kein Ego-Typ. Er macht seine Mitspieler stärker", sagt Schüller. Teamgeist, Einsatz und ehrliche Arbeit gepaart mit der individuellen Klasse der Spieler – es sieht so aus, als könnten die Baskets mit dieser Mixtur den Erfolg in die Stadt zurückbringen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+