Hoffnung auf Geld und bessere Bedingungen Von Borussia Mönchengladbach lernen

Der FC Oberneuland hat eins der kleinsten Budgets der Fußball-Regionalliga - noch. Damit sich das ändert, hat der Klub jetzt einen Förderverein gegründet. Und große Ziele im Visier.
29.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Der FC Oberneuland Förderverein e.V. ist so etwas wie ein Verein im Verein. Seit Gründung in dieser Woche residiert er in den Räumen der Vereinsanlage am Vinnenweg, die Verbindung ist eng, und das ist auch so gewollt. Doch während der eigentliche FCO sich als Sportverein um Punkte und Tore bemüht, Breitensport anbietet und Spitzensport fördert, mithin eine gesellschaftliche Aufgabe übernimmt, hat der FCO Förderverein nur einen Zweck: Er soll sich um die monetäre Ausstattung verdient machen.

„Wir suchen Leute, die finanzielle Mittel haben, um unsere Vision zu leben“, sagt Marko Mock. Er ist nicht nur seit einigen Monaten Namensgeber des Stadions, sondern nun auch 1. Vorsitzender des Fördervereins. Zukünftig wird Mock also die Geschicke lenken, gemeinsam mit Tobias Döpkens (2. Vorsitzender) und Lars Hinke, dem Schatzmeister. Das Trio zählt damit zu den insgesamt elf Gründungsmitgliedern, ebenso wie FCO-Präsident Birger Winkelvoss und Uwe Piehl, 2. Vorsitzender des eigentlichen Vereins. Sie alle waren Gäste der Gründungsveranstaltung in dieser Woche – begonnen hatte alles allerdings bereits vor einigen Monaten.

Anlässlich des DFB-Pokalspiels bei Borussia Mönchengladbach im September war es zu einem intensiven Meinungsaustausch gekommen. Damals hatten sich die Gäste aus Bremen, namentlich die Herren Winkelvoss, Piehl und Mock, mit den Verantwortlichen des Bundesligisten um Präsident Rolf Königs zusammengesetzt. Es ging natürlich um Vereinsarbeit und die Möglichkeiten, seinen Klub zu entwickeln. „Danach wussten wir: Da kann man etwas nach vorne bringen“, erinnert sich Marko Mock. Schnell war die Idee eines Fördervereins geboren. Er soll nun eine Ergänzung sein zum mittlerweile fast 70 Personen und Unternehmen umfassenden Partnerclub des FC Oberneuland. Dort geht es in erster Linie um gegenseitige Unterstützung, in welcher Form auch immer.

Der Förderverein arbeitet dagegen nur in eine Richtung – in die des Vereins. Bedingungslos sollen die Finanzleistungen seiner Mitglieder allerdings nicht sein. „Die Leute sollen sehen, was mit ihrem Geld passiert“, betont Marko Mock. Nur wenn die Förderer des FCO ein gutes Gefühl entwickeln, wenn sich vielleicht sogar eine gewisse Leidenschaft einstellt, wird ihr Engagement von Dauer sein. Dabei geht es deutlich über die im Förderverein vorausgesetzte Jahresmitgliedschaft in Höhe von 1000 Euro hinaus. Marko Mock: „Wir wollen in Richtung eines sechsstelligen Betrages gehen.“

Dass der FC Oberneuland die finanzielle Unterstützung gut gebrauchen kann, steht außer Frage. Mit einem Etat von rund 170.000 Euro zählen die Bremer zu den Leichtgewichten der Regionalliga Nord. Lediglich vom Heider SV ist bekannt, dass er mit noch weniger Geld auskommen muss. Zukünftig am „Kader zu schrauben“, ist also eins der Ziele von Marco Mock und seinen Kollegen. Daneben soll sich allerdings auch die Infrastruktur des Vereins verbessern, etwa durch den Bau eines weiteren Rasenplatzes. Er käme am Ende allen Mannschaften zugute, würde aber natürlich auch die Bedingungen der 1. Herren professionalisieren. Darauf liegt eben ein Schwerpunkt. „Wir wollen in der Regionalliga ankommen, dort bleiben und dann angreifen“, sagt Marko Mock.

An Ambitionen mangelt es dem Förderverein also nicht. Und damit zukünftig tatsächlich der ein oder andere Euro in die Arbeit des FCO fließt, wurde der angestrebte Geldfluss erleichtert: Dank der Rechtsform eines eingetragenen Vereins können alle „Spenden“ abgesetzt werden.

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