Feuerwerk der Turnkunst

Der Spagat um Europas größte Turnshow

„Hard Beat“ heißt die Tour, mit der das Feuerwerk der Turnkunst im Januar nächsten Jahres auch in Bremen Station machen möchte. Wegen der Corona-Pandemie steht die Veranstaltung aber noch auf der Kippe.
28.06.2020, 07:36
Lesedauer: 3 Min
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Der Spagat um Europas größte Turnshow
Von Frank Büter
Der Spagat um Europas größte Turnshow

Das Feuerwerk der Turnkunst begeistert seit 16 Jahren das Bremer Publikum. Die 17. Auflage steht derweil auf der Kippe. Bis Oktober benötigt Projektleiter Jan Brüning Planungssicherheit.

Frank Koch

Bremen. Im Takt des Lebens – modern und voller Spannung. So wirbt der Veranstalter auf seiner Homepage für das Feuerwerk der Turnkunst 2021, für Europas größte und erfolgreichste Turnshow. „Hard Beat“ heißt die neue Tour, doch der besagte Takt des Lebens ist wegen der Corona-Pandemie etwas aus dem Takt geraten. Geplant sind eigentlich 36 Veranstaltungen in 22 Städten im gesamten Bundesgebiet. Der Auftakt soll traditionell noch im alten Jahr in Oldenburg erfolgen (29. Dezember), das Finale der Tour wiederum soll am 26. und 27. Januar 2021 in Bremen stattfinden. Das ist der Plan. Doch ob dieser Plan umgesetzt und das Feuerwerk der Turnkunst tatsächlich auf Tournee gehen wird, ist aktuell noch sehr fraglich.

Zum Segment Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Zuschauern lassen sich derzeit keine seriösen Aussagen treffen. Das weiß auch Jan Brüning. Er ist der Projektleiter der Bremer Agentur Spospom, die das Feuerwerk der Turnkunst für Bremen 1860 nun schon seit mehr als zehn Jahren vermarktet. „Keiner weiß, wie viele Zuschauer im Januar wieder in die ÖVB-Arena dürfen“, sagt Brünung. Er sagt auch, dass er auf eine bundesweit einheitliche Regelung hofft, denn die Rahmenbedingungen müssen ja für alle Veranstalter in den verschiedenen Orten der Republik von Berlin über Düsseldorf bis München passen. Den aktuell herrschenden Schwebezustand bezeichnet der Projektleiter als „eine Katastrophe für alle“.

Im vergangenen Jahr hat das Feuerwerk der Turnkunst unter dem Titel „Opus“ allein zu den beiden Veranstaltungen in Bremen 13 000 Zuschauer angelockt. Für eine maximale Bespaßung sollte es möglich sein, die Arena auch maximal zu füllen, sagt Brüning. Mit 1700 oder vielleicht 2000 Zuschauern als Höchstgrenze pro Veranstaltung bräuchte man gar nicht erst ins Rennen zu gehen, „so etwas rechnet sich nicht“, sagt Jan Brüning mit Verweis auf ein „nicht unerhebliches finanzielles Risiko“. Überdies würde in einer nur spärlich besetzten Arena auch keine Stimmung aufkommen. „Machen wir uns nichts vor“, sagt der 38-Jährige: „Sollte es so kommen, wird es kein Feuerwerk der Turnkunst geben.“

Bis Oktober maximal, so lange könne er noch warten, sagt Jan Brüning. Heißt: Bis Oktober benötigen alle Beteiligten Planungssicherheit, „bis dahin müssen die Bedingungen klar sein“. Brüning weiß, dass das im Moment einem Blick in die berühmte Glaskugel gleicht. Wie sehen die Fallzahlen bis dahin aus? Wie hoch ist das Infektionsrisiko? Gibt es womöglich bereits einen Impfstoff? „Ich möchte kein Virologe sein und solch eine Entscheidung treffen müssen“, sagt Jan Brüning. Er lässt die Planungen vorerst ruhen.

Bis Oktober also, dann würde die Zeit noch reichen, um in puncto Werbung in die Vollen zu gehen. „Wenn ich bis dahin eine verlässliche Antwort habe, wird es noch funktionieren“, sagt der Spospom-Projektleiter. Eine Antwort, die im übrigen alle Tourbeteiligten herbeisehnen – darunter auch die Künstler aus allen Teilen der Welt, die Chefchoreografin Heidi Aguilar (Hannover) bereits vor mehr als einem halben Jahr verpflichtet hat. „Bis Dezember“, sagt Jan Brüning und wirkt dabei sehr nachdenklich, „bis Dezember wird in diesem Fall niemand warten können. Dafür hängt da zu viel dran.“

Der Vorverkauf für „Hard Beat“ geht unterdessen weiter, auch für die beiden Bremer Tour-Termine sind Tickets in verschiedenen Preiskategorien zwischen 25,10 und 52,50 Euro erhältlich. Bisher seien bereits mehr als Tausend Eintrittskarten für die ÖVB-Arena verkauft worden, sagt Jan Brüning. Die Turn- und Sportfördergesellschaft mbH (TSF), die diese Tour organisiert, wirbt dabei mit einer Geld-zurück-Garantie. Die Gesundheit der Besucher, Künstler und Mitarbeiter habe oberste Priorität, heißt es dazu auf der Homepage des Veranstalters. Sollte es nicht möglich sein, das Feuerwerk der Turnkunst 2020/2021 zum geplanten Termin durchführen zu können, behalten alle Tickets Gültigkeit für einen Ersatztermin oder es wird wahlweise der volle Ticketpreis zurückerstattet.

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