Fischtown Pinguins

Ein Fehler zu viel - 3:2 für Wolfsburg

Die Pinguins geben die Playoff-Führung aus der Hand, die Entscheidung im Viertelfinale der DEL gegen die Grizzlys Wolfsburg ist vertagt. Am Sonnabend gibt es in Bremerhaven das Entscheidungsspiel.
22.04.2021, 22:54
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Ein Fehler zu viel - 3:2 für Wolfsburg
Von Olaf Dorow
Ein Fehler zu viel - 3:2 für Wolfsburg

Gegentreffer durch Festerling: Nach diesem 1:0 gelingt Festerling später noch das 3:2 gegen die Pinguins.

Darius Simka /imago

Es kann immer noch der größte Erfolg der Vereinsgeschichte werden für die Fischtown Pinguins. Aber ob es das tatsächlich wird, hat sich am Donnerstag noch nicht entschieden. Die Entscheidung ist vertagt worden auf den Sonnabend. Im zweiten DEL-Viertelfinale verloren die Bremerhavener bei den Grizzlys Wolfsburg mit 2:3 (0:1, 2:2, 0:0). Das erste Spiel hatten die Pinguins am Dienstag mit 4:2 gewonnen. Zum Einzug ins Halbfinale sind zwei Siege nötig. Bully am Sonnabend, quasi zum Finale des Viertelfinales, ist in der Bremerhavener Eisarena um 17.30 Uhr.

„Nach unserer Führung im zweiten Drittel haben wir aus unerklärlichen Gründen den Faden verloren“, kommentierte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch gegenüber Magenta Sport. Das 2:3 Sekunden vorm zweiten Drittelschluss, noch dazu bei Bremerhavener Überzahl, sei „so etwas wie ein Nackenschlag“ gewesen. Danach habe sich gezeigt, wie „wahnsinnig stark“ Wolfsburg in der neutralen Zone den Puck kontrollieren könne. Die Hauptfrage für den Sonnabend werden aus Sicht der Bremerhavener sein: Finden sie schneller ins Spiel? Verringern sie die Fehlerzahl? Und können sie das Wolfsburger Abwehr-Bollwerk häufiger aushebeln?

Sollte es so laufen wie im ersten Spiel? Diese Frage stand zunächst im Raum, als am Donnerstagabend in Wolfsburg die erste Pause kam. Wie am Dienstag in Bremerhaven erwiesen sich die Grizzlys zunächst als das dominantere Team. Sie störten die Pinguins recht früh, sie feuerten mehr als doppelt so oft aufs Tor des Gegners. Brandon Maxwell hatte gut zu tun, und in der 17. Minute war er schließlich doch überwunden. Die Wolfsburger nutzten die erste Überzahl-Situation des Spiels. Sie entließen die Pinguins nicht aus der Umklammerung, Garrett Festerling schob die Scheibe schließlich in Maxwells Tor.

Carson McMillan hatte wegen Beinstellens eine Zwei-Minuten-Strafe abzusitzen. Die Pinguins durften in der Pause nicht nur wegen der hohen Intensität des Spiels durchatmen. Wolfsburg hatte anfangs einmal auch den Pfosten getroffen. „Wir waren zu viel unter Druck“, sagte Bremerhavens Co-Trainer Martin Jiranek im Interview zu Magenta Sport, „wir dürfen die Scheibe in der neutralen Zone nicht zu oft verlieren, wenn wir sie erobert haben und im Aufbau sind.“

Sie verloren die Scheibe aber zu oft, zumindest einmal zu oft. So ließ sich das Mitteldrittel beschreiben, das dann nicht zur Kopie des Spielverlaufs am Dienstag wurde. Die Intensität des ersten Abschnitts steigerte sich noch, es wurde für die Beteiligten das gern zitierte Wechselbad der Gefühle. Zunächst wirkten die Wolfsburger erneut dominanter und dem 2:0 nahe. Dann schlug Bremerhaven zu, und zwar wie aus heiterem Himmel. Per Doppelschlag drehten Mitch Wahl und Miha Verlic (26/27.) das Spiel. Wahl war just von der Strafbank aufs Eis zurückgekehrt und donnerte den Puck unhaltbar ins Netz. Verlic stocherte eine gute Minute später die Scheibe zur Pinguins-Führung über die Linie. Die Pinguins traten fortan an in ganz anderer Körpersprache auf – und kassierten fünf Sekunden vor der Sirene das 2:3. In Unterzahl.

Zunächst hatte Spencer Machacek mit einer feinen Aktion ausgeglichen (35.). Ein fehlerhaftes Anspiel von Goalie Maxwell leitete dann den dritten Gegentreffer ein, den zweiten durch Garrett Festerling. Gleich mehrere Pinguins-Profis hatten ihn nach Maxwells Patzer nicht daran hindern können. So fiel im Kurzinterview auch nach diesem Drittel die Analyse eines Bremerhaveners am Ende ähnlich aus.

„Das waren zu viele Fehler. Aber wir werden zurückkommen“, sagte Miha Verlic. Angesprochen darauf, wie anstrengend es im zweiten K.o-Spiel gerade sei, sagte der Slowene: „Es ist schon den ganzen Monat sehr anstrengend“. Aber, nun ja: Es seien die Play-offs. Weil im Pandemie-Jahr II im Modus „best of three“ gespielt wird, werden Aussetzer nicht verziehen.

Sie kamen nicht mehr zurück. Nur noch fast. Die Wolfsburger verlegten sich auf eine sehr engmaschige Verteidigung, was ohnehin als eine ihrer Stärken gilt. Für Bremerhaven traf Mitch Wahl noch den Pfosten. In den letzten 100 Sekunden des Spiels, in denen die Pinguins am Dienstag noch zwei Treffer gelungen waren, versuchte die Mannschaft von Thomas Popiesch noch einmal, eine Überzahl und ein Power Play zu erzeugen. Die Pinguins nahmen Torwart Maxwell heraus. Der Ausgleich wollte aber einfach nicht mehr fallen. „Wir müssen noch aggressiver Schlittschuh laufen, es gibt noch viel zu tun“, sagte Popiesch mit Blick aufs Entscheidungsspiel am Sonnabend. „Aber wir werden bereit sein“, fügte er noch an.

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