2. Floorball-Bundesliga

Horner Youngster stürmen an die Spitze

Nach einem überraschend klaren 12:6-Heimerfolg über die Baltic Storms starten die Zweitliga-Floorballer des TV Eiche Horn als Tabellenführer in die neue Saison.
21.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Rainer Jüttner

Bremen. Die Saison in der 2. Floorball-Bundesliga scheint interessant zu werden. Bereits die ersten beiden Partien der neuen Saison brachten gleich zwei Überraschungen. Für die erste sorgte dabei die neuformierte Mannschaft des TV Eiche Horn, die sich nach dem 12:6-Heimerfolg über die Baltic Storms erst einmal an die Tabellenspitze setzte. Dahinter folgt mit den Hannover Mustangs gleich das zweite Überraschungsteam. Die in der vergangenen Saison noch phasenweise als Schießbude der Liga apostrophierte Mannschaft setzte sich mit den beiden Ex-Hornern Daniel Plate und Arne Kerlin unerwartet mit 8:5 über die Dümptener Füchse durch.

Doch zurück zu den Hornern. Nach dem coronabedingten Saisonabbruch hatte sich bei den Bremern einiges getan. Die vor der vergangenen Saison aus Lilienthal an die Berckstraße gewechselten Spieler waren allesamt wieder an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, nachdem sich die Lilienthaler Wölfe wieder in die 2. Liga zurück gekämpft hatten. Weitere Abgänge und der Zuwachs an talentierten Youngstern machten aus dem einstigen Aufstiegsanwärter Eiche in der Vorbereitungszeit eine „Wundertüte“. Selbst Spielertrainer Marcel Westermann war sich nicht sicher, welche Qualität die neue Horner Mischung besitzen würde.

Und so wurde Westermann im Spiel gegen die Baltic Storms aus Kiel auch gleich in zweierlei Hinsicht überrascht. „Einerseits haben wir eine deutlich bessere Vorstellung als erwartet und vor allem als in den Testspielen abgeliefert und gleichzeitig hätte ich die Kieler nach den Erfahrungen der Vorjahre deutlich stärker eingeschätzt“, sagte Westermann. Der Umstand, dass die Storms nicht mehr so stark besetzt waren und andererseits die junge Horner Garde durchaus etwas Nervosität an den Tag legte, sorgte so anfangs für viel Hektik. „Da kam durch die vielen Ballverluste auf beiden Seiten viel Gehacke zustande“, sagte Marcel Westermann.

Nach einem phänomenalen Start, und fünf aussichtsreichen Torabschlüssen in eineinhalb Minuten, schien die Horner Führung nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch bereits mit dem zweiten Torschuss der Gäste, den die Horner einfach schlecht geblockt hatten, lagen plötzlich die Kieler vorn. Von diesem Knick erholten sich die Gastgeber aber wieder. Der starke Jonas Gerdsen glich umgehend aus und auch die zweite Baltic-Führung wurde durch Marcel Westermann schnell egalisiert (12.). Danach fanden die Horner mehr und mehr zu ihrem Rhythmus und lernten praktisch mit jeder Minute besser, wie sie die Kieler Schwachstellen ausnutzen konnten. Andererseits verschätzten sich die Gäste gewaltig, als sie Jonas Gerdsen als eine vermeintliche Horner Schwachstelle ausgemacht hatten. Der erst 15-Jährige war verständlicherweise noch etwas unsicher in sein erstes Bundesligaspiel gegangen. Rechtzeitig nahm ihn aber Marcel Westermann an die Seite. „Ich habe ihm gesagt, dass er an sich glauben soll und ihm ein paar technische und taktische Tipps gegeben, die er dann alle sehr gut umgesetzt hat“, so Westermann. Prompt wurde aus der Schwachstelle einer der besten Horner an diesem Tag, denn Jonas Gerdsen glänzte sowohl als zweifacher Torschütze und zweifacher Vorlagengeber.

Per Gerdsen, Daniel Serafiniak und Noah Ehrenfried sorgten für die 5:2-Führung nach dem ersten Drittel. Kai Ehrenfried und erneut Noah Ehrenfried schraubten den Vorsprung auf 6:3, bevor die Kieler zum Ende des zweiten Drittels noch auf 3:7 verkürzten. Spätestens im dritten Abschnitt dominierten die Horner nach Belieben. Ole Gerdsen (2), Jonas Gerdsen, Marcel Westermann und Daniel Serafiniak sorgten schließlich bei drei weiteren Gegentoren für den Endstand. Ein Sonderlob verdiente sich auch Ole Gerdsen. Die Entwicklung des 17-Jährigen freut Westermann besonders. „Er ist schon sehr sicher am Ball, strahlt schon viel Ruhe aus und übernimmt immer mehr Verantwortung“, so der Horner Spielertrainer.

Nach diesem gelungenen Saisonauftakt erwartet sein Team am 26. September ein ganz anderes Kaliber. Im Derby beim den Neuling und Topfavoriten Lilienthaler Wölfe sind die Horner klarer Außenseiter, doch so ganz klein will sich Marcel Westermann auch nicht machen. „Lilienthal ist von der Papierform her klarer Favorit, hat aber beim Pokalsieg auch gezeigt, dass da noch einige Baustellen sind. Ich hoffe auf ein enges Spiel“, sagt er.

Auch Eiche hatte in der ersten Pokalrunde ein hartes Stück Arbeit zu überstehen. Gegen den vermeintlichen Underdog SG TSV Tetenbüll/SV Hemmingstedt gelang nur ein knapper 5:3-Erfolg, der die Horner in die zweite Runde einziehen ließ. Dort treffen sie am 10. Oktober auf die SG Osnabrück/Bielefeld, ein Team, das sich nur für den Pokalwettbewerb zusammen geschlossen hat und als Red Pandas Osnabrück ansonsten in der Verbandsliga Nordwest antritt. Am 10. Oktober steht an der Berckstraße somit eine Pokal-Doppelveranstaltung auf dem Programm. Denn auch die Horner Zweitvertretung ist dann im Einsatz und hofft gegen den Zweitligisten USV Halle Saalebiber auf eine Überraschung.

TV Eiche Horn: Lizotte, Sellars; Noah Ehrenfried, Schönfelder, Pelke, Serafiniak, Geiler, Kai Ehrenfried, Per Gerdsen, Eidam, Jonas Gerdsen, Ole Gerdsen, Westermann, Julia Noel.

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