2. Floorball-Bundesliga

TV Eiche Horn schrammt knapp am Derbysieg vorbei

Erst in der Nachspielzeit mussten sich die Zweitliga-Floorballer des TV Eiche Horn im Derby den favorisierten Lilienthaler Wölfen mit 5:6 geschlagen geben.
28.09.2020, 16:33
Lesedauer: 3 Min
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TV Eiche Horn schrammt knapp am Derbysieg vorbei
Von Dennis Schott
TV Eiche Horn schrammt knapp am Derbysieg vorbei

So dicht waren die Floorballer des TV Eiche Horn, hier mit Spielertrainer Marcel Westermann, dran an einer Überraschung. Letztlich fehlten dem Zweitligisten 13 Sekunden zum Sieg gegen die Lilienthaler Wölfe.

Sandra Brockmann

Lilienthal. Als Marcel Westermann im dritten Drittel die 4:3-Führung erzielte, konnten sich die Spieler auf der Bank des TV Eiche Horn noch so gerade zügeln. Am liebsten wären sie auf das Spielfeld gerannt, um ihren Teamkollegen hochleben zu lassen. Ein Teil befand sich bereits auf dem Feld, kehrte dann aber wieder um. Der Floorball-Zweitligist hatte im Derby bei den Lilienthaler Wölfen ja noch über elf Minuten zu überstehen.

Als Noah Ehrenfried aber auf 5:3 erhöhte, gab es kein Halten mehr. Diesmal rannte das gesamte Horner Lager zu seinem Torschützen. Dreieinhalb Minuten Restspielzeit zeigte die Uhr in der Schoofmoor-Halle da an. Der Sieg gegen den Lokalrivalen war greifbar nahe – und wurde den Hornern dennoch auf brutale Art und Weise entrissen. Erst erzielten die Lilienthaler durch Erik Ebbinghaus den Anschluss, dann erzwang Dennis Heike per Fernschuss 13 Sekunden vor dem Ende die Verlängerung. In dieser erzielten die Lilienthaler schließlich auch noch das entscheidende Tor zum 6:5 (3:1, 3:3,5:5)-Endstand. Nach 3:43 Minuten der Verlängerung hatte die Horner der „sudden death“, der „plötzliche Tod“, ereilt.

Was nach dem Spiel blieb, war jede Menge Enttäuschung, aber auch viel Stolz, den klar favorisierten Lilienthalern so gut Paroli geboten zu haben. „Lilienthal war gut, aber ich habe sie eigentlich stärker erwartet. Da waren schon einige erfahrene Spieler auf dem Feld“, sagte Spielertrainer Marcel Westermann und verwies dabei auf seine junge Garde, in der die meisten Akteure ihre ersten Partien auf Bundesliga-Niveau bestreiten. „Ich würde daher nicht sagen, dass der Stachel dieser Niederlage so tief sitzt. Wir haben einen Punkt gewonnen“, erklärte Westermann weiter.

Die Partie nahm zunächst ihren zu erwartenden Verlauf. Gerade etwas mehr als eine Minute war absolviert, da erzielte Hannes Röttger per Fernschuss auch schon die Führung für die Lilienthaler. Die blieben in der Folge tonangebend und ergriffen gegen defensiv orientierte Horner mehr die Initiative. Wirklich gefährlich waren sie allerdings nicht. Bis dahin hatten die Hausherren alles im Griff, nur Westermann konnte einmal mit einer guten Möglichkeit aufwarten, ehe ihnen ein Wechselfehler unterlief. Die daraus resultierende Zwei-Minuten-Strafe nutzten die Gäste konsequent aus. Till Geiler und Noah Ehrenfried drehten die Partie in nur 57 Sekunden zu Gunsten der in Überzahl agierenden Horner.

Spätestens von diesem Zeitpunkt an war es ein Spiel auf Augenhöhe. Die Lilienthaler waren sichtlich bemüht, das Heft des Handelns wieder an sich zu reißen, während die Horner immer wieder vereinzelte Nadelstiche setzen konnten. Ein ums andere Mal standen in einem hin- und herwogenden Spiel auch die beiden Keeper im Fokus. Vier Minuten vor dem Ende des ersten Drittels verpassten die Horner den Wölfen schließlich den nächsten Nackenschlag. Finn von Kroge traf zum 3:1.

Nach einem turbulenten Beginn im zweiten Drittel handelten sich die Horner wiederum eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Nach der Hinausstellung von Noah Ehrenfried dauerte es gerade einmal zwei Sekunden, ehe Lilienthal auf 2:3 verkürzte. Doch damit nicht genug: Noch innerhalb der zwei Minuten glich der Favorit aus. Das Spiel schien sich zu Gunsten der Lilienthaler zu drehen, erst recht, als der TV Eiche Horn die nächste Zwei-Minuten-Strafe kassierte. Doch im Gegensatz zu vorher hielten sich die Gäste schadlos.

„Mit nur zwei Reihen durchzuspielen, ging stark auf die Kondition. Das hat man zum Schluss schon ein wenig gemerkt. Da fehlten Kleinigkeiten“, ließ Marcel Westermann das dramatische Schlussdrittel noch einmal Revue passieren. Auch in diesem Durchgang musste Eiche Horn zwei Minuten in Unterzahl überstehen, was letztlich viel Kraft kostete. Das 4:3 löste jedoch noch einmal einen Motivationsschub aus. Die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste machten Meter um Meter, ließen den Lilienthaler kaum Lücken, zudem hatten sie in Timothy Lizotte, der einige Bälle entschärfte, einen sicheren Rückhalt. Als Noah Ehrenfried, der vorher den Pfosten getroffen hatte, sogar auf 5:3 erhöhte, gingen die Lilienthaler schließlich volles Risiko und nahmen ihren Torwart André Heißenbüttel vom Feld. Ein Risiko, das sich für sie letztlich bezahlt machte.

TV Eiche Horn: Lizotte; Sellars, Appenrodt, Beiler, Westermann, Serafiniak, Noel, Ehrenfried, Jablonski, Per Gerdsen, von Kroge, Eidam, Ole Gerdsen, Schönfelder, Klimbert, Jonas Gerdsen, Pelke.

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