2. Fußball-Bundesliga der Frauen Bewegung wohl nur noch auf dem Transfermarkt

Werders Frauenfußball-Abteilungsleiterin Birte Brüggemann erwartet den Abbruch der Saison und ist überzeugt, dass der Kader in der nächsten Saison, dann in der Bundesliga, ein guter sein wird.
14.05.2020, 18:00
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Bewegung wohl nur noch auf dem Transfermarkt
Von Jörg Niemeyer

Auch für Birte Brüggemann ist in diesen schwierigen Wochen eigentlich nur eines gewiss: „Die Nach-Corona-Zeit wird anders sein als die Vor-Corona-Zeit.“ Die Leiterin der Frauenfußball-Abteilung des SV Werder fügt sich sehend, aber klaglos dem Schicksal, dass gegenwärtig niemand einen genauen Zukunftsplan erstellen kann. Und niemand einen Fahrplan hat, wann es wo wie weitergehen wird.

Für den Fußball und damit auch für den souveränen Tabellenführer der 2. Bundesliga der Frauen ist der 25. Mai der nächste wegweisende Termin. Dann findet in virtueller Ausführung ein Außerordentlicher Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) statt, auf dem über die Fortführung oder den Abbruch unter anderem der 3. Liga sowie der 1. und 2. Bundesliga der Frauen abgestimmt werden soll. Nach einem Votum von 13 der 14 Frauen-Zweitligisten am vergangenen Freitag steht für Birte Brüggemann fest, dass die Zweitliga-Saison abgebrochen wird. „Daran habe ich keinen Zweifel“, sagt die 49-Jährige am Donnerstag dem WESER-KURIER. Sollte es so kommen, wird die Mannschaft von Trainer Alexander Kluge gemeinsam mit dem SV Meppen in die Bundesliga aufsteigen. Und dann werde, wie ursprünglich auch vorgesehen, Ende Mai die Sommerpause beginnen. Wenigstens das wäre dann normal.

„Die Situation ist für alle unbefriedigend, weil man im Sport sportlich aufsteigen will“, sagt Birte Brüggemann auch. Aber angesichts von 14 Punkten Vorsprung bei eigentlich noch ausstehenden zehn Partien sehe sie ihre in dieser Saison noch ungeschlagene Mannschaft trotzdem nicht als Aufsteiger am Grünen Tisch. Es dürfte wohl keiner behaupten wollen, dass der Aufstieg des SV Werder unverdient sei. Die Abteilungsleiterin hatte sich in Anbetracht der klaren Führung schon darauf gefreut, erstmals in ihrer seit 2007 währenden Amtszeit in Ruhe eine Saisonvorbereitung angehen zu können. Dann kam die Pandemie, die Zeitpläne unmöglich machte und Personalpläne erheblich erschwerte.

Der Transfermarkt sei völlig umkrempelt, sagt die 49-Jährige. Wechsel über Ländergrenzen hinweg seien, auch bei Werder, angedacht gewesen, hätten aber nicht abgewickelt werden können. Habe sich hier ein Stillstand eingestellt, sei der nationale Markt dagegen bewegter als früher. Das liege zum einen daran, dass in vielen Frauenteams und auch bei Werder aktuell eine größere Fluktuation herrsche als sonst. Zum anderen versuchten in der Corona-Zeit aber auch mehr Berater als sonst, ihre Spielerinnen zu vermitteln. Möglicherweise eine Folge davon, dass Probetrainings und das „klassische Kennenlernen“, wie es Birte Brüggemann nennt, derzeit nicht möglich sind.

Personell hat sich in den vergangenen Tagen bei Werder viel getan. Am Mittwoch verkündete der Klub die Verpflichtung der Mittelfeldspielerin Margarita Gidion, die vom 1. FFC Frankfurt kommt. Die 25-Jährige hat 98-Bundesliga-Einsätze sowie zwei A-Länderspiele auf ihrem Konto. Außerdem gab Werder den Wechsel der 22-jährigen Offensivspielerin Jasmin Sehan vom Erstligisten SC Sand bekannt. Nach Ricarda Walkling, die bereits während der Winterpause nach Bremen kam, sind es die Neuzugänge zwei und drei an der Weser.

Demgegenüber steht inzwischen aber auch fest, dass neben Samantha Steuerwald und Adina Hamidovic mit Giovanna Hoffmann, Luisa Wensing und Selina Cerci gleich drei Leistungsträgerinnen den Verein verlassen werden. Birte Brüggemann ist allerdings zuversichtlich, dass die Lücken zum Teil bereits geschlossen sind beziehungsweise noch geschlossen werden. „Der Kader wird sowohl auf den Positionen als auch in Bezug auf die Altersstruktur und Erfahrung der Spielerinnen ein guter sein“, sagt sie. Weitere Verpflichtungen stünden unmittelbar bevor. Außerdem werde Werder wieder Talenten aus dem eigenen Verein eine Chance geben.

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