Förderpläne Sport geht alle an

Der Investitionsstau bei Sportstätten bedroht die Handlungsfähigkeit der Vereine. Deshalb müssen Bundes- und Landespolitik verbindliche Förderpläne aufstellen, meint Gastautorin Eva Quante-Brandt.
09.12.2022, 19:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Eva Quante-Brandt

Es ist gesellschaftlicher Konsens, dass der Sport Herausforderungen wie gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt, Inklusion, Toleranz und Werte wie Engagement, Verlässlichkeit und eine gesunde Lebensführung unterstützt beziehungsweise unterstützen kann. In vielen Bundesländern ist der Sport in der Verfassung verankert, so auch seit 1997 in Bremen.

Die Bedeutung des Sports lässt sich mit Zahlen belegen. Die Gesamtmitgliederzahl in den Sportvereinen lag in den vergangenen zehn Jahren relativ konstant bei fast 24 Millionen. Im Land Bremen sind derzeit mehr als 142.000 Mitglieder in circa 380 Vereinen aktiv. Soweit so gut und richtig. Der Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) stellte jedoch zum Spitzensport Ende 2021 fest, dass Deutschland nicht nur seinen Ruf als führende Sportnation verspielt hat. Auch die Vernachlässigung von Bewegung und Sport im deutschen Bildungssystem sei weder unter leistungssportlichen Gesichtspunkten im internationalen Vergleich noch gesellschaftlich und gesundheitspolitisch verantwortbar.

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Die Förderung des Breitensports liegt in der Verantwortung der Länder und Kommunen, die des Spitzen- und Leistungssports beim Bund. Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem finanzielle Förderung. Maßgeblich für die Sportförderung ist die Wahrung der Autonomie des organisierten Sports und das subsidiäre Prinzip. Der Sport regelt also seine Angelegenheiten in eigener Verantwortung. Das ist von allen Seiten gewollt und richtig so.

Der Sport kann seine Kraft aber nur dort entfalten, wo auch die Grundlagen für das Sporttreiben gegeben sind. Das betrifft in erster Linie das Vorhandensein und die Qualität der Infrastruktur. Die Investitionen sind bundesweit und besonders in Bremen mindestens in den vergangenen beiden Jahrzehnten soweit reduziert worden, dass aktuell ein großer Investitionsstau vorhanden ist. Der beeinträchtigt die Sportvereine in ihrem Engagement bis hin zur Handlungsunfähigkeit.

Die Bundes- und die Landespolitik sind dringend gefordert, angemessene Förderpläne verbindlich aufzustellen, damit die Sportvereine Angebote entsprechend ihrer gesellschaftlichen Rolle vorhalten können. Die Sportlerinnen und Sportler sowie die Akteure in den Vereinen verdienen die Anerkennung und Würdigung ihrer sportlichen Erfolge und angemessene Sportanlagen. Nur so kann ein sinnstiftender Breiten- und Leistungssport bestehen. Nur so sind die allerorts beschriebenen gesellschaftlichen Werte mit Leben zu füllen.

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Zur Person

Unsere Gastautorin
ist neue Präsidentin des Landessportbund Bremen (LSB). Die frühere Gesundheitssenatorin war von 1992 bis 1994 Vorsitzende der Bremer Sportjugend und ist sportpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

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