National Games in Bremen

Freier Eintritt zu über 2000 Wettkämpfen

Bremen. Am Montag starten die National Games in Bremen, dann kämpfen 4550 Athleten und Athletinnen mit geistiger Behinderung in über 2000 Wettkämpfen um 4860 Medaillen. Die Organisatoren hoffen auf viele Besucher - der Eintritt ist überall frei.
08.06.2010, 15:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Ben Binkle
Freier Eintritt zu über 2000 Wettkämpfen

OK-Präsident Dr. Hans-Jürgen Schulke (r.) bedankt sich bei "zwei Männern der ersten Stunde" der National Games in Bremen

BEN BINKLE

Bremen. Als Ulrich Mäurer vor zwei Jahren die symbolische Fahne für die nächste Ausrichtung der National Games vom Karlsruher Bürgermeister Harald Denecken überreicht bekam, hatte Bremens Senator für Inneres und Sport ein klares Ziel vor Augen: Die Wettkämpfe für Menschen mit geistiger Behinderung im Jahr 2010 in der Hansestadt sollten noch besser und größer werden als die sehr gelungene Veranstaltung in Karlsruhe. "Ein schwer erreichbares Ziel", sagt Mäurer, "aber Bremen kann das überbieten". Zumindest die Zahlen geben Mäurer fünf Tage vor dem Start recht.

Ab kommenden Montag wird sich dann zeigen, ob die ambitionierten Ziele der Organisatoren auch in den Stadien und Wettkampfstätten umgesetzt werden. Dann beginnen die Special Olympics, wie die National Games auch genannt werden, in Bremen (14. bis 19. Juni) und werden ihren Platz unter den zehn größten Sportereignissen in Deutschland finden, wie Projektleiter Christian Dirbachbetont. Rund 1,3 Millionen Euro Organisationskosten verschlang die Planung, diese Kosten werden aber nicht auf die Zuschauer umgelegt: Der Eintritt zu allen Sportwettkämpfen ist kostenfrei.

Und die Zahlen rund um die Wettkämpfe sind in der Tat beeindruckend. 4550 Athleten - und damit über 1000 mehr als noch vor zwei Jahren - kämpfen in 20 Sportarten um 4860 Medaillen und stellen das Organisationsteam zwangsläufig vor große logistische Herausforderungen. Allein über 2000 Siegerehrungen wird es während der fünf Wettkampftage geben. Nur zum Vergleich: Bei den Paralympics in Vancouver 2010 waren es nur rund 600, selbst die Sommerspiele 2008 in Peking erreichten nicht die Anzahl der Teilnehmer in Bremen. Nur dank der Unterstützung von 2300 freiwilligen Helfern kann das Organisationsteam diese Herausforderung bewältigen.

Bremer Fußballer sind Titelverteidiger

Eine sportliche Qualifikation für die National Games gab es nicht, anders als bei Paralympics gibt es kein Leistungsprinzip für die Starter. Die schwierigste Entscheidung sei es gewesen, sagt OK-Präsident Dr. Hans-Jürgen Schulke, die Zahl der Teilnehmer auf 4550 begrenzen zu müssen. Weit mehr Anmeldungen seien in den zwei Jahren eingegangen. Am Ende war die Begrenzung eine finanzielle Zwangsläufigkeit, denn jeder Starter in Bremen wird mit 250 Euro subventioniert. Startgeld zahlen die Athletinnen und Athleten nicht, lediglich für ihre Kosten müssen sie selber aufkommen.

Als Titelverteidiger gehen die Fußballer des Bremer Martinshofs an den Start. Vor zwei Jahren in Karlsruhe holte das Auswahlteam von Trainer Guido Häger überraschend Gold und rechnet sich nun beim "Heimspiel" in Bremen gute Chancen auf die Titelverteidigung aus. Die Konkurrenz ist allerdings gewaltig: 100 Fußballteams haben sich angemeldet, mit weit über 1000 Athleten stellen die Kicker auch das größte Starter-Kontingent aller Sportarten. Neben Fußball mussten auch Leichtathletik (über 700) und Schwimmen (600) "gedeckelt" werden - es gab schlichtweg zu viele Anmeldungen.

Sogar ein echter Prinz kommt nach Bremen

Bei der Eröffnungsfeier am Montag wird es noch ein weiteres Novum geben: Erstmals werden die National Games vom Bundespräsidenten eröffnet - allerdings nur, weil Jens Böhrnsen dieses Amt nach Horst Köhlers Rücktritt derzeit stellvertretend bekleidet. Für die Woche haben sich in Bremen auch zahlreiche namhafte Gäste angekündigt. IOC-Vizepräsident Dr. Thomas Bach und UN-Generalsekretär Willi Lemke werden ebenso erwartet wie ein echter Prinz: Prinz Leopold von Bayern ist Sonderbotschafter der Special Olympics und ein Dauergast bei den Wettkämpfen. Für die Eröffnungsveranstaltung in der Bremen Arena kündigte OK-Präsident Schulke ganz besondere Gäste an. Die Namen der Prominenz wollte er allerdings nicht nennen: "Bei den Olympischen Spielen wird auch nicht verraten, wer das Feuer entzündet."

Fünf Tage lang steht Bremen im Zeichen der Special Olympics und die Wetterprognose meint es gut mit den Athleten und Zuschauern. Stürme und Gewitter sind nicht vorhergesagt, sicherheitshalber stellt Werder Bremen aber schon einmal 5000 Regencapes für die Starterinnen und Starter zur Verfügung.

Am Sonnabend erreicht die Fackel, die Ende Mai am Brandenburger Tor ihren Weg nach Bremen begann, ihren Bestimmungsort. Nach einer Runde um das Weserstadion geht es die Weser entlang in die Innenstadt, wo Bürgermeister Jens Böhrnsen das Feuer um 12.30 Uhr auf dem Marktplatz entzünden wird. Senator Mäurer hofft, dass der Funke der National Games auch auf die Bremer Bürgerinnen und Bürger überspringt: "Jeder Bremer sollte zumindest einmal bei den Wettkämpfen vorbeischauen. Und ich bin mir sicher: wer einmal dort war, der wird auch wiederkommen."

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