Bremen-Liga Fünf Teams im Titelrennen

Bremen. So eng war es seit Jahren nicht mehr: In der Winterpause können sich gleich fünf Fußballteams berechtigte Hoffnungen auf den Titel der Bremen-Liga machen. Dem amtierenden Meister Werder Bremen III (37 Punkte) folgen drei Mannschaften mit 36 Zählern.
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Von Stefan Freye

Bremen. So eng war es seit Jahren nicht mehr: In der Winterpause können sich gleich fünf Fußballteams berechtigte Hoffnungen auf den Titel der Bremen-Liga machen. Dem amtierenden Meister Werder Bremen III (37 Punkte) folgen drei Mannschaften mit 36 Zählern, und auch der Tabellenfünfte Blumenthaler SV (33 Punkte) kann in der Rückrunde noch eingreifen ins Geschehen der Bremer Königsklasse.

Wenn es nach Werder-Coach Andreas Ernst geht, bleibt es allerdings bei der Spitzenposition seines Teams. "Vom Potenzial her", sieht er seine Mannschaft nämlich im Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Nur die "dummen Punktverluste" hätten Werder einen deutlicheren Vorsprung gekostet. Drei Mal verlor der Titelverteidiger, und nur die Niederlage gegen den FC Bremerhaven (0:1) würde der Trainer als unvermeidbar bezeichnen. "Wir haben eine junge Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde offensiv spielen will", begründet Ernst die Punktverluste. Statt auf Sicherheit zu spielen und den Sieg nach Hause zu bringen, suchte Werder den Weg nach vorn. Und wurde bestraft. Wie beim 3:4 gegen den Blumenthaler SV, der in den Schlussminuten noch einen 2:3-Rückstand in einen Sieg verwandelte.

Etwas enttäuscht ist Andreas Ernst sogar von der SG Aumund-Vegasack - was deren Abschneiden beim Hallencup kurz vor Weihnachten betraf. Nach einer starken Hinrunde auf dem Feld hatte nicht nur der Werder-Trainer mehr erwartet von der SAV als das Aus in der Vorrunde. Vielleicht aber fehlte den Nordbremern in der Halle, was nach Ernst' Ansicht auch draußen den Sprung nach ganz oben verhindern wird: die Erfahrung. "Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen, aber die SAV spielt mit vielen jungen Spielern", so Ernst.

Um Routinier Muhamed Hodzic wurde ein talentiertes Team gebaut, dem die Zukunft gehört. Ob es bereits in dieser Saison zum großen Sprung reicht, zählt aber sicher zu den spannendsten Fragen. Immerhin: Das Team von Kristian Arambasic ist die Nummer eins in Bremen Nord, und es landete beim 12:1 gegen den FCO II schon mal den zweithöchsten Sieg der Hinrunde.

Viel Routine

Ganz anders als die SAV schätzt Andreas Ernst den Tabellendritten ein. Im Bremer SV erblickt der Trainer nämlich den größten Konkurrenten um die Meisterschaft. Schließlich geht es in dieser Frage um "die lange Sicht", und da habe der BSV neben Werder III einfach am meisten zu bieten. "Sie sind relativ erfahren und verfügen über die meiste Routine", so Ernst. Das kommt dabei heraus, wenn man vor der Saison zwei erfolgreiche Mannschaften aus der Bremen-Liga zu einer zusammenfasst. Aus Brinkum kam Klaus Gelsdorf, um Andreas Laesch auf der Trainerbank zu beerben. Er brachte gleich sieben Spieler (Abendroth, Klemptner, Ole Laabs, Sternke, Schlicker, Spitzer, Silva) mit von seinem alten Verein. Sie bilden nun das Gerüst des Bremer SV, verstärkt durch Kicker des letztjährigen Kaders. Etwa durch Mirko Jankowski, den frischgebackenen Amateurfußballer des Jahres. Er konnte jedoch auch nicht verhindern, dass es für den BSV in den Spitzenduellen eher durchwachsen lief. Gegen Werder

III gelang noch ein 3:3, aber gegen die SAV (0:1) gab es keine Punkte, und gegen den OSC verlor der BSV nach dem 3:2 zu Saisonstart im letzten Spiel des Jahres mit 1:2. Der vierte Sieg des OSC Bremerhaven in Folge sorgte dafür, dass sich auch das Team von Sasa Pinter wieder eine Menge Hoffnung machen kann. "Sie haben eine gute Truppe und werden bis zum Ende dabei sein", ist sich Andreas Ernst sicher. Den Sprung nach ganz oben traut er aber auch dem OSC nicht zu, und dabei entdeckt er durchaus Parallelen zum eigenen Team. "Sie sind vielleicht manchmal zu ungestüm", findet Ernst.

Es geht immer nach vorn, wenn die Bremerhavener den Fußballplatz betreten. Sekt oder Selters ist die Devise. Dabei verfügen sie mit nur 14 Gegentoren über die beste Abwehr der Hinrunde. Wenn es aber mal einschlug im Tor des OSC, dann blieb das selten ohne Folgen. Die Bremerhavener haben nämlich bereits vier Niederlagen auf dem Konto - mehr als jedes andere Team aus der Spitzengruppe.

Die wenigsten Niederlagen kassierte dagegen der Tabellenfünfte. Der Blumenthaler SV nahm lediglich bei der 0:3-Pleite beim Brinkumer SV keine Punkte mit aus einem Spiel. Das Problem des zweiten Nordbremer Teams in der ersten Reihe der Liga sind die Unentschieden. Bereits sechs Mal musste sich Blumenthal mit nur einem Punkt begnügen. Beinahe hätte auch das Gastspiel bei Werder III am 13. Spieltag ja nur einem Punkt gebracht. Die 3:4-Niederlage gegen Blumenthal - Werder spielte rund 60 Minuten in Unterzahl - hat Andreas Ernst auch nicht sonderlich beeindruckt. "Ich glaube nicht, dass es für Blumenthal für ganz vorne reicht, dem Team mangelt es noch an Konstanz", meint der Werder-Trainer. Ende Mai 2011, nach dem letzten Spieltag, wird sich zeigen, ob er Recht hat.

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