Bremer Fußball-Schnack

Für die U 19-EM: Werders Eta wird Nationaltrainerin

Überraschende Berufung des Deutschen Fußball-Bundes. Aumunds Trojahn ist fairster Spieler des Monats. Wie Borgfeld in der Fairplay-Tabelle wieder nach oben kommen will
26.11.2019, 17:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Für die U 19-EM: Werders Eta wird Nationaltrainerin

Bis 2018 lief Marie-Louise Eta für Werder in der Bundesliga auf, dann beendete sie nach 84 Spielen für die Grün-Weißen die aktive Karriere. Zuvor hatte sie für Turbine Potsdam, den Hamburger SV und BV Cloppenburg gespielt. Auch in etlichen Jugend-Nationalmannschaften war sie aktiv.

Oliver Baumgart/hansepixx

Es ging heiß her in diesem Spiel. Doch Daniel Trojahn bewahrte einen kühlen Kopf und handelte entsprechend. Das brachte dem Kicker aus der Ü 32 des SV Eintracht Aumund nun den Titel der „Fair Play-Geste des Monats“ ein. „So bin ich nun mal“, sagt der Preisträger. Es war seine Vorarbeit gewesen, die zur 2:1-Führung beim Spitzenreiter TV Walle geführt hatte. Angesichts der heftigen Proteste des Gegners ging der Schiedsrichter aber auf den Aumunder Angreifer zu und fragte: War der Ball zuvor im Aus? Daniel Trojahn räumte ehrlich ein: Der Ball war im Aus. „Einige Teamkollegen zeigten natürlich auch Unverständnis über meine Ehrlichkeit, weil es ein wichtiges Spiel war. Aber ich würde es wieder tun“, betont der Nordbremer. Er bekam vom Bremer Fußball-Verband nun nicht nur eine Urkunde, sondern auch Karten für das Werder-Heimspiel gegen Hoffenheim sowie Tickets zum großen Hallenturnier am 21. Dezember in der ÖVB-Arena.

Eine Nationaltrainerin aus Bremen – so könnte man es formulieren. Seit Beginn dieses Monats zählt Marie-Louise Eta jedenfalls zum Trainerteam der weiblichen U 19-Nationalmannschaft. Gemeinsam mit Verena Hagedorn (ehemals Trainerin von Bayer Leverkusen) assistiert die 28-Jährige dort dem Nationalcoach Michael Urbansky. Er war ins Amt gerückt, da sich Kathrin Peter, die eigentliche Trainerin, auf ihre Aufgabe bei der U 20-Auswahl konzentrieren wird. Derzeit steht deshalb auch noch nicht fest, wie lange die ehemalige Werder-Spielerin auf der DFB-Bank sitzen wird. In jeden Fall aber bis zur U 19-Europameisterschaft in Georgien im kommenden Sommer. Abgesehen davon ist die Laufzeit für Eta, die 2018 ihre Bundesliga-Karriere bei Werder beendete, erst einmal von nachrangigem Interesse. Sie musste ja nicht lange überlegen, ob sie den Job annimmt und ist „froh, dabei zu sein“. Auch bei Werder Bremen freut man sich über die Berufung und wertet es als gutes Zeichen, dass sich der DFB für Etas noch relativ junge Laufbahn interessiert. „Es ging auch nur mit der Zustimmung von Werder“, sagt Marie-Louise Eta – ihre Aufgabe als Trainerin der grün-weißen U 14-Kicker wird sie nämlich trotz des internationalen Bankplatzes fortsetzen.

Das passt irgendwie nicht: Den letzten Platz in der Fairness-Tabelle der Bremen-Liga belegt derzeit der SC Borgfeld. Also ausgerechnet jenes Team, dem man seit Jahren unterstellt, mit zahlreichen netten Spielern anzutreten – das also eigentlich viel zu brav ist für erfolgreichen Fußball. „Wir hatten diese eine Phase“, sagt Trainer Ugur Biricik. Im September vermochte der SC Borgfeld nicht jedes Spiel mit elf Spielern zu beenden. Er kassierte in dieser Zeit nämlich vier seiner insgesamt sechs Platzverweise (fünf Gelb-Rote Karten, eine Rote Karte). „Wir haben damals darüber gesprochen, diese Karten haben uns ja auch Punkte gekostet“, so der Trainer. Mittlerweile habe sich sein Team längst wieder gefangen. „Und das waren auch keine bösen, sondern dumme Aktionen“, unterstreicht Biricik. Die stattlichen 43 Gelben Karten seien ebenfalls auf die Unerfahrenheit seiner Kicker zurückzuführen: „Wir sind ja keine Rüpel.“ Angesichts der „Spitzenwerte“ bei Gelben und Gelb-Roten Karten weiß der Borgfelder Trainer allerdings auch, dass es dauern wird, ehe der Tabellenzehnte auch im Fairness-Ranking klettert. „Aber in der Rückrunde steigen wir wieder.“

„Es mussten viele Gespräche geführt werden, um diese Liga startklar zu machen“, sagt Fred Michalsky. Er ist der Futsal-Beauftragte des Bremer Fußball-Verbandes, und bei der angesprochen Spielklasse handelt es sich um die Futsal-Liga. Sie umfasst insgesamt sechs Mannschaften und nahm am vergangenen Wochenende den Spielbetrieb auf – mit zwei „Gast-Teams“ aus Niedersachsen und gerade mal zwei Partien. Dabei siegte der VfL Oldenburg mit 5:1 beim OSC Bremerhaven, während der TS Woltmershausen I mit 12:3 bei Blau-Weiß Hollage gewann. Der TS Woltmershausen II und der AGSV Bremen komplettieren die überschaubare Liga. Sie wird im Dezember fortgesetzt und soll Ende Februar beendet werden.

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