Fußball-Bundesliga Frauen

Tarczynska sorgt für Bremer Jubel

Werders Frauen haben das Aufsteigerduell gegen den SV Meppen mit 2:1 gewonnen und die Abstiegsränge der Fußball-Bundesliga verlassen. Das Siegtor fiel kurz vor Schluss vom Elfmeterpunkt.
14.10.2020, 21:12
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Tarczynska sorgt für Bremer Jubel
Von Frank Büter
Tarczynska sorgt für Bremer Jubel

Klare Sache: Meppens Verteidigerin Victoria Krug spielt den Ball mit dem Arm, den fälligen Strafstoß wird Agata Tarczynska (im Bild links) kurz darauf sicher zum 2:1-Endstand für Werder verwandeln.

Oliver Baumgart/hansepixx

Bremen. Der SV Werder hat die Abstiegsränge in der Fußball-Bundesliga der Frauen verlassen: Die Bremerinnen setzten sich am Mittwochabend im Kellerduell gegen Mitaufsteiger SV Meppen nicht unverdient mit 2:1 (1:0) durch und kletterten durch diesen ersten Saisonerfolg von Rang zwölf auf Platz zehn. Für das Siegtor sorgte Agata Tarczynska, die drei Minuten vor Schluss nervenstark einen Handelfmeter verwandelte. „Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit diesem Tor helfen konnte“, sagte die polnische Nationalspielerin. „Es war kein schönes Spiel, aber letztlich sind nur die Punkte wichtig.“

Das Zustandekommen dieses Siegtreffers war für die Gastgeberinnen sicherlich etwas glücklich, verdient war dieser Dreier aber allemal, weil Werder in einer kampfbetonten Partie die aktivere und spielerisch auch bessere Mannschaft war. „Wir sind natürlich überglücklich, diesen ersten Sieg eingefahren zu haben“, sagte SVW-Trainer Alexander Kluge am Vorabend seines 34. Geburtstags. „Der Druck, der auf uns gelastet hat, war schon groß. Das hat man heute auch gemerkt. Wir waren sehr nervös, gerade am Anfang.“

In der Tat fand die Heimelf nach zuvor fünf Niederlagen nur schwer ins Spiel. Die erste nennenswerte Gelegenheit verbuchte so auch der Gast aus dem Emsland, als Janelle Flaws ihre Gegenspielerin Lina Hausicke mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen ließ, mit ihrem Distanzschuss aber nur den Querbalken streichelte (19.). In der Folge näherten sich auch die läuferisch starken Bremerinnen dem gegnerischen Tor an. Verena Volkmer scheiterte allerdings mit ihrem zu harmlosen Schuss aus halbrechter Position an U 20-Nationaltorfrau Laura Sieger im SVM-Gehäuse (24.).

Werder war nun drin im Spiel und optisch überlegen. Nach drei Ecken binnen 120 Sekunden fiel dann auch die durchaus verdiente Führung: Meppen bekam das Leder nicht unter Kontrolle, Margarita Gidion zog aus dem Hinterhalt ab und traf mit ihrem noch leicht abgefälschten Schuss aus rund 25 Metern unhaltbar ins lange linke Eck (34.). Es war bereits das zweite Saisontor der früheren Frankfurterin. Nach einem Konter hatte Agata Tarczynska sogar das 2:0 auf dem Fuß, die Stürmerin wurde aber im letzten Moment noch von Nina Rolfes abgedrängt und scheiterte mit ihrem Flachschuss an Torfrau Sieger (42.). Kurz vor dem Pausenpfiff gab es nochmal Aufregung im Bremer Strafraum, als Keeperin Lena Pauels einen Schuss der Australierin Beattie Goad erst im Nachfassen parieren konnte.

Im zweiten Abschnitt blieben die Grün-Weißen zunächst weiter tonangebend, der Spielfluss aber geriet mehr und mehr ins Stocken. Beide Teams kämpften verbissen und machten die Räume eng, beide Teams ließen bei Ballbesitz aber auch die nötige Präzision vermissen. Für einen der wenigen Höhepunkte sorgte Michelle Ulbrich, die mit einem Freistoß aus mehr als 30 Metern nur den Pfosten traf, weil Laura Sieger noch so eben mit den Fingerspitzen ans Leder kam (52.).

In der Folge tat sich wenig bis nichts – ehe quasi aus dem Nichts der Ausgleich fiel: Im Anschluss an eine Ecke war Agnieszka Winczo in der Luft nicht zu stoppen, der Kopfball der Polin senkte sich unhaltbar ins linke Eck (71.). Werder wirkte geschockt und war kurzzeitig etwas unsortiert. Meppen kam zweimal über die rechte Seite aussichtsreich nach vorne, aber nicht zu einem zwingenden Abschluss. Danach hatten sich die Bremerinnen, bei denen Lina Hausicke zwischenzeitlich verletzt ausschied, wieder gefangen. Sie attackierten früh und drängten auf die erneute Führung. Die fiel dann vom Elfmeterpunkt, nachdem Meppens Verteidigerin Victoria Krug den von Jana Radosavljevic gespielten Ball im Liegen gleich zweimal an den Arm bekommen hatte. Agata Tarczynska verwandelte sicher zum 2:1-Endstand (87.). „Endlich haben wir uns mal belohnt“, jubilierte Margarita Gidion, die Torschützin zum 1:0. „Wir haben eine Riesenmoral bewiesen und bis zum Schluss daran geglaubt, dieses Spiel noch zu gewinnen“, sagte Alex Kluge. „Diesen Schwung wollen wir jetzt mitnehmen, um am Sonntag auch gegen den SC Sand zu punkten.“

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