Fußball-Regionalliga Nord

FC Oberneuland trennt sich vom Sportlichen Leiter Günter Hermann

Nach siebenjähriger Tätigkeit sind die Dienste des 60-Jährigen beim Fußball-Regionalligisten auf einmal nicht mehr gefragt. Das Aus trifft Hermann völlig unerwartet.
21.04.2021, 05:00
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FC Oberneuland trennt sich vom Sportlichen Leiter Günter Hermann
Von Jörg Niemeyer
FC Oberneuland trennt sich vom Sportlichen Leiter Günter Hermann

Der FC Oberneuland will ihn nicht mehr: Günter Hermann soll sich nach Informationen des WESER-KURIER bereits von der Mannschaft verabschiedet haben.

Frank Koch

Das Aus kam unerwartet und hinterlässt offenbar Spuren. „Es ist schon traurig“, sagt Günter Hermann. Er war rund sieben Jahre der Sportliche Leiter des FC Oberneuland. Nun ist er es nicht mehr. Der Verein hat die Zusammenarbeit mit dem 60-Jährigen beendet. „Es wird ein Generationswechsel auf der Position des Sportlichen Leiters vollzogen“, sagt FCO-Präsident Birger Winkelvoss. Das Präsidium habe deshalb mehrheitlich beschlossen, den Arbeitsvertrag mit Günter Hermann zu beenden. Der Verein möchte sich für die Zukunft neu aufstellen. Aber er dankt dem scheidenden Mitarbeiter für die „zurückliegenden Jahre und Erfolge“.

Davon kann man wohl ausgehen. Mit Günter Hermann sind ja diverse Aufstiege verbunden. Zunächst als Trainer, später in der Position des Sportlichen Leiters, führte er den FCO von Bezirksliga bis hoch in die Regionalliga. Seit dem vergangenen Sommer ist der Klub wieder vertreten auf der überregionalen Landkarte. Weil es dort recht gut lief und die Saison in dieser Spielklasse gerade abgebrochen wurde, dürfte Oberneuland gute Chancen auf ein weiteres Jahr in der vierthöchsten Spielklasse besitzen. Angesichts dieser Entwicklung hat der FCO nicht nur einen guten Grund, seinem langjährigen Sportlichen Leiter zu danken. Er befindet sich auch in Erklärungsnot.

Es ist auch nicht so, dass Birger Winkelvoss keine Erklärung hat. Er redet lang über die Trennung, beschreibt ausführlich die Wege, die zur Entscheidung des Präsidiums geführt haben. Aber autorisieren möchte er seine Worte nach einiger Bedenkzeit nicht. Stattdessen verweist der FCO-Präsident auf eine Pressemitteilung. Siehe oben: Sie beschreibt den angestrebten Generationswechsel und den Wunsch, den FCO neu aufzustellen. Günter Hermann ist insgesamt auskunftsfreudiger: „Für mich gibt es auch keine Begründung.“ Nach Darstellung des ehemaligen FCO-Machers hatte er noch am vergangenen Mittwoch die Etatplanung für die kommende Saison mit einigen Kollegen besprochen. Am Donnerstag sei es offenbar zur Präsidiumssitzung gekommen, und am Freitag habe ihn Edgar Kary zu einem Gespräch gebeten. Der Abteilungsleiter soll dabei von „Unzufriedenheiten“ gesprochen und Günter Hermann die Beendigung der Zusammenarbeit bedeutet haben.

Irgendwas lief also nicht mehr ganz rund. So viel ist klar. Für Günter Hermann steht außer Frage, dass sein Verhältnis zu Kristian Arambasic, dem ähnlich erfolgreichen FCO-Coach, nicht gestört war. Der Trainer selbst möchte sich indes lieber nicht einmischen. „Ich werde das nicht kommentieren, ich bin Angestellter des Vereins“, sagt Arambasic. Geht man davon aus, dass Sportlicher Leiter und Trainer eine Basis hatten, sind die zitierten Unzufriedenheiten wohl auf anderer Ebene zu finden – vermutlich irgendwo im Präsidium. „Aber wenn sie unzufrieden sind, sollen sie mit mir sprechen“, findet Günter Hermann.

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