Amateurfußball

Entscheidung für eine einfache Runde

Der Bremer Fußballverband will Szenario 2 anwenden. Das heißt, dass nur die Hinrunde gespielt wird und die Meister, Auf- oder Absteiger zwischen Februar und spätestens Juni ermittelt werden sollen.
08.12.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye
Entscheidung für eine einfache Runde

Sebastian Störer

Karsten Klama

Die Entscheidung erfolgte verhältnismäßig früh. Eine Alternative gab es jedoch nicht. Angesichts eines allein in Bremen bis zum 9. Januar datierten Lockdowns werden die sportlichen Entscheidung im Amateurfußball mittels einer einfachen Runde getroffen. Die Gedankenspiele mit sich anschließenden Auf- und Abstiegsrunden wurden verworfen. „Das ist eine Arbeitserleichterung für uns und für die Vereine“, sagt Sebastian Störer. Er ist Leiter des Arbeitskreises „Zentrale Spielansetzung“ im Bremer Fußball-Verband (BFV). Da das Gremium in diesen gerade an den Spielplänen der kommenden Monate arbeitet, sollte Klarheit herrschen – und diese ist möglich, weil es gar nicht anders geht.

Insgesamt vier Modelle für eine Fortsetzung der Saison hatte der BFV vor einigen Wochen vorgestellt. Das „Szenario 1“ sah den Abschluss der Hinrunde bis Ende März vor und wollte die Ligen danach in Aufstiegs- und Abstiegsrunde aufteilen. Wären diese dann nicht beendet worden, hätte „Szenario 3“ die Hinrunde zum Maßstab gemacht und alle folgenden Partien annulliert. Das „Szenario 2“ hatte dagegen gleich die Hinrunde zum Maß der Dinge erklärt – sofern absehbar sein würde, dass diese Hinrunde nicht bis zum 31. März beendet sein würde.

Das ist nun der Fall. Also wurden die Szenarien 1 und 3 für undurchführbar erklärt und der Fokus auf das Szenario 2 gelegt: Die Hinrunde gilt nun als gesamte Saison, sie muss bis spätestens Juni abgeschlossen sein. Der Start ist vorläufig auf das Wochenende 6./7. Februar terminiert. „Damit haben wir Zeit gewonnen und eine deutlich entspannte Situation“, sagt Sebastian Störer.

Die anderen Modelle hätten nun mal einen Trainingsstart zu Beginn des kommenden Jahres vorgesehen. Angesichts der aktuellen Verfügungslage könne es aber frühestens am 10. Januar wieder losgehen. Da der Verband den Vereinen aber eine 14-tägige Vorbereitungszeit zugesagt hatte und der Spielbetrieb in den Wintermonaten ohnehin entzerrt werden sollte, wären die Hinrunden-Partien bis Ende März nicht durchführbar gewesen.

Das klingt logisch. Allein in der nun 18 Teams umfassenden Bremen-Liga wurden bislang erst acht Hinrunden-Spieltage ausgetragen, deren neun stehen also noch aus. Sie sollten bis zum Juni durchführbar sein, ein Abschluss bis zum 31. März erschien dagegen zu ambitioniert.

Wenn aber selbst die laufende Hinrunde nicht mit 17 Partien durchgeführt werden kann, tritt Szenario 4 in Kraft. Wie dieses dann aussehen würde, ist dagegen noch nicht entscheiden. „Wir sind in der Abstimmung“, sagt Sebastian Störer. Sein Ziel: Bevor der Ball wieder rollt, derzeit also zu Beginn des Februars, soll Klarheit herrschen über den Fall eines Hinrunden-Abbruchs. Aber daran denkt in diesen Tagen niemand. An die nun beschlossene Lösung dagegen schon. „Szenario 2 ist das, was ich am meisten erwartet hatte“, sagt Björn Krämer. Die Überraschung beim Trainer der SG Aumund-Vegesack hielt sich in Grenzen. Er will den Neustart zu konstanteren Leistungen seiner Mannschaft nutzen. Sorgen muss sich die SAV angesichts des neunten Tabellenplatzes wohl eher nicht machen.

Der FC Union 60 als Vorletzter der Bremen-Liga dagegen schon. Dessen Trainer Frank Dahlenberg bleibt allerdings auch erst einmal gelassen: „Irgendwie muss man entscheiden, sonst läuft uns die Zeit davon.“ Und dann ordnet der 50-Jährige die aktuellen Maßnahmen noch einmal in einem größeren Kontext ein. „Die aktuelle Unterbrechung hat von den Zahlen her noch nicht funktioniert, und deshalb steht der Fußball sicher nicht an erster Stelle“, sagt Dahlenberg. Er ist Leiter einer Grundschule.

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