FC Oberneuland Geldsorgen in Oberneuland

Bremen. In diesem Jahr ist noch kein Geld geflossen, erneut warten die Fußballer des FC Oberneuland also auf ihre Gehälter. FCO-Präsident Holger Micheli verspricht baldige Zahlungen – und kündigt nebenbei seinen Rückzug als Geldgeber an.
19.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Der FC Oberneuland wird bald einen Scheck vom DFB erhalten. Die Summe von 1200 Euro soll in Ausrüstungsgegenstände für die Nachwuchsabteilung des Vereins investiert werden. Ihr ist die kleine Finanzspritze schließlich auch zu verdanken. Der große Verband honoriert, dass Junioren-Nationalspieler Julian Brandt, mittlerweile beim VfL Wolfsburg aktiv, einst auch in der Jugend des FCO angetreten war.

Aber in Oberneuland wartet man noch auf weitere Zahlungen vom DFB, und die betreffen ganz andere Summen. In der vergangenen Woche sollte es bereits soweit sein. Es hieß, das Pokalspiel zwischen dem FCO und Borussia Dortmund sei nun endlich abgerechnet und die Überschüsse könnten ausgezahlt werden. Stimmt nicht, sagt FCO-Präsident Holger Micheli. "Das Geld ist noch nicht da."

Im Grunde genommen habe er noch nicht einmal einen Überblick, um welche Summe es überhaupt ginge. Durch die TV-Gelder in Höhe von gut 100.000 Euro hätte der Verein kein Minus gemacht beim Pokalspiel im vergangenen August im Weserstadion. Aber ob sonst noch etwas übrig bleibt oder ob die TV-Gelder sogar eingesetzt werden müssten, um Löcher zu stopfen, ist immer noch unklar. Mithin auch die Summe, die aus Frankfurt in Richtung Oberneuland fließt.

Wie hoch sie auch immer sein wird – sie wird dringend benötigt beim FC Oberneuland. Schließlich gab es in diesem Jahr noch kein Geld für die Spieler des Regionalliga-Vereins. Für die meisten, muss man hinzufügen. Die in der Winterpause verpflichteten Kicker werden ohnehin nicht vom FCO bezahlt. Für sie wurden externe Sponsoren gefunden: Um das Gehalt von Choco zu bezahlen, soll nun Ex-Werderstar Diego in die Tasche greifen, der Österreicher Nick Ablinger durch seinen Kumpel Marko Arnautovic finanziert werden, und bei Onur Ayik heißt es, sein Honorar komme direkt vom FCO-Berater Aktas.

Weil aber die anderen nun bereits seit Monaten auf eine Überweisung warten, hat sich Holger Micheli erst am vergangenen Donnerstag mit einem Teil des Mannschaftsrates getroffen. Dabei wurde Nils Laabs, Yusuf Adewunmi und Miloas Mandic versprochen, dass innerhalb der kommenden drei Wochen zwei Monatsgehälter zu Auszahlung kommen sollen.

"Die Lage ist prekär", sagt Präsident Micheli – er muss es wissen. Er fungiert seit 29 Jahren auch als einzig ernstzunehmender Geldgeber des Vereins. Immer wieder in den vergangenen Jahren hatte er angedeutet, sich aus dieser Funktion zurückziehen zu wollen. Nun soll es endlich so weit sein: "Ich bin in der Baubranche tätig und damit konjunkturellen Schwankungen unterworfen – also bin ich weder bereit, noch in der Lage, zukünftig diese riesigen Beträge zu investieren."

Micheli zählt zu dem umstrittenen Figuren der Bremer Fußballszene. Allerdings sind der Verein und sein mächtiger Präsident in finanzieller Hinsicht nahezu untrennbar verbunden; ohne ihn hätte es den Klub in der Regionalliga vermutlich nicht gegeben. Zieht sich Micheli zurück, steht der FCO mit leeren Händen da. Da hilft nur vorbeugen. "Ich bin dabei, die 1. Herren in andere Hände zu legen", sagt Holger Micheli.

Ein großer Sponsor soll her. Jemand, der bereit ist, den Etat von gut 300.000 Euro zu finanzieren. Laut Micheli hat sich bereits eine Möglichkeit aufgetan: "Ich sehe sehr große Chancen." Den Klassenerhalt vorausgesetzt, könnte die Geschichte des FC Oberneuland in der vierten Spielklasse dann womöglich fortgeschrieben werden. In jeden Fall möchte der Verein für die kommende Regionalligasaison melden.

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