Künftige Nutzung des Vahrer Rennbahngeländes

Ganz oben auf der Wunschliste: Eine Sporthalle für etwa 2000 Zuschauer

Mit seiner Größe von etwa 34 Hektar stellt das Rennbahngelände ein wichtiges Projekt der aktuellen Bremer Stadtplanung dar. Mit Hilfe des LSB formuliert der organisierte Sport gerade seine Vorstellungen.
21.07.2020, 05:00
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Ganz oben auf der Wunschliste: Eine Sporthalle für etwa 2000 Zuschauer
Von Jörg Niemeyer
Ganz oben auf der Wunschliste: Eine Sporthalle für etwa 2000 Zuschauer

Die Galopprennbahn in der Vahr: Ein großes Gelände, das viele Möglichkeiten einer künftigen Nutzung bietet.

studio b bremen

Wie kann das Bremer Galopprennbahngelände in der Vahr künftig genutzt werden, nachdem Golf und Pferdesport ihre exklusiven Nutzungsrechte dort verloren haben? Das Projekt ist für die Stadtplaner schwere Aufgabe und große Chance zugleich. Weil es viele Gruppen gibt, die Interesse an der Nutzung der Sport- und Grünfläche angemeldet haben, ist vor längerer Zeit ein Runder Tisch ins Leben gerufen worden, dessen Teilnehmer im Juni in einer Videokonferenz erstmals zusammengekommen sind.

Die 35 festen Vertreter am Runden Tisch aus Politik, Wirtschaft und vielen Bereichen der Gesellschaft sowie einige Gäste wollen, so ist der Plan, am Ende des Findungsprozesses ein Konzept für das etwa 34 Hektar große Gebiet präsentieren. Mit am Tisch wird auch der Landessportbund Bremen (LSB) sitzen, der seine Verbände und Vereine schon im vergangenen Jahr zur Mitarbeit aufgerufen hatte und sich in der vergangenen Woche beim TV Eiche Horn zum zweiten Mal traf, um die Vorstellungen der Sportler einer künftigen Nutzung des Areals zu konkretisieren.

„Es ist der Wahnsinn, was an guten Ideen zusammenkommt“, sagt Helke Behrendt voller Begeisterung, ohne dass sie aktuell allerdings viele Details der Wunschliste bekanntgeben möchte. Das liegt auch daran, dass das Sammeln von Vorschlägen noch gar nicht abgeschlossen ist. Selbst Vereine, die nicht in unmittelbarer Nachbarschaft der Rennbahn beheimatet sind, können sich weiterhin mit dem LSB kurzschließen. Schließlich betrifft die Neugestaltung des Areals die Infrastruktur der ganzen Stadt und nicht nur die eines Orts- oder Stadtteils. Das wird zum Beispiel daran deutlich, dass zu den Wünschen der Sportler – das bestätigt Helke Behrendt – auch der Bau einer Sporthalle gehört, mit Tribünen für etwa 2000 Zuschauer und demnach in einer Größe, die in Bremen jenseits der Messehallen auf der Bürgerweide derzeit nicht zu finden ist.

Die LSB-Vizepräsidentin sammelt mit LSB-Geschäftsführerin Karoline Müller bis zum 15. August die Vorschläge und möchte sie nach einem weiteren Sportlertreffen am 1. September einige Tage später den Teilnehmern am Runden Tisch vorstellen. Wichtig ist dem LSB dabei, dass Verbände und Vereine nicht einzeln auftreten müssen, sondern mit einer Stimme sprechen können. „Es macht riesigen Spaß“, sagt Behrendt. Sie freut sich nicht nur über das Engagement der Sportler, sondern auch darüber, wie konstruktiv sie sich austauschen. „Was auch immer am Ende herauskommt – das Projekt ist eine spannende Sache“, sagt Behrendt. Und sie hofft sehr, dass der Runde Tisch für Bremens Vereine „eine tolle Lösung“ findet.

Beim Pferdesportverband Bremen sind die Ideen bereits am weitesten gediehen. Mit Unterstützung einer Agentur hat Verbandspräsident Walter Kind eine Power-Point-Präsentation anfertigen lassen, mit der er in den Räumen des TV Eiche Horn jetzt warb. Die Vertreter von Vereinen und Einrichtungen werden anhand der Anregungen in den kommenden Wochen ihre Wünsche konkret formulieren und, so weit möglich, auf einem Lageplan der Rennbahn einzeichnen. „Es war ein sehr konstruktives Treffen“, sagt auch Walter Kind, der sich in seiner Sportart große, mehrtägige und sogar mehrwöchige Veranstaltungen in der Vahr vorstellen kann. „Wir haben aber nicht nur die Interessen der Verbände und Vereine im Blick, sondern natürlich auch die der vielen Freizeitsportler in Bremen“, sagt Helke Behrendt.

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