Freude beim SC Borgfeld

Treue Mitglieder und ein neuer Sportplatz

Die Verantwortlichen des SC Borgfeld sind trotz der Corona-Krise mit der aktuellen Situation des Vereins ganz zufrieden. Und sie sind stolz auf ihre Nachwuchskicker wie Julian Brandt und Eren Dinkci.
31.12.2020, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Markwort
Treue Mitglieder und ein neuer Sportplatz

Noch ist der Bagger da: Heinrich Marscholleck (rechts), Sportlicher Leiter des SC Borgfeld, und der Vereinsvorsitzende Thomas Kaessler vor dem neuen Sportplatz.

Christian Markwort

Bei Thomas Kaessler ist die Erleichterung greifbar. „Ich bin wirklich froh“, sagt der Vorsitzende des SC Borgfeld, „dass dieses Jahr endlich zu Ende ist.“ Die Corona-Pandemie habe dem Fußballverein ziemlich zugesetzt, erklärt er, „aber im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen sind wir noch glimpflich davon gekommen“. Nur wenige der rund 800 Vereinsmitglieder seien ausgetreten, finanziell sei „ein mittlerer vierstelliger Betrag des Bremer Senats hilfreich gewesen, um einigermaßen über die Runden zu kommen“.

Mit seinem Etat von knapp 250 000 Euro schreibt der SC Borgfeld seit Jahren erfolgreich Fußballgeschichte. Vor allem im Jugendbereich haben sich die Wümme-Kicker in der jüngeren Vergangenheit einen Namen gemacht. Neben Nationalspieler Julian Brandt sorgte ein weiterer Nachwuchskicker kurz vor dem diesjährigen Weihnachtsfest für Furore, der seinen Ursprung zwar im Bremer Osten hat, in Borgfeld allerdings seinen Feinschliff erhielt: Eren Dinkci hatte mit seinem ersten Tor in seinem ersten Einsatz für den Fußball-Bundesligisten SV Werder im Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 erheblichen Anteil daran, dass die Werder-Fans ein ruhiges Fest feiern konnten.

GER, FBL, FSV Mainz vs SV Werder Bremen

Wenige Minuten nach seiner Einwechslung erzielt der Bundesliga-Debütant und Ex-Borgfelder Eren Dinkci das Tor zu Werders 1:0-Sieg in Mainz.

Foto: nordphoto / Bratic

„Wir alle sind mächtig stolz auf ihn“, freut sich Borgfelds Sportlicher Leiter Heinrich Marscholleck, „Eren hat uns sehr geholfen und wir sind überzeugt, dass er in den kommenden Jahren einen erfolgreichen Weg beschreiten wird.“ Was der 19-Jährige dafür benötige, sei das, was die Mitglieder des SC Borgfeld in den vergangenen Monaten ausgezeichnet habe, hebt Thomas Kaessler hervor. „Sie haben sehr viel Geduld aufgebracht“, verdeutlicht der Vereinsvorsitzende, „nach dem ersten Lockdown im Frühjahr hat sie der zweite im November deutlich härter getroffen.“ Habe in Frühjahr und Sommer noch so manches Sportangebot durch Freiluftveranstaltungen ersetzt werden können, hätten die kühlen Temperaturen in Herbst und Winter für einen kompletten Stillstand gesorgt. Einzig durch Trainingsangebote über verschiedene Internetportale sei Sport möglich gewesen, die Anlage am Hamfhofsweg ist seit Oktober geschlossen. „Trotzdem hat kaum einer gemeckert“, lobt Kaessler die Mitglieder und bedankt sich gleichzeitig bei den etwa 60 Ehrenamtlichen, „ohne die unser Verein diese Herausforderung nicht hätte bewältigen können“.

Auch eine weitere Herausforderung stemmen Kaessler und seine Vorstandskollegen mit Unterstützung der Mitglieder: Der SC Borgfeld ist derzeit dabei, einen zweiten Kunstrasenplatz zu bauen. Zuvor hatten die Mitglieder einer Beitragserhöhung um zwei Euro zugestimmt. Eine nicht näher genannte Borgfelder Familie hatte dem Verein außerdem 500 000 Euro gespendet, womit die Kosten in Höhe von insgesamt rund 600 000 Euro nahezu vollständig bestritten werden konnten. Zahlreiche Mitglieder hätten mit viel Eigenleistung außerdem zu einer Kostenreduzierung beigetragen, betont Kaessler vor allem mit Blick auf die dritte Herrenmannschaft.

„Damit sind wir nun sehr professionell ausgestattet“, sagt der Vorsitzende. Und auch der Sportliche Leiter erkennt eine beachtliche Perspektive, vor allem für die vielen verheißungsvollen Talente im Nachwuchsbereich. „Wir arbeiten dadurch besonders im Jugendbereich fast so gut wie die vielen Nachwuchsleistungszentren in Deutschland“, sagt Heinrich Marscholleck, „die große Zahl an Talenten, die aus Borgfeld stammen und mittlerweile bei namhaften Vereinen Interesse geweckt haben, ist der beste Beweis.“

Mit den männlichen Jugendmannschaften von der U 15 bis zur U 19 spielt der SC Borgfeld seit mehreren Jahren bereits fast durchgängig auf hohem Niveau, die U 23 stellt als Bezirksligist zudem einen vielversprechenden Unterbau für die erste Herrenmannschaft in der Bremen-Liga dar. „Und auch bei den Mädchen und Frauen sind wir in vielen höheren Ligen vertreten“, betont Heinrich Marscholleck, „ich denke, dass wir unsere gute Arbeit in all diesen Bereichen auch in den kommenden Jahren mit großer Professionalität fortsetzen können.“

Um das garantieren zu können, haben sich Thomas Kaessler und seine Mitstreiter ein breites Netzwerk aus Sponsoren geschaffen. Zudem kooperiert der SC Borgfeld seit Kurzem mit der Paracelsus-Klinik Bremen, um den Sportlerinnen und Sportlern eine umfangreiche sportmedizinische Betreuung zukommen lassen zu können. „Durch diese vielfältige Unterstützung haben wir die Corona-Pandemie relativ unbeschadet überstanden“, bedankt sich Kaessler bei den Mitstreitern, denen der SC Borgfeld kurz vor dem Weihnachtsfest eine besondere Überraschung zukommen ließ: Im Rahmen einer Weihnachtsverlosung hatten Kaessler und Co. mehr als 100 Preise aus den Borgfelder Geschäften organisiert und online verlost. „Die Aktion war für die besten Mitglieder der Welt gedacht“, spart Kaessler nicht mit Superlativen, „und sollte gleichzeitig ein Dankeschön an die Einzelhändler in Borgfeld sein, die uns seit Jahren unterstützen.“

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