EM der Lateinformationen Grün-Gold-Club holt sich den EM-Titel zurück

Bremen. Die Grün-Gold-Lateinformation hat sich in der Bremen Arena den Europameistertitel zurückgeholt, wenn auch äußerst knapp vor dem Erzrivalen Litauen und der Formation aus Russland, die es erstmals geschafft hat, das zweite deutsche Team vom Treppchen zu stoßen.
09.05.2010, 21:30
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Grün-Gold-Club holt sich den EM-Titel zurück
Von Ruth Gerbracht

Bremen. Angelo Adler hatte schon vor dem EM-Finale keinerlei Bedenken, was die eigene Leistung anbelangt. 'Wir sagen ja zum Europameistertitel', verkündete der Grün-Gold-Tänzer selbstbewusst und gut gelaunt. Doch was anschließend in der Bremen Arena abging, war ein emotionaler Höhepunkt, den kaum jemand so erwartet hatte - zumal die abschließenden Noten mehr als abstrus waren. Doch so uneinig sich die Wertungsrichter einmal mehr präsentierten, das Ergebnis stimmte am Ende doch. Die Grün-Gold-Lateinformation hat sich den Europameistertitel zurückgeholt, wenn auch - wie schon bei der WM - äußerst knapp vor dem Erzrivalen Litauen und der Formation aus Russland, die es erstmals geschafft hat, das zweite deutsche Team, die Mannschaft aus Velbert, vom Treppchen zu stoßen.

Selbst die beständigste Schminke kam in der Nacht zum Sonntag nicht gegen das Tränenmeer an, das in der Bremen Arena in der Nacht zum Sonntag zu sehen war. Kaum waren die letzten Musiktakte der Bremer Choreografie 'Siamo Noi' im Finale verklungen, lagen sich die Tänzerinnen und Tänzer der Formation bereits in den Armen und ließen ihren Tränen freien Lauf. Die Anspannung eines langen Tages forderte nach drei starken Durchgängen vor 3000 begeisterten Besuchern ihren Tribut. Der unbedingte Wille, sich den EM-Titel zurückzuholen, hatte die vergangenen Wochen das Leben der Tänzer bestimmt. Ein hartes Training war Pflicht. Am Ende hatten sich die Mühen wieder gelohnt: Im Finale tanzte die Bremer Lateinformation mit soviel Leidenschaft und Emotionen und lieferte einmal mehr eine grandiose Vorstellung ab.

James Bond im Ruhestand

'Das ist einfach irre', sagte anschließend Thibault Denis, 'wir wussten zwar, dass wir gut drauf sind, aber eine gewisse Unsicherheit gibt es dann doch immer.' Vor allem die Tatsache, dass Litauen ihren 'James Bond' in den vorzeitigen Ruhestand geschickt hatte, um in Bremen bei der EM eine neue Choreografie zur Musik des Scorpion-Hits 'Wind of Change' ins Rennen zu schicken, ließ ein wenig Unruhe aufkommen. Allerdings nicht genug, um die Mannschaft aus dem Konzept zu bringen. 'Das Team war so sicher und so gut im Vorfeld, das musste einfach klappen', erzählt eine überglückliche Trainerin Uta Albanese. Sie war es dann auch, die an diesem Abend besonders gefeiert wurde. 'Uta hat's geschafft', skandierten die Bremer Tänzerinnen und Tänzer bis zum frühen Morgen.

Der Hintergrund: Während Cheftrainer und Ehemann Roberto Albanese seit Wochen in mühevoller Kleinarbeit der Schauspielerin Nina Bott für die RTL-Show 'Let?s dance' das Tanzen beibringt, hat Uta Albanese zusammen mit Sven Emmrich die EM-Vorbereitung übernommen. Obwohl die 37-Jährige bei allen internationalen Wettkämpfen immer mit im Boot sitzt, so war der Druck am Samstag schon ein besonderer. 'Ich hätte mich in den Hintern gebissen, wenn das heute schief gelaufen wäre', bekannte Uta Albanese erleichtert, 'die Arbeit mit dem Team hat so viel Spaß gemacht und alle waren unglaublich motibiert.'

Die Trainerin hat es am Ende geschafft, die Formation auf den Punkt vorzubereiten, ein Erfolg, der auch von Ehemann Roberto Albanese bestätigt wird. 'Uta hat einen tollen Job gemacht. Das war ein echtes Meisterstück.' Lob gab es auch von der Mannschaft, die ihren Trainer nicht richtig vermisst haben. 'Die beiden bilden eine Einheit, haben das Konzept gemeinsam entwickelt, haben dieselben Ziele, da spielt es keine große Rolle, wenn dann einer mal eine längere Zeit nicht da ist', sagt Formationstänzer Marco Wessels.

Gemeinsam soll es auch in die nächste Saison gehen. Nach einer kurzen Pause wird es etwas Neues geben. Die Formation hat am Sonnabend die Choreografie 'Siamo Noi', die dem Grün-Gold-Club eine weitere Erfolgsgeschichte beschert hat, zum letzten Mal getanzt. 'Wir haben alles damit gewonnen', sagt Roberto Albanese, 'WM, EM, Deutsche Meisterschaft und Bundesliga, besser geht?s nicht.'

Eine neue Musik ist schon produziert, die Ideen für die tänzerische Umsetzung haben Gestalt angenommen, aber mit die Ausführung wird es noch dauern. 'Sobald Roberto nicht mehr bei ?Let?s dance? ist, geht?s los', verspricht Uta Albanese. Die Zeit drängt. Bereits am 30. Oktober geht es nach Moskau zur WM. Normalerweise findet diese im Dezember statt, zwei Wochen nach den Deutschen Titelkämpfen. Nicht in diesem Jahr: Das heißt - der Bremer Formation fehlen am Ende zwei Wochen Vorbereitungszeit. Zudem hat der Rivale aus Litauen schon jetzt eine neue Choreografie präsentiert und damit die Nase vorn, zumindest in Richtung WM-Vorbereitung. Roberto Albanese schreckt dies aber nicht. 'Wir werden mit diesem Handicap leben müssen. Ich bin aber sicher, dass wir es trotzdem schaffen.' Und wer weiß, ob Litauen nicht doch wieder umschwenkt - schließlich konnte die Formation mit 'Wind of Change' schon beim ersten Aufeinandertreffen keine Wende einleiten.

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