Deutsche Meisterschaften in Bremen Grün-Gold-Club tanzt mit Rocky zum Titel

Der Titel bleibt in Bremen! Die A-Formation des Grün-Gold-Club Bremen hat am späten Sonnabend erneut die Deutsche Meisterschaft der Lateinformationen gewonnen.
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Grün-Gold-Club tanzt mit Rocky zum Titel
Von Ruth Gerbracht

Er kam, sah und siegte. Und das absolut souverän. Neun Jahre nach dem Gewinn des ersten Weltmeistertitels mit der Choreografie „Rocky“, ließ Roberto Albanese am Samstag in der ÖVB-Arena die Box-Legende mit einer komplett neuen Choreografie unter dem Titel „Rocky 2015“ wieder aufleben.

Damit bescherte er sich und seiner Grün-Gold-Lateinformation den neunten deutschen Meistertitel in Folge. 38 Punkte gab es insgesamt zu vergeben – mit ihren 37 Punkten lag die Lateinformation des Grün-Gold-Club Mannschaft nur knapp unter der absoluten Bestmarke und mehr als deutlich vor der Formationsgemeinschaft Aachen/Düsseldorf, die lediglich 33,36 Punkten erhielt. Nur knapp dahinter landete das B-Team des Grün-Gold-Club mit 32,57 Punkten.

Die Mannschaft von Trainerin Uta Albanese schwankte dann auch zwischen Freude und Enttäuschung. Schließlich hätte Rang zwei die Qualifikation für die WM bedeutet. Die Formation tanzte vor allem im Finale wie entfesselt ihre Choreografie „Final Countdown.“ Rang zwei wäre nicht überraschend gewesen. Das hatte auch Bundestrainer Horst Beer nach der Zwischenrunde zugegeben. „Heute könnte was gehen“, meinte er. Überraschend dagegen war dann aber eine bittere 6,86-Wertung von maximal 8 Punkten im technischen Bereich, was der Leistung der Formation in keinster Weise entsprach. „Solange das B vor der Mannschaft steht, fehlt den Wertungsrichtern einfach der Mut höher zu greifen, egal welches Wertungssystem man benutzt“, meinte Co-Trainer Angelo Adler.

Während die Mannschaft von Trainerin Uta Albanese an diesem Abend noch ein wenig Zeit brauchte, sich über die Bronzemedaille zu freuen, konnten die Tänzerinnen und Tänzer des A-Teams über ihren neunten Titel in Folge so jubeln, als ob es der erste sei. „Wir gehen niemals auf die Fläche und glauben, das alles ist ein Selbstgänger“, erklärt Sergius Rossel die unbändige Freude. Und Thomas Friedrich, der mittlerweile auf 25 Jahre Formationssport zurückblicken kann, ergänzte: „Schließlich wollen wir ja auch unseren eigenen Ansprüchen genügen.“

Hohe Ansprüche, hohes tänzerisches Niveau, das zeichnete einmal mehr die neue Rocky-Darbietung zur Musik von 2006 aus. Trainer Roberto Albanese hatte eine komplett neue Choreografie zusammengestellt, die nicht nur mit Höchstschwierigkeiten begeisterte, auch mit einem atemberaubenden Tempo, das den Formationstänzern keine Sekunde zum Verschnaufen gönnt. Sechs Minuten lang wird durchgetanzt, mit wunderbaren fließenden Übergängen – harmonisch und elegant. Das kann keine andere Formation.

Doch bevor die Zuschauer eine solche Leichtigkeit auf dem Parkett bewundern dürfen, bedarf es einer Menge Anstrengungen. Die Tänzer hatten jede Menge Respekt vor dem, was Roberto Albanese ihnen mit der neuen Choreografie abverlangt. „Am Anfang hatte ich gedacht, das schaffen wir nie“, sagt Tänzerin Julia Michaels, „doch dann wurde es immer besser. Wir konnten Gas geben und alles hat perfekt geklappt.“ Die 29-Jährige gehört zusammen mit Thomas Friedrich zu denjenigen, die auch 2006 mit Rocky Weltmeister wurden und dementsprechend begeistert waren, noch einmal damit aufs Parkett zu gehen. „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, erklärte Thomas Friedrich, der einen kleinen Box-Handschuh mit dem Autogramm von Rocky-Darsteller Silvester Stallone als Talisman dabei hat.

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Viele hatten im Vorfeld nicht verstanden, warum Roberto Albanese so ein großes Geheimnis um das Comeback von Rocky gemacht hatte. Niemand sollte wissen, dass seine Lateinformation die „West Side Story“ nicht mehr tanzen würde. Es war ein gewisses Risiko, schließlich wusste er nicht, wie sein Vorhaben ankommen würde. Aber der Trainer wollte über seine Pläne nicht diskutieren. „Ich kenne das Business im Tanzsport genau. Da wird auch schnell vieles schlecht geredet“, erklärte Albanese. Das habe er sich und seiner Mannschaft ersparen wollen.

Den Wechsel zum Rocky-Thema begründete der Coach vor allem mit der bevorstehenden Weltmeisterschaft am 12. Dezember in Wien. Mit der West Side Story habe man schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. „Mit Rocky kann man einfach besser angreifen.“ Und Angriff wird seiner Meinung nach nötig sein. „Wenn Du was Neues machst, dann musst Du auch wieder neu kämpfen“, erklärt der Trainer. Da jedoch der Grün-Gold-Club nicht jedes Jahr 20 000 Euro für eine neue Musik zahlen kann, lag es förmlich nahe, noch mal auf Rocky zurückzugreifen. „Bei der WM wird es mit „Sicherheit ganz eng und spannend werden“, ist sich Roberto Albanese sicher. Dafür wolle man gerüstet sein. Die Mannschaft ist es auf jeden Fall. Das hat sie am Sonnabend mit einer exzellenten Leistung bewiesen.

Die GGC-Formationen:

Grün-Gold-Club A-Team: Kevin Berger, Iris Dorland, Anna-Sophia Ehleiter, Thomas Friedrich, Karina Heidt, Berit Horstmann, Sebastian Meyer, Kolja Mörsch, Janne-Sara Pietsch, Sergius Rossel, Sebastian Schwindt, Chantal Stamer, Kai Tausch, Elisabeth Wierczoch, Joana Wiese, Julia Michaelis, Sven-Olaf Andersen, Thomas Postera, Manuel Endres, Dorthe Rosebrock, Katharina Diewert, Nadine Rettweiler

Grün-Gold-Club B-Team: Eduard Rempe, Alessa Drews, Alexander Ockel, Laura von der Brelie, Raimund Meier, Tabea Horstmann, Youri Koldewijn, Amke Schmidt, Tim Böttcher, Sarah Oliver, Marc Sieling, Madleine Herceg, Timo Kuhnt, Karin Heister, Mateusz Wysokinski, Katharina Schreiber, Julian Griesbach, Lea Melissa Tarkowski, Julian Thomas, Anouk Luksenburg, Denis Ataman, Franziska Kraffzik, Johannes Hehr, Isabella Rull

Die Ergebnisse im Überblick:

Lateinformationen

  1. Grün-Gold-Club Bremen A 37,00
  2. FG Aachen / TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß 33,36
  3. Grün-Gold-Club Bremen B 32,57
  4. FG RW-Silber Bochum/TSZ Velbert 32,06
  5. TSK im TSV Buchholz von 1908
  6. 1. TC Ludwigsburg
  7. Ruhr-Casino des VfL Bochum
  8. TSC Walsrode

Standardformationen

  1. 1. TC Ludwigsburg 36,00
  2. Braunschweiger TSC 35,54
  3. TSC Schwarz-Gold-1846 Göttingen 31,17
  4. TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg 29,53
  5. T.C.H. Oldenburg A
  6. Rot-Weiß-Club Giessen A
  7. Rot-Weiß-Klub Kassel A
  8. TSG Terpsichore, TSA Friedberg

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