Deutsche Meisterschaft in Bremen Grün-Gold setzt auch auf den Heimvorteil

Wenn in Bremen Latein getanzt wird, darf man davon ausgehen, dass die Halle voll ist. Am Sonnabend treten die jeweils acht besten Latein- und Standardformationen in der ÖVB-Arena an, um ihre Deutschen Meister zu ermitteln.
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Grün-Gold setzt auch auf den Heimvorteil
Von Ruth Gerbracht

Wenn in Bremen Latein getanzt wird, dann darf man davon ausgehen, dass die Halle voll ist. Am Sonnabend treten die jeweils acht besten Latein- und Standardformationen in der ÖVB-Arena an, um ihre Deutschen Meister zu ermitteln.

Jens Steinmann vom ausrichtenden Grün-Gold-Club spricht von „mehr als 9500 Zuschauern auf den Tribünen“. Die meisten davon sind Bremen-Fans und wollen vor allem miterleben, ob die Lateinformation des Grün-Gold-Clubs ihren deutschen Meistertitel auch erfolgreich verteidigen kann. Und dafür sind sie nur zu gerne bereit, der Formation von Trainer Roberto Albanese die nötige Unterstützung zu geben. Der Coach wiederum setzt auf diesen Heimvorteil. „Vor eigenem Publikum aufzutreten, ist immer großartig.“ Gewinnt der Grün-Gold-Club erneut, wäre es der neunte deutsche Meistertitel insgesamt für die Mannschaft.

Auf den Beistand der Besucher hofft auch das B-Team des Grün-Gold-Clubs, das in diesem Jahr erneut große Chancen hat, unter die besten drei zu kommen. Während jedoch bekannt ist, dass die Mannschaft von Trainerin Uta Albanese die Choreografie des Vorjahres „Final Countdown“ tanzt, sind die Informationen aus der Weltmeister-Formation noch immer spärlich. Eine Generalprobe wurde erst gar nicht angesetzt. Trainer Roberto Albanese tauchte unter. Wenn man dann doch mal die Gelegenheit hatte, ihn zu sprechen, wich er aus. Er habe einige Überraschungen in die Choreografie eingebaut, die jedoch vor der Meisterschaft nicht zu sehen sein sollten. „Die Mannschaft findet das auch gut, noch nicht darüber zu sprechen.“ So könne man in Ruhe bis zur DM arbeiten.

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Zumindest über den Leistungsstand seiner Mannschaft gab er bereitwillig Auskunft. „Seit letzter Woche sind wir auf einem sensationellen Stand, die Mannschaft ist richtig, richtig gut.“ Er freue sich zudem, mit den Rückkehrerinnen Katharina Diewert und Julia Michaelis zwei starke und erfahrene Tänzerinnen wieder im Team zu haben. „Das gibt eine Menge Stabilität.“ Und die scheint wichtig zu sein, denn Albanese spricht von „ganz tollen außergewöhnlichen Elementen und einer extrem hohen Geschwindigkeit, die das Team auf dem Parkett möglichst fehlerfrei umsetzen muss“.

Angesichts der vagen Andeutungen über den Auftritt des A-Teams am Samstag in der ÖVB-Arena verwundert es kaum, dass die Spekulationen rund um den Auftritt des Titelverteidigers am Samstag in die Höhe schießen. Hat Roberto Albanese eine neue Choreografie ausgetüftelt, oder tanzt er doch noch die „West Side Story“ aus dem vergangenen Jahr? Vereinspräsident Jens Steinmann feuert das Rätselraten noch an. Das sei das Beste, was Roberto je macht habe, ließ Steinmann auf Anfrage wissen. Wahnsinnige Ideen, nie da gewesene Roundabouts bekämen die Zuschauer zu sehen. „Es ist etwas komplett Neues, freuen Sie sich einfach drauf.“ Mehr ließ auch er sich nicht entlocken.

Kaum weniger spannend dürfte es bei den Standardformationen zugehen – zumal Titelverteidiger Braunschweig in diesem Jahr sein Team fast komplett umbauen musste. Nach dem Gewinn der deutschen und der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr sowie dem Sieg in der Bundesligasaison erfolgte ein heftiger Umbruch. Fast die gesamte Mannschaft beendete ihre Karriere, lediglich fünf Tänzerinnen und Tänzer blieben aus der letzten Saison erhalten. Trotzdem gelang es Cheftrainer Rüdiger Knaack in den Sommermonaten, mit eigenem Nachwuchs und Neuzugängen wieder eine schlagkräftige Formation aufzubauen. Und der Erfolg ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten. Die Braunschweiger begeisterten bei der Europameisterschaft vor wenigen Wochen mit Rang drei und konnten somit bewiesen, dass sie international trotz ihrer schwierigen Phase mithalten können.

Dennoch: die Konkurrenz ist ebenfalls bestens vorbereitet, sowohl bei den Latein- als auch bei den Standardformationen. Die Bremer Grün-Gold-Mannschaft von Roberto Albanese muss vor allem den Angriff des Dauerrivalen, der Formationsgemeinschaft Aachen-Düsseldorf, abwehren. Der Braunschweiger TSC sollte im Standardbereich schon eine Topleistung abrufen, um die Formation aus Ludwigsburg auf Platz zwei zu verweisen. Die Ludwigsburger waren zur EM nicht angetreten, hatten der Formation von Rüdiger Knaack jedoch schon in der abgelaufenen Bundesligasaison einige Einsen abjagen können. Spannende Wettkämpfe scheinen am Sonnabend programmiert zu sein.

Karten für die Deutsche Meisterschaft der Latein- und Standardformationen am 14. November um 19.30 Uhr mit der Zwischenrunde und dem Finale in der ÖVB-Arena gibt es telefonisch unter 0421/36 36 36 oder im Internet unter www.nordwestticket.de sowie in allen unseren Pressehäusern.

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Die Teilnehmer im Überblick:

Lateinformationen

  • FG Aachen/Düsseldorf
  • Ruhr-Casino VfL Bochum
  • FG Rot-Weiß-Silber Bochum/TSZ Velbert
  • Grün-Gold-Club Bremen A
  • Grün-Gold-Club Bremen B
  • TSV Buchholz von 1908
  • TC Ludwigsburg
  • TSC Walsrode

Standardformationen

  • Braunschweiger TSC
  • TSG Terpsichore/TSA Friedberg
  • Rot-Weiß-Club Gießen
  • TSC Schwarz-Gold Göttingen
  • Rot-Weiß-Klub Kassel
  • 1. TC Ludwigsburg
  • TSC Rot-Gold Casino Nürnberg
  • T.C.H. Oldenburg

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