ATSV Habenhausen auf Dänemark-Trip

Körperliche Defizite wegen Corona

Nach der langen Zwangspause kämpfen sich die Drittliga-Handballer des ATSV Habenhausen zurück in den Sportalltag. Ein Testspiel in Dänemark zeigte: Die Rückkehr ist gar nicht so einfach.
14.08.2020, 05:00
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Körperliche Defizite wegen Corona
Von Jörg Niemeyer
Körperliche Defizite wegen Corona

Bjarne Budelmann, hier mit Teammanager Thomas Hasselmann, ist beim ATSV Habenhausen als Mittelangreifer erste Wahl. Beim Trainingslager in Tondern stellte er seine Qualitäten schon einmal unter Beweis.

Marius Brandt

Nach fast fünfmonatiger Auszeit haben die Handballer des ATSV Habenhausen erstmals wieder in einem richtigen Spiel auf dem Feld gestanden. Natürlich noch nicht um Punkte, aber immerhin in einem anständigen Test bei einem dänischen Zweitligisten. „Da hat sich gezeigt, dass die Spieler bei weitem noch nicht so belastbar sind wie vor der Corona-Zeit“, sagte Trainer Matthias Ruckh. Und auch bei sich selbst musste der 38-Jährige Defizite erkennen. „Ich war geschlauchter als sonst – und meine Stimme war ziemlich angeschlagen.“

Die Reise ins dänische Tondern stellte für die Bremer den nächsten Schritt zurück in den Handball-Alltag dar. Im Nachbarland sind Zuschauer bei Sportveranstaltungen zugelassen, und so waren, schätzte Matthias Ruckh, wohl etwa 250 Fans auch in der Halle, um den Auftritt ihres TM Tønder Håndbold gegen den deutschen Drittliga-Neuling zu sehen. Die ambitionierten Gastgeber, die vom Aufstieg in die höchste Spielklasse träumen, besiegten die Habenhauser mit 26:19 (12:11), was im Zuge jeweiliger Trainingslager aber weder beim Sieger noch beim Verlierer von Bedeutung war.

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Obwohl das Ergebnis niemanden interessierte, war Matthias Ruckh vom ersten Auftritt seit dem Oberliga-Punktspiel am 7. März beim HC Bremen ganz angetan. „Wir haben viele neue Erkenntnisse sammeln können“, sagte der Coach. Erkenntnisse, die der normale Trainingsbetrieb nicht liefern kann. So deutete der neu formierte Rückraum des ATSV mit Mittelmann Bjarne Budelmann, dem Halblinken Dennis Summa und dem Halbrechten Martin Vulic sein Potenzial schon mal an. „Seit Urzeiten haben wir mit Martin endlich mal wieder einen Linkshänder auf der rechten Angriffsposition“, sagte Ruckh.

Die Tage in Dänemark waren für den ATSV erfolgreiche Testtage. Welche Spieler passen wie gut zusammen? Auch diesbezüglich haben Matthias Ruckh und sein Co-Trainer Lars Röwer Antworten bekommen. Mit Ausnahme von Lino Hintke, der aus privaten Gründen fehlte, war das komplette Team mit 17 Akteuren nach Tondern gefahren. Auch wenn die körperliche Verfassung noch nicht optimal war: Die Lust der Mannschaft auf die neue Saison war deutlich spürbar.

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Am Freitag, 2. Oktober wird der Neuling aus Bremen in der 3. Liga Nord-West in die Saison starten. Um 20.30 Uhr ist er zu Gast bei einem der Topfavoriten auf die Meisterschaft, dem VfL Eintracht Hagen. Ob der Spannungsbogen bis zum Auftakt gehalten werden kann, ist auch für Matthias Ruckh eine spannende Frage. Bislang ist er zufrieden mit der Vorbereitung, und bis zum 28. August wird er auch weiter voll durchziehen. Bis dahin steht täglich außer freitags und sonntags Training an, danach folgen neun Tage Pause.

Es könnte, vielleicht sogar bis Ende Mai kommenden Jahres, die letzte längere trainingsfreie Zeit für die Habenhauser sein. Vor ihnen liegen in der wegen der Corona-Pandemie erst spät beginnenden neuen Saison 34 Spieltage. Der letzte wurde zwar gerade vom 6. Juni vorverlegt auf den 13. Mai, doch damit ist der bislang freie Himmelfahrtstag gestrichen worden. Die Spielzeit wird nunmehr am 30. Mai beendet sein.

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Es wird also auch auf die Dosierung der Trainingsinhalte ankommen, wie gut der ATSV durch die nächsten Monate kommt. Nach der monatelangen Zwangspause hatte der Trainerstab in Tondern eigentlich mehr Einheiten vorgesehen, doch es sollte sich zeigen, dass die Spieler körperlich noch nicht weit genug sind. Angesichts der langen Zeit bis zur Partie in Hagen sei das aber auch kein Problem gewesen, sagte Matthias Ruckh.

Am 7. September wird der ATSV-Trainer mit seiner Mannschaft in die letzte Vorbereitungsphase gehen. Dann stellt Matthias Ruckh bereits auf Normalbetrieb um, der bedeutet: Pro Woche drei Übungsabende mit dem kompletten Team sowie eine Krafteinheit, die in zwei Teilgruppen absolviert wird. Mit wenigstens zwei weiteren Testspielen an den September-Wochenenden hofft der 38-Jährige, seine Schützlinge dann bestens auf den Neustart 3. Liga eingestellt zu haben.

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