3. Handball-Liga Nord-West

ATSV Habenhausen feiert ersten Drittliga-Sieg

Aufatmen beim Aufsteiger: Nach dem 14:27 in Hagen bezwingt die Mannschaft von Trainer Matthias Ruckh das Team Handball Lippe II mit 22:16. Überragend dabei: Bjarne Budelmann und Torwart Daniel Sommerfeld.
11.10.2020, 21:15
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Von Olaf Kowalzik
ATSV Habenhausen feiert ersten Drittliga-Sieg

Neben Torwart Daniel Sommerfeld der zweite Matchwinner beim ATSV Habenhausen: Spielmacher Bjarne Budelmann erzielte neun Tore.

Frank Thomas Koch

Waren es die neuen „Treter" von Bjarne Budelmann oder der anfängliche Kopftreffer beim Habenhauser Torwart Daniel Sommerfeld? Was dem ATSV Habenhausen zum 22:16 (9:5)-Heimsieg über das Team Handball Lippe II trieb, war dem ATSV-Trainer Matthias Ruckh schnuppe. Er freute sich über eine gelungene Heimpremiere in der 3. Handball-Liga, die seiner Mannschaft nach der Auftaktniederlage in Hagen Rückenwind für die nächsten Aufgaben verleiht.

Ein Gedanke beschäftigte Matthias Ruckh nach dem Abpfiff allerdings schon: „Ich muss unbedingt mit unserem Teammanager sprechen, damit er „Sommi„ einen Vertrag auf Lebenszeit gibt. Bevor ein anderer Klub darauf kommt“, sagte er und lachte. „Sommi“, so wird beim ATSV Habenhausen Daniel Sommerfeld genannt. Der Mann mit der Rückennummer 21, der zwischen den ATSV-Pfosten ganz klar die Nummer eins ist. 25 Bälle knöpfte er den Gästen ab, die mit den bundesliga-erfahrenen Jari Lemke und Christoph Theuerkauf oder auch dem Beachhandball-Europameister Hark Hansen einiges Namhaftes aufboten.

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Daniel Sommerfeld knöpfte allen den Schneid ab. Der Auslöser seiner fantastischen Form war ein Kopftreffer, den ihm ein Mitspieler kurz vor dem Anpfiff beim Einwerfen verpasste. „Das hat mir geholfen, loszulassen“, schmunzelte Sommerfeld. Auch beim Saisonaufgalopp in Hagen hatte ihn die kleine Lederkugel am Kopf erwischt, danach kratzte seine Paradenquote an 50 Prozent.

Herausragende Abwehrarbeit

„Höchste Kompetenz für ihr Auge“, versprach ein Werbeplakat in großen Lettern an der Wand der Hinni-Schwenker-Halle. Auf die Abwehr der Weiß-Blauen traf das uneingeschränkt zu, das war mehr als sehenswert. In der leisteten vor allem die Wähmann-Brüder Björn und Mirco Gewaltiges. Aber beim Angriff der Gastgeber musste man die Augen in der Startphase schon eher kräftig zudrücken. „Das ist doch nicht euer ernst“, jaulte der ATSV-Linksaußen Luc Schluroff ob der Fehler seiner Mitspieler laut auf. Er war übrigens auch einer derjenigen, die in der Deckung auf der Halbposition mit überzeugender Leidenschaft verteidigten.

Es dauerte exakt sieben Minuten, ehe Mirco Wähmann zum 1:0 traf. Er stand überraschend mit Marcel Fischer auf dem Platz, obwohl Matthias Ruckh im Vorfeld beide verletzungsbedingt als nicht einsatzfähig bezeichnet hatte. War es eine gezielte Finte des ATSV-Trainers? „Marcel ging am Montag noch auf Krücken. Dass er spielt, ist der Erfolg unserer medizinischen Abteilung“, behauptete er. „Ich habe zwar einen einfachen Bänderriss im Fuß, aber mir war immer klar, dass ich spielen werde“, sprach Mirco Wähmann Klartext. Man sah ihm bei einigen Aktionen an, dass es schmerzte und er auf die Zähne biss.

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Nach 20 Minuten war in der Offensive beider Teams immer noch keine Besserung eingetreten, immerhin führte der Gastgeber mit 4:1. „Es hatte Wirkung gezeigt, dass wir in Hagen nur 14-mal getroffen hatten. Da fehlte uns nach guten Auslösehandlungen noch der Mut und die Wucht„, erklärte Matthias Ruckh. Beides kehrte mit zunehmender Spielzeit zurück, wozu vor allem die Einwechslung von Bjarne Budelmann beitrug. Der 19-Jährige kam beim Aufsteiger nach 17 Minuten aufs Feld und übernahm sofort schwungvoll die Regie. Bis zum Seitenwechsel traf er genauso oft wie das gesamte Gäste-Team zusammen. „Neue Treter, neues Glück“, sagte Budelmann und zeigte auf seine neuen Sportschuhe. „Ich habe einen guten Tag gehabt, das hat richtig Spaß gemacht“, fuhr er fort.

Eine verdiente Führung

Mehr von solchem Spaß erwartet Matthias Ruckh auch in Zukunft von seinem Spielmacher. „In ihm steckt noch viel mehr drin", versprach der ATSV-Trainer. Ein verdeckter Wurf von Bjarne Budelmann bescherte den Hausherren eine verdiente 9:5-Führung, nach dem Wiederanpfiff sattelten diese binnen vier Minuten das 13:6 drauf. Das Tor das Tages fiel schließlich beim 18:12, als der bis auf halblinks durchgestartete Rechtsaußen Felix Meier ein Kempa-Anspiel auf Luc Schluroff wagte. Der Linksaußen fing den Ball in der Luft und verwandelte regelkonform im Sprung (45.).

Nach dem Abpfiff ehrte der Vizepräsident der Handballverbände Bremen und Niedersachsen, Jens Schoof, die Weiß-Blauen nachträglich für die errungene Meisterschaft in der Corona-Abbruchsaison. Da dreimal bekanntlich Bremer Recht ist, strahlte Matthias Ruckh neben dem Sieg und der Ehrung auch noch über einen ganz persönlichen Triumph. Denn er hatte in der Saison 2007/08 für die HSG Augustdorf/Hövelhof gespielt, einer der Kooperationspartner des Teams Handball Lippe. 114 Tore, darunter 34 Siebenmeter, hatte er damals in der 3. Liga in 27 Punktspielen für die HSG erzielt. Die Frage, ob es damals für ihn eine schöne Zeit gewesen sei, ließ er offen.

ATSV Habenhausen: Wessels, Sommerfeld; Fischer, B. Wähmann, Budelmann (9/3), Meier (2), Schluroff (3), M. Wähmann (3), Steffens, Hintke (1), Ahrens (4), Steghofer, Vulic, Summa

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