Hilfe für den Handball-Alltag In vier Stufen zurück zum normalen Training

Mit seinem Konzeptpapier möchte der Deutsche Handballbund nach Corona die Rückkehr in den Vereinsalltag vereinfachen. Bremens Verbandspräsidentin Monika Wöhler hofft, dass die Klubs das Angebot auch annehmen.
08.04.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Nastassja Nadolska und Jörg Niemeyer

Die Handball-Saison ist zwar abgebrochen worden, dennoch müssen sich die Spielerinnen und Spieler weiterhin individuell fit halten. Mit dem neuen Konzeptpapier „Return to Court“ bietet der Deutsche Handballbund (DHB) nach den „Return to Play“- sowie „Return to Competition“-Konzepten nun ein weiteres Werkzeug für den Aufbau und die Steuerung der Trainingsbelastung an. Schwerpunkt dieses Konzeptes ist die Handball-Basis und deren Rückkehr aus dem Corona-Lockdown in die Halle.

„Ein erhöhtes Verletzungsrisiko nach einer langen Zeit ohne regelmäßiges Training ist nicht nur ein Problem für Leistungssportler, sondern auch für Amateursportler“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des DHB, und ergänzt: „Daher bieten wir als Dachverband mit unserem Return-to-Court-Konzept unserer Basis eine Handlungsempfehlung an, mit der sie die Belastungssteuerung zurück zum hoffentlich bald wieder möglichen Mannschaftstraining und natürlich Spielbetrieb optimal gestalten kann.“

Das Konzept umfasst insgesamt vier Stufen: Heimtraining, Heimtraining plus, eingeschränktes Handballtraining sowie Handballtraining. Dabei soll in einem jeweils knapp zweiwöchigen Rhythmus mit jeder neuen Stufe die Belastung kontinuierlich gesteigert werden. „Ich finde es sehr gut, dass der Spitzenverband diese Hilfe gibt“, sagt die Präsidentin des Bremer Handball-Verbands (BHV), Monika Wöhler. Es sei schließlich der Breitensport, den der DHB mit diesem Konzept im Blick habe. „Viele Vereine an der Basis beschweren sich seit Jahren, dass der DHB für sie zu wenig macht“, sagt Monika Wöhler, „nicht nur deshalb sollten sie das jetzige Angebot auch nutzen.“ Die BHV-Präsidentin habe in den vergangenen Wochen häufig die Frage gehört, wie es nach Corona weitergehen kann. Das „Return to Court“-Konzept sei eine Antwort darauf.

Auch im niedersächsischen Umland wird das DHB-Konzept begrüßt. „Ich finde solche Anregungen grundsätzlich gut“, sagt Christoph Schweitzer, Trainer der Landesklasse-Männer der HSG Phoenix. Seit Oktober 2020 trainiert die erste Herren der Spielgemeinschaft aus Twistringen und Bassum unter der Leitung von Co-Trainer Stefan Honscha gemeinsam über Skype. Die Inhalte des „Return to Court“-Konzeptes finden sich teilweise auch im Training der HSG wieder. „Wir machen Übungen, die sich mit Stabilisation, Kraft, Ausdauer und Verletzungsprävention beschäftigen. Stefan hat sich da wirklich sehr gute Sachen überlegt und ist vor allem auch sehr engagiert“, betont Schweitzer.

„Neben den uns zur Verfügung stehenden Mitteln hat Stefan eigens Bretter für die Jungs gesägt, die sie für Übungen zur Stabilisation benutzen können“, sagt Schweitzer, der seine Mannen aber kurz vor Ostern in eine sechswöchige Pause geschickt hat. „Es ist wichtig, dass die Jungs nach so einer langen Zeit auch mal wieder zur Ruhe kommen. Wir sind halt Mannschaftssportler, und dieses individuelle Training ist auf Dauer auch nicht das Wahre“, sagt Christoph Schweitzer und hofft, dass er und sein Team danach vielleicht wieder gemeinsam trainieren können.

Andreas Schnichels, Trainer der Frauen der HSG Bruchhausen-Vilsen, findet die Idee, die hinter solchen Konzepten steckt, gut. Ein Teil seines Trainings beinhaltet das Aufwärmprogramm M.A.P.S (Mobilisierung, Aktivierung, Potenzierung, Spezifizierung) des DHB. „Damit arbeiten wir schon etwas länger, und ich bin sehr zufrieden“, betont Schnichels, der sich zweimal die Woche mit seinen Spielerinnen online trifft und dabei diverse Übungen trainieren lässt, sogar mit dem Ball. „Ganz so wie in der Halle mit dem Ball trainieren geht das natürlich nicht. Dennoch versuchen wir, so viele Elemente wie möglich einzubauen. Dazu gibt es auch weiterhin das individuelle Training“, sagt Schnichels.

Eine ganz andere und vor allem klare Meinung zu solchen Konzepten hat der Trainer der Männer der HSG Bruchhausen-Vilsen, Gerd Anton, der viele Jahre auch beim SV Grambke-Oslebshausen gearbeitet hat. „In der jetzigen Zeit ist das völlig uninteressant“, sagt er, „man weiß aktuell auch nicht, wie es weitergeht. Deswegen sehe ich wenig Sinn in solchen Plänen.“ Auch Gerd Anton trifft sich mit seinen Mannen zweimal die Woche zum Online-Training. „Die Resonanz könnte aber besser sein“, gibt er zu. Das Training gestalte er selbst, ohne Anlehnung an irgendwelche Papiere. Was jedoch nicht dagegen spricht, als Übungsleiter einer Handballmannschaft zumindest mal einen Blick aufs „Return to Court“-Konzept zu werfen.

Das Konzept ist im Internet zu finden unter https://www.dhb.de/de/redaktionsbaum/vereinsservice/-return-to-court--konzept-fuer-die-basis-/

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