Handball-Oberliga Frauen Sie ist wieder da

Sechs Monate nach ihrem Abschied von der Zweitliga-Bühne ist die Handball-Torfrau des SV Werder Bremen also wieder da. Meke Anschütz steigt zwei Etagen tiefer in Werders Reserve in der Oberliga Nordsee ein.
24.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Bremen. Das erste Training bekam Meike Anschütz sofort am nächsten Tag zu spüren. „Es hat mir einen großen Spaß bereitet, aber es hat sich auch gleich bei meinem Körper bemerkbar gemacht. Das sind halt wieder andere Bewegungen “, schmunzelt sie. Sechs Monate nach ihrem Abschied von der Zweitliga-Bühne ist die Handball-Torfrau des SV Werder Bremen also wieder da. Sie steigt zwei Etagen tiefer in Werders Reserve in der Oberliga Nordsee ein – ein Engagement auf Zeit?

Radek Lewicki sah zuletzt zwischen den Pfosten seiner zweiten Mannschaft Handlungsbedarf. Der Oberliga-Trainer muss noch mindestens vier bis fünf Wochen auf seine Torhüterin Larissa Gärdes verzichten, da sie sich vor drei Wochen einer Hüftoperation unterzogen hatte. Deren Comeback dürfte wohl noch einige Zeit verschlingen. Die A-Jugendliche Hanna Hinrichs wird derweil immer wieder in den Spielen der Jugendbundesliga gebraucht, und selbst der Routinier Charlotte Schumacher steht beruflich bedingt nicht ständig zur Verfügung.

„Wenn man dann jemanden wie Meike kennt, dann muss man sie in solch einem Fall einfach ansprechen“, lächelt Radek Lewicki zufrieden. Die beiden kennen sich vor allem aus Werders Drittligazeiten, bis Lewicki das Team als Trainer vor fünf Jahren in die zweite Bundesliga führte. Lewicki selbst zog sich danach in die Reserve zurück, um diese später in die Oberliga zu führen. Werders Dauerbrennerin Meike Anschütz blieb weiter in der Ersten und genoss die Zeit in der zweiten Liga.

Radek Lewickis Anfrage traf bei der erfahrenen Torhüterin umgehend ins Schwarze. „Ich musste gar nicht lange nachdenken und habe sofort zugesagt“, gestand Meike Anschütz. „Ich habe es zwar nicht absolut vermisst, aber einen Ball in den Händen zu halten und wieder in einer Mannschaft zu spielen, das macht mir immer noch Spaß“, gibt die 31-Jährige zu. Auch wenn sie sich mittlerweile ans Zuschauen gewöhnt hatte. „Am Anfang tat es noch etwas weh, aber das ist ja auch ein normaler Prozess, wenn man nach so vielen Jahren mit dem Leistungshandball aufhört“, verrät sie.

Meike Anschütz hielt sich nach ihrem Karriereende mit Krafttraining, Laufen und gelegentlichem Tennis spielen fit. Damit befindet sie sich vor dem Saisonstart am 4. Oktober bei der HSG Osnabrück körperlich einer guten Verfassung. Und beim Handball spielen ist es wie mit dem Fahrrad fahren: man verlernt es nie. Zumal sich die Pause von Anschütz nun wirklich in Grenzen hält.

Radek Lewicki wirkt nach ihrer Zusage derart glücklich, als wolle er der spätsommerlichen Wetterlage Konkurrenz machen: Er strahlt und strahlt und strahlt. „Wir wollen oben mitspielen, da müssen wir von Anfang an mit der stärksten Formation ins Rennen gehen“, betont er. Die hat er nun freilich definitiv zusammen, wenn man bedenkt, dass ihm allein schon mit Meike Anschütz, Lotta Heinrich, Lena Janssens und Katrin Friedrich vier zweitliga-erfahrene Spielerinnen zur Verfügung stehen.

Weitere ehemalige Drittliga-Routiniers und hochtalentierte junge Spielerinnen runden den Kader ab. Damit handelt es sich für den Polen um „eine Mischung von jung und erfahren, die stimmig ist“, behauptet er. „Es ist besprochen, dass ich aushelfe, bis Larissa wieder fit ist“, unterstreicht Meike Anschütz das bislang Abgemachte. „Alles Weitere wird sich dann ergeben.“

Kurz bevor sie ins Tor zurückgekehrt ist, hatte der SV Werder Bremen II einige Testspiele ausgetragen. Der Auftritt beim Drittligisten TV Oyten ging hauchdünn mit 29:30 verloren und der Ligarivale SG Friedrichsfehn/Petersfehn wurde nach einem 14:15-Pausenrückstand am Ende noch klar mit 30:24 bezwungen. Im Gastspiel beim Drittligisten SFN Vechta zogen die Grün-Weißen ohne Lotta Heinrich, Katrin Friedrich, Katrin Salkic und Kathleen Hertes klar mit 19:29 den Kürzeren. Die Bremerinnen lieferten in dieser Teamkonstellation bis zum 9:11-Pausenstand eine starke Leistung ab, nach dem 17:19-Rückstand (46.) wurden sie von den klassenhöheren Niedersachsen dann aber gnadenlos ausgekontert.

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