Saisonabbruch im Handball Der Fokus zielt ab sofort auf die neue Spielzeit

Wirklich überraschend kommt diese Nachricht nicht: Die Handballverbände aus Niedersachsen und Bremen beschließen das vorzeitige Ende der Saison 2020/21. Und überlegen, wie sie Aufstiegsspiele organisieren.
17.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Kowalzik

Die Saison 2020/21 ist für die hiesigen Handball-Mannschaften von der Oberliga bis hinunter zur Landesklasse Geschichte. Sie wird nicht mehr fortgesetzt werden. Der Abbruch ist für Stefan Hüdepohl, Präsident des Handballverbandes Niedersachsen (HVN), und Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik im Bremer Handballverband (BHV) und im HVN, nur noch eine Formsache. „Die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierungen zwingen uns zur Beendigung“, erklärte Hüdepohl.

Spitzenvertreter des HVN hatten sich am Montagabend via Internet mit Vertretern der Regionen ausgetauscht. Der Abbruch solle ohne Wertung aller bisher ausgetragenen Spiele erfolgen. Den offiziellen Präsidiumsbeschluss kündigten Hüdepohl und Schoof noch für diese Woche an. Zuvor sei noch Rechtssicherheit zu schaffen.

Da der Bremer Verband in den höchsten Spielklassen mit den Niedersachsen kooperiert, waren am Beschluss neben Jens Schoof auch die BHV-Präsidentin Monika Wöhler und Ralf Fricke als Vertreter für die Bremer Region mit beteiligt. „Wir werden für den BHV sehr zeitnah einen eigenen Umlaufbeschluss fassen“, kündigte Monika Wöhler die Übernahme der Ergebnisse auch in ihrem Verband an. Das beträfe dann die eigenen Spielklassen von der Bremenliga an abwärts, bei denen der Spielbetrieb in dieser Saison noch gar nicht begonnen hat.

Vor der Entscheidung am Montagabend hatte sich der HVN auch mit den betroffenen höherklassigen Mannschaften ausgetauscht: mit den Ober- und Verbandsligisten per Online-Zusammenkunft, mit dem Rest per Fragebogen. Von den 164 schriftlich kontaktierten Teams der Landesliga und Landesklasse hatten sich laut HVN-Mitteilung knapp 90 Prozent dafür ausgesprochen, die Saison abzubrechen beziehungsweise auf eine Wertung zu verzichten.

Jens Schoof vermeldete außerdem, dass der Deutsche Handballbund (DHB) aktuell daran festhalte, in den 3. Ligen Aufsteiger aus den Oberligen aufzunehmen. „Das hat zur Folge, dass wir in den nächsten Wochen eine Abfrage bei den Vereinen der Oberligen der Frauen und Männer starten und die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Aufstiegsrunde abfragen“, kündigte er an.

Die Frauen des SV Werder Bremen II sind an der 3. Liga interessiert. „Wir würden voraussichtlich für den Aufstieg melden“, sagte Werders Handball-Abteilungsleiter Martin Lange. Radek Lewicki, aktueller Trainer der Grün-Weißen, bekäme damit möglicherweise die Chance, sich erneut mit einem Aufstieg von seinem Team verabschieden zu können.

2015 hatte Lewicki schon Werders erste Vertretung unmittelbar vor seiner damals angekündigten Pause als Trainer in die 2. Bundesliga geführt. Nach dieser Saison wird, wie berichtet, an seine Stelle in Werders „Ausbildungsteam" am 1. Juli die Niederländerin Renee Verschuren treten. Für die Oberliga-Männer des HC Bremen und die Oberliga-Frauen der SG Findorff ist die 3. Liga laut deren Trainern Marten Franke und Corinna Wannmacher dagegen „kein Thema“.

Der HVN macht sich derweil zur Aufgabe, einen Modus zur Ermittlung der Aufstiegsplätze zu erarbeiten, in den auch Hygiene- beziehungsweise Corona-Testkonzepte einfließen müssten.

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