2. Handball-Bundesliga der Frauen

Ernüchterung beim SV Werder

Zweiter Spieltag, zweite Niederlage: Die Bremerinnen stehen erneut gleich zu Saisonbeginn unter großem Druck. An ehemaliger Wirkungsstätte ihres Trainers Robert Nijdam enttäuschte das Team schwer.
14.09.2020, 05:57
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Von Olaf Kowalzik
Ernüchterung beim SV Werder

Bedient von der Vorstellung seiner Mannschaft: Ausgerechnet an seiner ehemaligen Wirkungsstätte als Spieler, in Solingen, kassierte Trainer Robert Nijdam mit Werder eine deftige Niederlage.

Oliver Baumgart/hansepixx

Robert Nijdams Stimmung sackte bei der 22:31 (8:19)-Abfuhr gegen den HSV ­Solingen-Gräfrath im Eiltempo auf den Nullpunkt. „Ich bin sehr enttäuscht“, gab der Handball-Trainer des SV Werder Bremen zu, „da kann ich überhaupt nichts schönreden.“ Was hatte er sich im Vorfeld des Zweitliga-­Gastspiels auf die Rückkehr in die Solinger Klingenhalle gefreut. „Hier hatte ich als Spieler der SG Solingen drei sehr geile Jahre erlebt“, schilderte der Niederländer seine Gefühlslage vor dem Anpfiff.

In der Klingenhalle fühlte sich der damalige Rechtsaußen von 2000 bis 2003 zwei Jahre in der ersten Bundesliga und eine weitere Saison in der 2. Liga pudelwohl. Mit dieser Sentimentalität war innerhalb von wenigen Minuten Schluss. Die Hallenuhr zeigte erst neun Minuten und 14 Sekunden an, als Werders Torfrau Danique Trooster die kleine Lederkugel zum sechsten Mal aus dem eigenen Netz holte. Die Grün-Weißen hatten bis dahin lediglich einmal durch ihre Linkshänderin Nina Engel ins Schwarze getroffen (1:6).

Nach einer Viertelstunde Spielzeit zog Robert Nijdam beim 3:8-Rückstand bereits die zweite Auszeit, ohne dass diese eine Wirkung entfaltete. „Ich habe meine Mannschaft überhaupt nicht erreicht, wir sind gar nicht zum normalen Angriff gekommen“, monierte er die vielen technischen Fehler seines Teams. Ganz zu schweigen von der schwachen Abwehrarbeit, die ein Übriges zum ernüchternden Resultat beitrug.

Also bahnte sich ein Debakel an, als die Gäste zur Pause einem Elf-Tore-Rückstand hinterher liefen (8:19). Wenigstens die Einwechslung von Victoria Nigbur verhinderte im zweiten Durchgang Schlimmeres. Die Torfrau glänzte in ihrer 25-minütigen Spielzeit mit einer Paradenquote von 55 Prozent und war damit Werders einzige positiv erwähnenswerte Spielerin. Der Dreierpack von Alina Defayay (zwei Tore) und Annika Fröhlich zum Schluss sorgte für weitere Ergebniskosmetik.

Die Grün-Weißen starten fast schon gewohnt mit 0:4 Punkten in die Saison. Robert Nijdam will sich aber nicht damit trösten lassen, dass die Saison gerade erst begonnen und sein Team bislang stets Endspurtqualitäten bewiesen hat. „Wir laufen schon wieder hinterher“, beklagt er sich. „Das wird für uns eine harte Saison“, prophezeit er. Schließlich besteht die Liga in dieser Serie nur aus 14 anstelle der gewohnten 16 Teams, von denen drei absteigen werden.

Werders Auftaktgegner aus Kirchhof und Solingen-Gräfrath, die sich laut eigenem Bekunden ebenfalls im Kampf um den Klassenerhalt sehen, sind dagegen mit jeweils 4:0 Punkten glänzend aus den Startlöchern gekommen. „Wir geben nicht auf, stehen aber jetzt unter Druck“, so Robert Nijdam. Das macht das Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen die mit zwei Siegen in die Saison gestartete SG H2Ku Herrenberg natürlich nicht leichter.

SV Werder Bremen: Trooster, Nigbur: Heidergott (4), Pods (1), Conze, Engel (1), Thomas (1), Neßlage, Seidel, Engelke (4/3), Gajewski (4), Sposato, Fröhlich (2), Döpke, Defayay (5)

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