Weibliche und männliche B-Jugend erhalten Fairnesspokal in Berlin / Mädchen Fünfte, Jungen auf Rang sieben Handballauswahlteams ernten Komplimente

Bremen. Bremen ist wieder da! Die Veranstalter des Werner-Seelenbinder-Gedenkturnieres in Berlin waren über den Bremer Handballverband (BHV) voll des Lobes.
31.10.2016, 00:00
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Von Olaf Kowalzik

Bremen. Bremen ist wieder da! Die Veranstalter des Werner-Seelenbinder-Gedenkturnieres in Berlin waren über den Bremer Handballverband (BHV) voll des Lobes. Natürlich war es klar, dass der kleinste Landesverband nicht komplett mit den besten Auswahlmannschaften Deutschlands mithalten kann. Aber der Eifer, mit denen die beiden B-Jugend-Teams des Jahrgangs 2000 zu Werke gingen und wie sie sich gegenseitig anfeuerten, begeisterte alle. Damit heimsten sie sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen den Fairnesspokal ein.
„Es unterstreicht die vor eineinhalb Jahren begonnene Entwicklung“, sagt der BHV-Landestrainer Tim Schulenberg. „Die Mannschaften haben Lust, sich mit den Topteams zu messen.“ Die Eltern unterstützten das, in dem sie zur viertägigen Maßnahme einen finanziellen Obolus beisteuerten.

Sportlich setzten die Mädchen das Glanzlicht: Sie wurden im zehnköpfigen Teilnehmerfeld Fünfte. Die Jungen wurden Siebter und damit Letzter. Sie mussten aber auch den Ausfall ihres Schlüsselspielers Miro Schluroff verkraften. „Wir können mit dem Rang fünf zufrieden sein. Wir haben gegen den Turniersieger Unentschieden gespielt und gegen den Zweiten mit nur zwei Toren Differenz verloren haben“, sagte BHV-Trainerin Wiebke Kethorn.

Ihre Mädchen steigerten sich von Spiel zu Spiel und qualifizierten sich mit dem vierten Platz in der Vorrunde für das Viertelfinale. Der knappen 12:13-Niederlage gegen Slavia Prag war das überzeugende 14:14 gegen den späteren Turniersieger Mecklenburg-Vorpommern gefolgt. Nach der 14:19-Niederlage gegen Bayern gab es zum Abschluss der Gruppenspiele einen 17:4-Erfolg über Fortuna Neubrandenburg. Weiteren Respekt verschaffte sich das Kethorn-Team im Viertelfinale, in dem es sich dem späteren Finalisten Hypo Niederösterreich nur knapp mit 12:14 geschlagen geben musste. Anschließend sorgte es mit dem völlig überraschenden 10:7-Erfolg über die favorisierten Sachsen – im kommenden Jahr erneut Gegner im Länderpokal – für Furore. Damit zogen die Bremerinnen ins Spiel um den fünften Rang ein, in dem sie sich gegen den Schulsportverband Warschau mit 20:19 behaupteten. Den entscheidenden Siebenmeter hatte Cosima Philipsenburg herausgeholt, Nathalie Meinke behielt die Nerven und ließ ihr Team jubeln.

Die BHV-Mädchen überzeugten vor allem mit ihrer starken Abwehr, die mit beiden ausgezeichneten Torhüterinnen Jolina Schallschmidt und Lea Rengert harmonierte. Verbesserungsbedarf gibt es dagegen im Angriff gegen die verschiedenen Abwehrsysteme der Gegner. „Wenn man bedenkt, wie wenig wir zusammen trainiert haben, ist das normal“, meint Wiebke Kethorn.

Die BHV-Jungen brauchten etwas Zeit, bis sie in das Turnier fanden. Mit den Auswahlteams aus Berlin (13:24) und den Turniersieger Hessen (8:23) hatten sie aber auch zwei Favoriten auf den im Dezember stattfindenden Länderpokal vor der Brust. Dazu gesellte sich eine 14:24-Klatsche gegen Bayern I. „Meine Mannschaft braucht etwas, bis sie sich an die Härte und das Tempo gewöhnt. Genau aus diesem Grund spielen wir vor dem Länderpokal solche Turniere“, betont Tim Schulenberg.

Tatsächlich fanden die BHV-Jungen am zweiten Tag viel besser ins Turnier. Obwohl ihr im erweiterten Nationalmannschaftskader stehender Rückraumschütze Miro Schluroff verletzungsbedingt nicht weiterspielen konnte, sprangen nun andere Spieler in die Bresche. Zum Sieg hat es dennoch nicht gereicht. Gegen Pfadi Winterthur aus der Schweiz gab es eine 13:17-Niederlage, danach folgte eine unnötige 17:18-Niederlage gegen Bayern II. Das Schulenberg-Team hatte durch einen Treffer von Malte Helbig mit 16:11 geführt und mit dem Abpfiff noch den alles entscheidenden Gegentreffer kassiert. Im letzten Spiel gab es gegen Sachsen eine 13:18-Niederlage. Die BHV-Teams testen am kommenden Wochenende weiter. Sie treffen beim HVN-Pokalturnier von Freitag bis Sonntag in Hameln (Jungen) und Emmerthal (Mädchen) auf verschiedene Landesauswahlmannschaften.

Jungen: Antonio Berdar, Sebastian Bohling; Lukas Bark (8 Tore), Hendrik Budelmann (3), Bjarne Budelmann (8), Daniel Francke (11), Niklas Kowalzik (3), Pascal Reimer (4, alle Bremen/Hastedt), Torben Knop; Giuliano Boccacci, Malte Helbig (11), Miro Schluroff (18), alle Habenhausen), Cedric Scharnke (HSG Schwanewede), Etienne Steffen (12, Eintracht Hildesheim).

Mädchen: Jana Bachmann (5), Alina Deichsel (2), Amelie Janik (2), Nathalie Meinke (14), Mirja Meinke (7, alle Arsten), Hanna Ferber-Rahnhöfer (5), Eline Halama (12), Kathleen Hertes (26, alle Werder), Lea Rengert; Jordis Mehrtens, Cosima Philipsenburg (9), Jolina Schallschmidt, Emily Winkler (alle VfL Oldenburg).

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