Mit Ehrgeiz und Fleiß gewinnt Kunstradfahrerin Felice Bergen die U13-Landesmeisterschaft

Harte Arbeit auf dem Weg zum Titel

Erst vor zwei Jahren begann Felice Bergen mit dem Kunstradfahren, konnte mit dem Gewinn der Landesmeisterschaft in der U13 aber bereits einen großen Erfolg feiern. Doch der soll noch nicht alles gewesen sein. Der Ehrgeiz der Elfjährigen vom RKB Arsten ist jetzt erst recht angestachelt.
30.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Carolin Scholz

Erst vor zwei Jahren begann Felice Bergen mit dem Kunstradfahren, konnte mit dem Gewinn der Landesmeisterschaft in der U13 aber bereits einen großen Erfolg feiern. Doch der soll noch nicht alles gewesen sein. Der Ehrgeiz der Elfjährigen vom RKB Arsten ist jetzt erst recht angestachelt.

Bremen. Es ist still in der kleinen Sporthalle. Nur zwei Menschen sind hier gerade beschäftigt. Unermüdlich dreht Felice Bergen auf dem Rad ihre Runden, beobachtet von ihrer Trainerin Gisela Black. In solchen Momenten ist sie die Einzige, die spricht: Mal ruhig, mal impulsiv, gibt sie ihrer jungen Schülerin ganz genaue Anweisungen, wie die gefahrenen Übungen noch exakter werden. Und diese Intensität im Training zahlt sich offensichtlich aus. Denn in diesem Jahr gewann Felice Bergen für ihren Radsportverein (RKB Arsten) nicht nur den Stadtmeister-Titel, sondern auch die Landesmeisterschaft in der Klasse U13.

"Das war schon ein tolles Erlebnis", sagt die Elfjährige, "ich wusste zwar, dass ich Chancen habe, aber dass ich wirklich gewinne, dachte ich nicht." Umso glücklicher war sie am Ende darüber, dass sie bei ihrem Sieg sogar noch ihre persönliche Bestleistung auf 37,35 Punkte verbesserte. Am Lautesten gejubelt haben dabei wohl ihre Großeltern die sie, wann immer es möglich ist, auf Wettkämpfe begleiten. "Solch ein Rückhalt ist sehr wichtig, um motiviert zu bleiben", sagt Gisela Black, die selbst bis zu ihrem 50. Lebensjahr – unter anderem auch bei Deutschen Meisterschaften – Kunstrad gefahren ist.

Zwei Stunden Einzeltraining

Diese Unterstützung ist für Felice auch deshalb wichtig, weil sie in ihrem wöchentlichen Training momentan die einzige Sportlerin ist. Auch wenn das nicht immer einfach ist, weiß Felice durchaus die Vorzüge des Einzeltrainings zu schätzen. "Das Kunstradfahren macht mir einfach Spaß, und so habe ich zwei Stunden für mich zum Üben", sagt sie, "aber es wäre auch schön, wenn noch jemand mit dabei wäre."

Derzeit versucht sich Felice Bergen gerade an dem "Steiger", einer Übung bei der nur auf dem Hinterrad gefahren wird. Dazu erhält sie, wie bei jeder neuen Übung, erst einmal Unterstützung von ihrer Trainerin. Gisela Black stützt sie dabei so, dass Felice zunächst im Stand und dann während der langsamen Fahrt die Möglichkeit hat, die richtige Bewegung zu verinnerlichen. Danach muss Felice die Übung immer wieder aufs Neue fahren, bis es schließlich irgendwann klappt. Stürze kommen dabei durchaus vor. Ernsthaft verletzt hat sich die Elfjährige jedoch noch nie. "Ich bin schon öfter vom Rad gefallen", sagt sie, "aber die Schwierigkeit am Kunstradfahren ist es ja auch, sich mit den Übungen zu beeilen."

Auch auf den Wettkämpfen muss sich die Habenhauser Oberschülerin mit ihrer Kür ranhalten, um in der erlaubten Zeit zu bleiben: Nur fünf Minuten bleiben ihr für die 25 zu zeigenden Übungen. Doch Felice zeigt auf den Turnieren nur Übungen, die sie sicher beherrscht und sauber ausführen kann. Deswegen bekommt sie auch nur selten Probleme mit der Zeit.

Vom Ein- zum Kunstrad

Neben den Landesmeisterschaften ist Felice Bergen in dieser Saison auch zweimal beim Unterweser-Pokal an den Start gegangen. Dort sind dann unter anderem auch Vereine aus Hamburg und Delmenhorst dabei, sodass die Konkurrenz größer ist als auf den Meisterschaften. Zuletzt belegte Felice hierbei in Achim von zwölf Starterinnen einen für sie guten sechsten Platz.

Umso höher sind ihre Leistungen einzustufen, da sie erst seit zwei Jahren Kunstrad fährt. "Eigentlich wollte ich zunächst nur Einrad fahren", sagt Felice, "aber schon nach der zweiten Trainingsstunde habe ich auch mit dem Kunstrad angefangen." Und dass hat ihr dann so viel Spaß gemacht, dass sie dabei geblieben ist. "Es war am Anfang schon nicht ganz leicht, aber es ist herausfordernd und eine Sportart, die nicht jeder macht", sagt sie.

Ihr nächstes großes Ziel heißt Deutsche Schülermeisterschaften zu starten. Im Moment käme das jedoch noch etwas zu früh. "Felice müsste für die Deutschen Meisterschaften eine Punktzahl aufstellen, die sie momentan noch nicht erreichen kann", sagt Gisela Black. Deshalb gilt es im nächsten Jahr erst einmal den Landesmeistertitel zu verteidigen und beim Unterweser-Pokal, der im November wieder beginnt, gute Küren zu fahren. Ihre Trainerin traut ihr für die Zukunft auf jeden Fall noch eine ganze Menge zu: "Felice ist talentiert und fleißig", sagt sie, "und wenn es drauf ankommt ist sie auch ehrgeizig genug, um noch weiter zu kommen."

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