Bremer Ruderinnen Harte Arbeit für das große Ziel

Mit den Relationsrennen ist für die Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbands die vierwöchige WM-Vorbereitung in Berlin zu Ende gegangen.
02.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sören Dannhauer

Mit den Relationsrennen ist für die Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbands die vierwöchige WM-Vorbereitung in Berlin zu Ende gegangen. Direkt im Anschluss ging es für Lynn Artinger und Paulina Düchting vom Bremer Ruderverein von 1882 mit dem 60-köpfigen Aufgebot und den Trainern – unter ihnen der Bremer Tammo Meyer, der den Riemen Zweier betreut – in den Flieger Richtung Rio de Janeiro. Dort werden vom 5. bis 8. August die Weltmeister der Altersklasse U 19 ermittelt.

In den Relationsrennen fahren alle Bootsklassen gegeneinander. Die Testsituation ist möglichst real, um schon die Kleinigkeiten der Rennvorbereitung zu üben – und das erste Mal wird im Deutschlandeinteiler gerudert. Dabei sind die Läufe so sortiert, dass gleichschnelle Boote einen direkten Konkurrenten haben. Am Ende können sich alle vergleichen, da die Ergebnisse in Relationen zur Weltbestzeit ausgegeben werden. Was kompliziert ist, klingt einfach: Wer die meisten Prozente einfährt, ist das schnellste Boot der Nationalmannschaft.

Ganz zufrieden sind die drei „1882er“ noch nicht – ein bisschen Luft nach oben sei noch. Der Zweier mit Düchting und ihrer Oldenburger Schlagfrau Nora Dirks war nicht so aggressiv, wie es für den Abschlusstest eigentlich geplant war. „Sie sind gut gestartet, dann wurde es zu vorsichtig. Aber die Mädels wissen, wo justiert werden muss“, sagte Trainer Meyer. Erschwert wurde der Test, weil durch eine Verletzung und die Absage des Ersatzleute-Zweiers ein richtiger Gegner für die kleine Bootsklasse fehlte. Düchting und Dirks mussten einen ganzen Teil der Strecke allein fahren, bis sie den 20 Sekunden zuvor gestarteten Einer eingeholt hatten – da kommt kein richtiges Wettkampfgefühl auf. Knapp vier Prozent weniger als der Sieger ist daher ein Ergebnis, mit dem alle gut leben konnten.

Die Sportlerinnen setzen nun auf das ersehnte Ende des Trainingslagers – und den Wettkampf. „So langsam vermissen wir die Heimat, und es gab auch mal einen zähen Tag“, berichtet Düchting, was bei meist drei Trainingseinheiten pro Tag nicht verwundert. Im Unterschied zum Heimtraining sind die Strukturen in der WM-Vorbereitung professioneller. Leistungsdiagnostik und physiotherapeutische Betreuung erhöhen das tägliche Pensum.

Für Lynn Artinger hat sich gerade im Ausgleichstraining der Aufwand erhöht. Mit guten Ergebnissen und tollem Einsatz hat sie sich die Nominierung in die Nationalmannschaft verdient. Nun steuert sie den schnellsten Nachwuchsachter, muss an Land aber auch das Training überwachen und hat als Steuerfrau oft Aufgaben eines zusätzlichen Trainers. „Ich habe in den Wochen wahnsinnig viel gelernt, Zeit zum Durchatmen gab es einfach nicht“, sagt Artinger. Ihr Achter hat sich gut geschlagen, blieb nur zwei Prozentpunkte hinter dem Sieger. Und das, obwohl in der letzten Woche wegen gesundheitlicher Ausfälle keine zwei Tage am Stück die gleiche Besetzung auf Wasser war.

Anreise und Eingewöhnung an die Zeitzone bieten nun Erholungszeit, auf die sich die Schülerinnen vom Leibnizplatz ebenso freuen wie auf den WM-Auftakt. In der Generalprobe noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt zu haben, das kann man auch als Vorteil sehen. Es bleibt Luft nach oben – die sie unbedingt abrufen wollen.

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